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02.08.2014

14:11 Uhr

Russland

EU hob „klammheimlich“ Ukraine-Waffenembargo

Russland wirft der EU vor, das gegen die Ukraine verhängte Rüstungsexportembargo aufgehoben zu haben. Die EU hatte ein Ausfuhrverbot für Waffen verhängt, die zur zivilen und zur militärischen Verwendung geeignet sind.

Ein ukrainischer Soldat in der Ostukraine. AFP

Ein ukrainischer Soldat in der Ostukraine.

MoskauRussland wirft der Europäischen Union (EU) vor, ein im Februar gegen die Ukraine verhängtes Rüstungsexportembargo wieder aufgehoben zu haben. Beim jüngsten EU-Gipfel hätten die Staats- und Regierungschefs der 28 EU-Staaten „klammheimlich“ das Ausfuhrverbot für Güter kassiert, die die ukrainische Führung auch gegen die Bevölkerung einsetzen könnten, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums vom Samstag. Auch sei der Export von Militärtechnologie und Ausrüstung wieder erlaubt worden. Das zeige die Doppelbödigkeit der EU, heißt es in der im Internet verbreiteten Erklärung.

Die EU hatte am Freitag ihre jüngsten Strafmaßnahmen gegen Russland im Ukraine-Konflikt in Kraft gesetzt, die unter anderem ein Waffenembargo und ein Ausfuhrverbot für sogenannte Dual-Use-Produkte zur zivilen und militärischen Verwendung umfassen. Bei der EU in Brüssel war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das Raketensystem „Buk“

Was bedeutet der Name „Buk“?

„Todesfinger“ nennen Militärexperten die Raketen des russischen Flugabwehrsystems „Buk“ (deutsch: „Buche“), die von der Abschussrampe steil in die Luft abstehen. Das Kriegsgerät mit der Nato-Bezeichnung „Gadfly“ (Stechfliege) gilt als moderne Waffe mit hoher Reichweite und leistungsfähiger Elektronik.

Wer hat das System?

Neben Russland verfügen die Armeen vieler Ex-Sowjetrepubliken wie etwa die Ukraine über „Buk“-Batterien. Aber auch Waffenkunden und Verbündete Moskaus wie Syrien und Venezuela besitzen das System.

Wie weit kommen die Raketen?

Eine „Buk-M1“-Batterie besteht aus je einem Radar- und Kommandofahrzeug sowie vier Startfahrzeugen mit je vier Raketen. Binnen fünf Minuten kann das System in Kampfbereitschaft versetzt werden. Nach der Zielerfassung per Radar dauert es keine halbe Minute, bis die Rakete die Rampe verlässt. Der Gefechtskopf besitzt einen Zerstörungsradius von rund 20 Metern.

Wie lange braucht das System?

Eine „Buk-M1“-Batterie besteht aus je einem Radar- und Kommandofahrzeug sowie vier Startfahrzeugen mit je vier Raketen. Binnen fünf Minuten kann das System in Kampfbereitschaft versetzt werden. Nach der Zielerfassung per Radar dauert es keine halbe Minute, bis die Rakete die Rampe verlässt. Der Gefechtskopf besitzt einen Zerstörungsradius von rund 20 Metern.

Wie schwierig ist die Bedienung?

Im Kampf wird „Buk“ vor allem zur Abwehr von Jagdflugzeugen, Hubschraubern und Marschflugkörpern eingesetzt. Die Bedienung des Systems gilt als schwierig. Eine sechsmonatige intensive Ausbildung gilt als Minimum, um das Kriegsgerät zu beherrschen. Hersteller ist der Moskauer Rüstungskonzern Almas-Antej.

Von

rtr

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