Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.10.2013

14:42 Uhr

Russland

Pussy-Riot-Mitglied kommt in neues Straflager

Angehörige von Nadeschda Tolokonnikowa sprechen von einem kleinen Erfolg: Nach mehr als einem Jahr in einem berüchtigten Straflager wird das eingesperrte Pussy-Riot-Mitglied verlegt. Sonst ändert sich aber nichts.

Pussy-Riot-Mitglied  Nadeschda Tolokonnikowa war erneut in Hungerstreik getreten. dpa

Pussy-Riot-Mitglied Nadeschda Tolokonnikowa war erneut in Hungerstreik getreten.

MoskauNadeschda Tolokonnikowa (23) von der kremlkritischen Punkband Pussy Riot hat mit einem neuen Hungerstreik ihre Verlegung in ein anderes Straflager erstritten. Grund seien die Beschwerden der jungen Mutter über Drohungen von Mitgefangenen und Wärtern, teilte die Strafvollzugsbehörde am Freitag in Moskau mit. Wo die scharfe Kritikerin von Kremlchef Wladimir Putin künftig untergebracht ist, wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Ihr Ehemann Pjotr Wersilow nannte die Entscheidung bei Twitter einen „Mini-Sieg“.

Tolokonnikowa war zuvor erneut in Hungerstreik getreten, nachdem sie aus einer Klinik zurück in ihr bisheriges Straflager gebracht worden war. Der Menschenrechtsbeauftragte Wladimir Lukin warf den Behörden daraufhin vor, sie hätten ihr Versprechen gebrochen. Die Politkünstlerin hatte Anfang Oktober einen einwöchigen Hungerstreik aus gesundheitlichen Gründen beendet. Die örtliche Strafvollzugsbehörde bestätigte den erneuten Protest.

Telefonat mit Putin: Merkel setzt sich für Greenpeace-Mitglieder ein

Telefonat mit Putin

Merkel setzt sich für Greenpeace-Mitglieder ein

Mehr als zwei Dutzend Greenpeace-Anhänger sitzen in Russland im Gefängnis. Jetzt hat Bundeskanzlerin Merkel Präsident Wladimir Putin angerufen: Sie ist besorgt über die Inhaftierung und fordert eine baldige Lösung.

Tolokonnikowas ebenfalls inhaftierte Bandgenossin Maria Aljochina (25) zog indes einen Antrag auf Strafmilderung zurück. Sie habe kein „ethisches Recht“ auf vorzeitige Entlassung, wenn ihre Freundin Tolokonnikowa leide, sagte Aljochina.

Die Frauen sitzen noch bis Anfang März 2014 eine zweijährige Haftstrafe wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ ab, nachdem sie in der wichtigsten Moskauer Kathedrale gegen Putin protestiert hatten. Ihre gleichfalls verurteilte Kollegin Jekaterina Samuzewitsch (31) war im Berufungsprozess überraschend auf Bewährung freigekommen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×