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21.08.2012

16:10 Uhr

Russland

Fahndung nach weiteren Pussy-Riot-Mitgliedern

Die Polizei fahndet nach den bisher noch anonymen Pussy-Riot-Mitgliedern. Aus wie vielen Frauen die Gruppe besteht, ist aber unklar. Indes legte die Hackergruppe Anonymous die Internetseite des Moskauer Gerichts lahm.

Die von Hackern manipulierte Internetseite des Moskauer Gerichts mit einem provokativen Videoclip des bulgarischen Sängers Azis. AFP

Die von Hackern manipulierte Internetseite des Moskauer Gerichts mit einem provokativen Videoclip des bulgarischen Sängers Azis.

MoskauDie russische Justiz geht weiter gegen Mitglieder der Punkband Pussy Riot vor. Die Polizei habe die bislang noch anonymen Mitglieder der Gruppe zur Fahndung ausgeschrieben, berichtete die russische Zeitung "RBK Daily" am Dienstag. Am vergangenen Freitag waren drei Mitglieder der Band zu zwei Jahren Lagerhaft wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" verurteilt worden. Derweil legten Hacker die Internetseite des Moskauer Gerichts lahm, das die Aktivistinnen verurteilt hatte. Die Gruppe Anonymous bekannte sich zu dem Angriff.

Gegen wie viele Mitglieder von Pussy Riot ermittelt werde und wie sie heißen, war dem Bericht zufolge derzeit unklar. An der provokativen Protestaktion gegen den damaligen Ministerpräsidenten Wladimir Putin in der wichtigsten Kathedrale Moskaus im Februar hatten fünf Frauen in bunten Häkelmasken teilgenommen. Anschließend wurden indes nur drei Frauen festgenommen und verurteilt. Medienberichten zufolge besteht die Gruppe aber aus mehr als fünf Mitgliedern. Die Polizei hatte am Montag mitgeteilt, sie versuche, die Identität und den Aufenthaltsort mehrerer Frauen zu ermitteln.

Die Verteidiger der Bandmitglieder kritisierten, dass während der Ermittlungen gegen die verurteilten Frauen nicht nach weiteren Mitgliedern der Band gefahndet wurde. Die Entscheidung der Moskauer Polizei sei "vollkommen fieberhaft", sagte Anwalt Mark Fejgin. Aus Sicht von Jurij Kostanow von der Moskauer Anwaltskammer gibt es keine Grundlage für ein weiteres Verfahren. "Aus Sicht eines verständigen Juristen gibt es Null Perspektiven, aber aus Sicht eines von rechtlichem Zynismus befallenen Staats können sie für alles auf der Welt verurteilt werden", sagte er laut "RBK Daily". Auch im Prozess der vergangenen Woche ist nach seiner Auffassung ein "ungerechtes Urteil" gefällt worden.

Die Ankündigung der Polizei kann als Warnung an die Gruppe verstanden werden, die ihren Protest gegen die Staatsmacht weiter fortsetzt. Zuletzt hatte Pussy Riot am Freitag ein neues Putin-kritisches Lied veröffentlicht.

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Im Ausland stieß das Urteil auf Kritik. In Russland sind die Meinungen gespalten.

Derweil legten Hacker laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax kurzzeitig die Internetseite des Chamowniki-Gerichts in Moskau lahm, in dem den Pussy-Riot-Frauen der Prozess gemacht worden war. "Freiheit für Pussy Riot" war am Dienstagmorgen auf der Startseite des Gerichts zu lesen. Dazu luden sie das neue Lied der Punkband hoch. Zu der Aktion bekannte sich die internationale Hackergruppe Anonymous über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Das harte Urteil gegen die Mitglieder von Pussy Riot war von Politikern in Europa und den USA scharf kritisiert und als "unverhältnismäßig" bezeichnet worden.

Von

dapd

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