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25.11.2015

17:09 Uhr

Russland droht der Türkei

Der 44-Milliarden-Dollar-Abschuss

VonAndré Ballin

Eiszeit zwischen Moskau und Ankara: Der Pilot aus dem abgeschossenen Kampfjet erhebt schwere Vorwürfe, wütende Demonstranten belagern die türkische Botschaft und Russlands Regierung will wichtige Projekte einfrieren.

Kampfjet-Abschuss

Warnung an Piloten: Türkisches Militär veröffentlicht Tonaufnahme

Kampfjet-Abschuss: Warnung an Piloten: Türkisches Militär veröffentlicht Tonaufnahme

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MoskauMehrere Scheiben gingen zu Bruch, als Demonstranten die türkische Botschaft in Moskau mit Steinen, Eiern, Farbpaketen und Papierfliegern bewarfen. In der Wolga-Großstadt Uljanowsk bekam die türkische Brauerei Efes den Volkszorn  zu spüren: Etwa 70 junge Männer forderten die Herausgabe der türkischen Flagge über der Fabrik, die dann anschließend ebenfalls mit Eiern beworfen wurde.

Nach dem Abschuss eines russischen SU-24-Jagdbombers an der syrisch-türkischen Grenze gibt es nicht nur bei der Bevölkerung Vergeltungsgelüste: Auch die russische Regierung zeigte Gesprächsangeboten der Türken die kalte Schulter. Außenminister Sergej Lawrow sprach von einem „gezielten Hinterhalt“ und wies Meldungen Ankaras nach einem vereinbarten Treffen empört zurück. „Solche Erklärungen des türkischen Außenministeriums zeigen nur das Fehlen elementaren Verständnisses von Ethik und Achtung und sind einmal mehr bezeichnend für den Wahrheitsgehalt dessen, was wir aus Ankara hören“, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa.

Auch der überlebende Pilot widersprach der türkischen Darstellung des Zwischenfalls, wonach der türkische Luftraum durch russische Militärs wiederholt verletzt worden sei und die nun abgeschossene SU-24 alle Warnungen ignoriert habe. Er sei nie in türkischen Luftraum eingedrungen, und die türkischen Kampfflugzeuge hätten auch keine Warnungen abgegeben, bevor sie die Maschine abgeschossen hätten, sagte Konstantin Murachtin am Mittwoch dem russischen Fernsehen.

Die Türkei behauptet, den russischen Jet mehrfach vergeblich zum Verlassen des türkischen Luftraums aufgefordert zu haben, bevor der Abschussbefehl erteilt wurde. Nach russischer Darstellung flog der Jet den gesamten Einsatz lang nur über syrischem Territorium.

Die beiden Piloten betätigten den Schleudersitz. Einer soll aber an seinem Fallschirm durch Beschuss vom Boden getötet worden sein. Murachtin wurde hingegen gerettet und auf den russischen Luftwaffenstützpunkt Hemeimim in Syrien gebracht, wo er auch das Interview gab.

 

Kommentare (61)

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Herr Peter Delli

25.11.2015, 17:24 Uhr

Die Türkei hat sich endgültig um den Weltfrieden verdient gemacht und kann nun der Wertegemeinschaft EU beitreten. Die restlichen Gemeinheiten werden die Türken schnell lernen.

Frau Annette Bollmohr

25.11.2015, 17:26 Uhr

Putin und Erdogan:

Da werfen sich gerade die "Richtigen" gegenseitig dasselbe vor (dem IS in die Hände zu spielen). Das tun sie alle beide.

Typischer Fall von "den Splitter im fremden Auge, aber nicht den Balken im eigenen sehen".

Herr Paul Oberste

25.11.2015, 17:29 Uhr

Putin wird den IS unterstützenden (...) auf die Knie zwingen. Der (...) bekommt von der EU 3 Mrd. ... was er wohl damit macht? Die EU ist tot ... toter geht nicht.

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