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24.12.2011

20:55 Uhr

Russland

Gorbatschow fordert Putins Rücktritt

Die Stimmen gegen Putin mehren sich: 20 Jahre nach seinem Rücktritt empfiehlt Gorbatschow Putin denselben Schritt. Ex-Finanzminister Kudrin bietet sich bereits als Vermittler zwischen Demonstranten und Kreml an.

Michail Gorbatschow sieht in den jüngsten Massenprotesten die Chance für einen neuen Aufbruch in Russland. dpa

Michail Gorbatschow sieht in den jüngsten Massenprotesten die Chance für einen neuen Aufbruch in Russland.

MoskauDer am Sonntag vor 20 Jahren zurückgetretene frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow hat den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin aufgefordert, seinem Beispiel zu folgen und ebenfalls zurückzutreten.

Gäbe Putin das Amt jetzt ab, würde er für das Positive in seiner zwölfjährigen Zeit an der Macht in Erinnerung bleiben, erklärte Gorbatschow am Samstag im Rundfunksender Echo Moskau. Der 80-Jährige hat heute in Russland nur noch wenig Einfluss.

Überraschend hat sich auch Ex-Finanzminister Alexej Kudrin zu Wort gemeldet. Er galt bis dato als einflussreiches Mitglied im Machtlager um Putin. Kudrin hatte seinen Job verloren, nachdem er die Ausgabenpolitik Medwedews offen kritisiert hatte. Bei einem unerwarteten Auftritt vor den demonstrierenden Massen in Moskau bot er sich am Samstag als Vermittler zwischen Demonstranten und dem Kreml an. Dem englischsprachigen Fernsehsender RT zufolge forderte er zudem den Rücktritt des Vorsitzenden der Wahlkommission sowie vorgezogene Parlamentswahlen in einem Jahr.

Am Samstag hatten abermals zehntausende Menschen gegen Putin demonstriert. Bei Minusgraden und viel Schnee gingen landesweit Menschen bei friedlichen Kundgebungen auf die Straße. Bei einzelnen nicht genehmigten Protesten kam es zu Festnahmen, wie die Agentur Interfax meldete. Insgesamt waren nach Angaben der Behörden und unabhängigen Beobachter deutlich mehr Menschen auf der Straße als bei der Großkundgebung am 10. Dezember.

Der Kreml kündigte an, die von Präsident Dmitri Medwedew angekündigten politischen Reformen rasch umzusetzen. Die Duma solle die von Medwedew angekündigten Gesetze zur Belebung des politischen Wettbewerbs möglichst bald zustimmen, sagte Kremlsprecherin Natalia Timakowa angesichts der Proteste.

Die Opposition nannte die Vorschläge unzureichend. Auch bei der Demonstration im Moskauer Stadtzentrum gab es erstmals laute Rufe nach einem Führungswechsel.

Kommentare (3)

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KFR

25.12.2011, 09:55 Uhr

Ein völliger Versager in Politik, Wirtschaft, Sozial-system.. sollte lieber die Schxxxx halten, statt sich dafür noch bejubeln und bezahlen zu lassen.

Macht

26.12.2011, 18:49 Uhr

Gut das der 80-jährige wenig Einfluß in Russland hat, daher muss sich der Westen umsomehr bemühen eine Revolution in Gang zu bringen.
Schließlich muß einer der wenigen Politiker von der Bildfläche verschwinden, der den Krieg gegen Syrien und Iran verhindern will: nämlich Putin.
Auch das Putin den Raketenschild als Waffe gegen Russland bezeichnet, nachdem sich die Nato weigerte - vertraglich niederzulegen, das der Raketenschild nicht gegen Russland gerichtet ist, ist natürlich ein Unding.
Putin muss weg, wenn es nicht mit Revolutionen klappt, muss man ihn wohl erschießen.
Nicht wahr her Gorbatschow!
Deshalb soll er lieber freiwillig gehen, der pöse Herr Putin!

Erich-Schlapphut

27.12.2011, 17:54 Uhr

Gorbatschow, war er ein heimlicher Dissident eine Einmann Aktion?
Das einzig Positive was dabei herausgekommen ist, ist die deutsche Einheit. Wenn nach dem Zerfall der UdSSR auf deren ehemaligen Gebiet nun überall Bürgerkriege herrschen werden, wie zur Zeit der Oktoberrevolution und die Hälfte der Bevölkerung nun in Freiheit und bettelarm ist, ausgebeutet von den ehemaligen Parteifunktionären, ist das ein Erfolg und für wen?

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