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08.12.2011

13:19 Uhr

Russland

Die Facebook-Revolution setzt Putin zu

VonFlorian Willershausen

Der Kreml hat die Opposition fest im Griff. Doch die sozialen Medien fordern ihn heraus: 30.000 Menschen meldeten sich per Facebook zum Flashmob gegen Wahlfälschungen an. Putin reagiert nervös - und facht den Protest an.

MoskauHilflos müssen die Jungs vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB in den sozialen Netzwerken zusehen, wie sich mehr und mehr Menschen zu einer Veranstaltung anmelden: Die Putin-Opposition ruft zur „Demo für ehrliche Wahlen“ auf, die Samstag auf dem Roten Platz stattfinden soll. Allein bei Facebook haben sich derzeit fast 30.000 Menschen angemeldet. Jede Sekunde steigt die Zahl der Teilnehmer – und der FSB bleibt tatenlos; die Facebook-Server stehen ja in Kalifornien.

In Putins gewaltigem Machtapparat breitet sich blanke Panik aus: Lässt sich die Aktion nicht irgendwie verhindern? Die Polizei ordert Sondereinheiten in die Metropole, Fernsehsender schweigen die Existenz der Opposition tot, die Stadt muss urplötzlich den Roten Platz sanieren. Hilflos schauen alle auf Putin, den Entscheider: Wie soll die Macht reagieren – hart oder besonnen?

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Der russische Machthaber Wladimir Putin sendet widersprüchliche Signale: Einerseits bezeichnete er die Opposition, die seit den Wahlen am Sonntag auf der Straße gegen offensichtliche Wahlmanipulationen protestiert, als von Amerika finanziert. US-Außenministerin Hillary Clinton habe Protestlern „ein Zeichen“ gegeben. Andererseits sprach Putin laut Agenturen den Oppositionellen das Recht zu, „ihre Meinung“ zu sagen, „wenn sie die Gesetze beachten“.

In Putins Russland herrscht bekanntlich eine „Diktatur des Gesetzes“. In diesem Sinne bereiten sich Behörden auf alle Eventualitäten vor: Die Demonstration am Samstag ist zwar genehmigt – aber nur für 300 Teilnehmer. Sollten mehr kommen, will die Stadt „entsprechende Maßnahmen“ ergreifen. Auch die plötzliche Sanierung der Kanalisation unweit des Roten Platzes läuft streng nach Gesetz: Ein Vize-Bürgermeister von Moskau hat den Auftrag dazu erteilt.

Kommentare (4)

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Peer

08.12.2011, 13:45 Uhr

Komisch, über dei ANTI-Bankster Demonstrationen hat das Handelsblatt nicht so berichtet.

svebes

08.12.2011, 14:25 Uhr

tja, die wunersame Welt der unabhängigen, natürlich nicht gleichgeschalteten, Nachrichten. Oder sieht/hört man was in der Tagesschau über die wirklich interessanten Informationen?
Nch 24 Uhr, mit viel Glück - da unangekündigt, gibts mal gute Doku / Reportagen. Das aber auch nur, da die Anstalten ja auch den Auftrag dazu haben Reportagen / Dokus zu senden ;-) Aber das ist natürlich alles nur Zufall. Zu den besten Sendezeiten hat man nur die Profiquatscher die überall unfundiert was loswerden müssen. Tja, also ist es bei uns auch nicht sooo anders als unter Putin.

sterbende_demokratie

08.12.2011, 14:40 Uhr

Das hat er nun davon das er seine Nutte Medwedeff ständig gestattet im Fernsehen lauthals den USA zu drohen.

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