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19.06.2017

11:58 Uhr

Russland nach Kampfjet-Abschuss

Moskau wirft USA Unterstützung von Terroristen vor

Das US-geführte Militärbündnis hat ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Der Jet soll Truppen der Syrischen Demokratischen Kräfte angegriffen haben. Der Abschuss könnte eine neue Eskalationsstufe im Konflikt sein.

Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in der Nähe von Al-Rakka. Reuters

Syrien

Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in der Nähe von Al-Rakka.

DamaskusDas US-Militär hat bei den Kämpfen um die IS-Hochburg Rakka erstmals im syrischen Bürgerkrieg einen Kampfjet der Regierung von Machthaber Bascher al-Assad abgeschossen. Das Flugzeug habe von den USA unterstützte Rebellen bombardiert, erklärte das US-Oberkommando am Sonntag zur Begründung. Das mit Assad verbündete Russland mahnte die USA, die territoriale Integrität Syriens zu respektieren. Der Iran feuerte einem Medienbericht zufolge Raketen auf Stellungen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) ab. Diese hatte sich zu den Anschlägen in Teheran bekannt.

Das US-Oberkommando erklärte, Russlands Verbündeter Syrien sei vor dem Abschuss des Flugzeuges aufgefordert worden, einen Stopp der Angriffe auf das Rebellenbündnis SDF zu veranlassen. Die US-geführte Koalition gegen die IS wolle nicht gegen Syrien, regierungstreue Truppen oder das russische Militär kämpfen. Sie zögere aber nicht, sich und ihre Verbündeten zu verteidigen. Die syrische Armee bestritt Angriffe auf von den USA unterstützte Rebellen. Stattdessen habe der Kampfjet IS-Stellungen attackiert.

Russland hat den Abschuss eines syrischen Jets durch die USA in scharfen Worten verurteilt. Dies sei ein "Akt der Aggression und unterstützt Terroristen", zitierte die Nachrichtenagentur Tass am Montag Vize-Außenminister Sergej Rjabkow. Russlands Außenminister Sergej Lawrow forderte die USA nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen dazu auf, von einseitigen Aktionen abzusehen. Außerdem kündigte er eine neue Runde von Friedensgesprächen am 10. Juli im kasachischen Astana an.

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Das US-Militär hatte wiederholt regierungstreue Einheiten in Syrien wie vom Iran unterstützte Kämpfer angegriffen, die Streitkräfte der Anti-IS-Koalition und deren Partner bedroht hätten. Von den USA unterstützte Rebellen haben Rakka umzingelt und mehrere Gebiete von der IS-Miliz erobert. Zugleich rückt aber auch die syrische Armee immer weiter in der gleichnamigen Provinz Rakka vor. Parallel zu der Offensive des von US-geführten Luftangriffen unterstützten kurdischen Bündnisses auf Rakka läuft inzwischen auch die entscheidende Phase der Schlacht um die nordirakische IS-Hochburg Mossul.

Unter Beschuss kam die IS-Miliz auch durch den Iran, der wie Russland auf Assads Seite steht. Die Revolutionsgarden hätten militante Gruppen in der Region Deir al-Sor in Ost-Syrien angegriffen, berichtet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Sonntagabend. Dabei sei eine große Zahl Extremisten getötet und deren Waffen und Ausrüstung zerstört worden.

Bei Anschlägen auf das iranische Parlament und das Grabmal von Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini waren am 7. Juni in Teheran 18 Menschen getötet worden. Der IS hatte die Attentate für sich reklamiert. Es war der erste große Anschlag der sunnitischen Extremisten im schiitisch geprägten Iran.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Tomas Maidan

19.06.2017, 10:14 Uhr

Gottseidank stehen die Chancen nicht schlecht, dass Europa sich da so gut wie möglich raushalten wird. Macron und Merkel sind irgendwie aus anderem Fleisch als Putin und Trump geschnitzt. Die beiden werden keine chauvinistischen Kriegsexperimente starten. Sollen die Sowjets und der Donald dort unten mit den Arabern ihre Spielchen treiben. Wir machen da nicht mit. (Schont auch die öffentlichen Kassen)

Herr Old Harold

19.06.2017, 13:06 Uhr

Das ist die einzige Sprache die Putin und Assad verstehen.

Kommt leider viel zu spät.

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