Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.12.2016

11:41 Uhr

Russland, Iran und Türkei

Neue Syrien-Allianz berät ohne den Westen

Mehrmals sind die Friedensbemühungen in Syrien gescheitert. Jetzt starten Russland, der Iran und die Türkei eigene Vermittlungen – ohne die Vereinten Nationen. Zugleich erhebt Moskau schwere Vorwürfe gegen die USA.

Ungewöhnlicher Syrien-Protest

3000 Kilometer – Rund 1000 Berliner marschieren nach Aleppo

Ungewöhnlicher Syrien-Protest: 3000 Kilometer – Rund 1000 Berliner marschieren nach Aleppo

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

MoskauIm syrischen Bürgerkrieg starten Russland, die Türkei und der Iran ohne Beteiligung der Vereinten Nationen einen neuen Vorstoß für eine Feuerpause. „Wir werden unsere Kooperation mit Ankara, Teheran und anderen Ländern der Region ausbauen“, kündigte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax vom Dienstag an. Vertreter aller drei Länder wollen mit Abgesandten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in der kasachischen Hauptstadt Astana Gespräche über eine Feuerpause führen. Russland warf den USA einen „feindlichen Akt“ vor, weil es die Rebellen aufrüste.

Im syrischen Bürgerkrieg sind Friedensbemühungen unter Leitung der Vereinten Nationen, an denen neben Russland, der Türkei, und dem Iran auch die USA, regionale Mächte sowie europäische Staaten beteiligt waren, mehrfach gescheitert. Nach dem Sieg der Assad-Truppen über die Rebellen in der Großstadt Aleppo starten nun Russland, Iran und die Türkei eigene Friedensvermittlung.

Lawrows Worten zufolge sondieren Rebellen und Vertreter Assads eine Teilnahme an der Konferenz in Astana. Die russische Nachrichtenagentur RIA meldete unter Berufung auf Diplomatenkreise, Vertreter des russischen und türkischen Militärs würden mit Vertretern der Rebellen in Ankara über eine landesweite Feuerpause sprechen. Das Hohe Verhandlungskomitee der Aufständischen sagte der Nachrichtenagentur Reuters jedoch, es gebe keine Kontakte mit Assad. Offen blieb nach den Äußerungen aus Russland, welche Fraktion der in unterschiedliche Gruppen aufgespaltenen Aufständischen mit den Vertretern Assads verhandelt.

Den USA warf Russland wegen der angekündigten Lockerung der Auflagen für Rüstungslieferungen an Rebellen einen "feindlichen Akt" vor. Dadurch würden russische Flugzeuge und russische Soldaten gefährdet. Das Außenministerium in Moskau erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA, die Regierung des scheidenden Präsidenten Barack Obama versuche die Situation in der Welt zu verkomplizieren, bevor sein Nachfolger Donald Trump im kommenden Monat das Amt übernehme.

Die russische Luftwaffe unterstützt Assad im Kampf gegen die Aufständischen, der Iran hilft ihm mit schiitischen Milizen. Die Türkei zählt zwar zu den Gegnern Assads. Der Regierung in Ankara geht es jedoch vor allem darum, kurdische Rebellengruppen klein zu halten, damit die Kurden in der Türkei nicht einen starken Partner bekommen. Die USA und eine mit ihre verbündete Koalition hilft als moderat geltenden Rebellen mit Luftangriffen und Logistik. Die Gegner von Assad sind in mehrere Gruppen gespalten, die sich teilweise gegenseitig bekämpfen.

In Deutschland stellte das Entwicklungsministerium 15 Millionen Euro für medizinische Hilfen für Syrien bereit. Damit könnten rund tausend Ärzte, Krankenschwestern und Psychologen ihre Arbeit in den nächsten 30 Monaten fortsetzen, sagte ein Ministeriumssprecher. Geplant seien Kooperationen mit Krankenhäusern, Gesundheitsstationen und Beratungseinrichtungen in den Regionen Aleppo, Idlib und Hama. Am Montag war ein Friedensmarsch in Berlin nach Aleppo aufgebrochen. Man wolle vor allem erreichen, dass humanitäre Hilfe wieder Syrien erreiche, sagte Aktivistin Ewelina Wenke Reuters-TV.

Von

rtr

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Alex Lehmann

27.12.2016, 15:02 Uhr

Wenn der Westen nicht dabei ist, gibt es endlich mal Hoffnung auf Ergebnisse. Sonst sitzen wieder irgendwelche, scheinbar verwirrten Politiker dabei, die irgendwas von scheinheiligen Werten heucheln von denen keiner weiß was diese egtl bedeuten. Meine Übersetzung der westlichen Werte lautet wie folgt: ASSETS

Herr Max Marx

27.12.2016, 15:08 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Holger Narrog

27.12.2016, 15:29 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×