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02.01.2011

18:31 Uhr

Russland

Prominenter Kremlgegner muss lange ins Gefängnis

Bei den gewaltsam aufgelösten Protesten am Silvesterabend kam es zu zahlreichen Festnahmen. Darunter auch der prominente Oppositionelle und Ex-Vize-Regierungschef Nemzow. Er wurde am Sonntag zu einer mehrtägigen Haftstrafe verurteilt. Putin-Gegner Chodorkowski hingegen hat bereits Berufung gegen seine neuerliche Verurteilung eingelegt.

Oppositionspolitiker Boris Nemzow wurde am Sonntag zu einer mehrtägigen Haftstrafe verurteilt. dpa

Oppositionspolitiker Boris Nemzow wurde am Sonntag zu einer mehrtägigen Haftstrafe verurteilt.

HB MOSKAU. Nach der umstrittenen Verurteilung des russischen Kremlkritikers Michail Chodorkowski (47) zu 14 Jahren Haft hat die Verteidigung Berufung eingelegt. "Die Urteilsbegründung liegt uns zwar noch nicht vollständig vor, aber wir wollten wegen der anstehenden Feiertage die Frist nicht versäumen", sagte Anwältin Karina Moskalenko.

Das Strafmaß für den Erzfeind des Regierungschefs Wladimir Putin stößt international auf Kritik. Das Urteil "lasse ernste Fragen über die selektive Anwendung des Gesetzes aufkommen", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Moskau wies dies zurück. Die Gerichte seien unabhängig, betonte Außenminister Sergej Lawrow.

Bei gewaltsam aufgelösten und nicht genehmigten Protesten von Regierungsgegnern in Moskau und St. Petersburg kam es am Silvesterabend zu etwa 120 Festnahmen. Im Eilverfahren wurde Ex-Vize-Regierungschef Boris Nemzow am Sonntag zu 15 Tagen Haft verurteilt. Die Gruppe um Nemzov hatte sich dabei jenseits einer genehmigten Demonstration zusammengefunden. Der 51-Jährige gilt als einer der einflussreichsten Führer der außerparlamentarischen Opposition.

Nemzow sei nach vierstündiger Verhandlung schuldig gesprochen, Widerstand gegen die Polizei geleistet zu haben. Das meldete die Agentur Interfax. Nemzow bezeichnete seine Festnahme als Beispiel für Polizeiwillkür. "Ich saß zwei Tage lang in einer fensterlosen, rund 1,5 mal 2 Meter kleinen Beton-Zelle ohne Matratze."

Kommentare (1)

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Peter Scholz

03.01.2011, 03:32 Uhr

Recht so! Den Raubtierkapitalisten muß der Kampf angesagt werden.

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