Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.12.2014

20:02 Uhr

Russland

Putin flirtet mit den Rechten

VonMaike Freund

Was haben „Goldene Morgenröte“, „FPÖ“ und „Front National“ gemein? Dass der Kremlchef ein Auge auf die rechten Parteien in Europa geworfen hat. Er muss, denn Waldimir Putin sucht Verbündete. Mit einem bestimmten Ziel.

Zum Knuddeln: Mit dem Koala wirkt Wladimir Putin ganz verspielt. Doch das gilt nicht für seine Außenpolitik. Da ist er alles andere als auf Kuschelkurs. dpa

Zum Knuddeln: Mit dem Koala wirkt Wladimir Putin ganz verspielt. Doch das gilt nicht für seine Außenpolitik. Da ist er alles andere als auf Kuschelkurs.

Düsseldorf„Ich bin fest überzeugt, dass Russland gegen das Völkerrecht in keiner Weise verstoßen hat.“ Wladimir Putin kann überzeugend sein, wenn er von der Krim spricht. Er beteuert es immer wieder, in jeder seiner Ansprachen, unnachgiebig, angriffslustig: „Natürlich wird es niemand schaffen, uns einzuschüchtern, uns Einhalt zu gebieten oder Russland zu isolieren“, sagt er. Doch weil er sich als Hardliner gibt, sorgt genau das dafür, dass Putin sich nun neue Freunde suchen muss.

Gerade erst hat Russland der rechtsradikalen französischen Partei Front National und ihrer Chefin Marine Le Pen einen Kredit zur Parteifinanzierung in Millionenhöhe gewährt. Angeblich handelt es sich um neun Millionen, diese Summe hat Le Pen bestätigt. Doch Gerüchte gingen um, nach denen es sich um weit mehr Geld handeln soll. Bis zu 40 Millionen.

Russlands Wirtschaft

Einwohner

143,3 Millionen (Stand: 2013).

Gasproduktion

2012: 654,5 Milliarden Kubikmeter.

Erdölproduktion

2012: 517,9 Millionen Tonnen.

Bruttoinlandsprodukt

2014: ~ 2215,4 Milliarden US-Dollar

Inflationsrate

2012: 5,1 Prozent

2013: 6,7 Prozent*

2014: 5,7 Prozent*

*) Schätzung bzw. Prognose

Arbeitslosenquote

2010: 7,5 Prozent.

2011: 6,6 Prozent.

2012: 5,6 Prozent.

Haushaltssaldo

2010: -4,0 Prozent des BIP

2011: 0,8 Prozent des BIP

2012: -0,1 Prozent des BIP

Leistungsbilanzsaldo

2010: 4,4 Prozent des BIP, brutto.

2011: 5,1 Prozent des BIP, brutto.

2012: 3,7 Prozent des BIP, brutto.

2013: 2,9 Prozent des BIP, brutto.*

2014: 2,3 Prozent des BIP, brutto.*

*) Schätzung bzw. Prognose

Währungsreserven

2010: 432,95 Milliarden US-Dollar.

2011: 441,16 Milliarden US-Dollar.

2012: 473,11 Milliarden US-Dollar.

Während Frankreich den Kredit verweigert, ist Russland da nicht zimperlich. Kremlchef Putin flirtet mit den rechten Parteien in Europa. Aus verschiedenen Gründen: „Die Vergabe des Kredits an Front National ist der Versuch Putins, eine ausländische Partei zu kaufen“, sagt Historiker Heinrich August Winkler. Er instrumentalisiere die radikale französische Rechte. Winkler glaubt, dass das Werben um die Rechten in Europa für Putin nur Mittel zum Zweck sei. Dass er politisch ihre Meinung vertritt, sei eher unwahrscheinlich. „Er denkt in traditionellen Großmachtkategorien. Es ist eine Machtfrage für Putin, die Anti-EU-Parteien zu fördern.“

Denn das ist es, was er verfolgt: die Spaltung Europas. Weil die Strategie bisher nicht funktionierte, ist das nun der neue Weg, den der Kremlchef einschlägt. Das glaubt auch Magarete Klein von der Stiftung Wissenschaft und Politik: „Er will sich mit seiner konservativen Ideologie vom liberalen Westen abgrenzen und hofft, Europa innerlich zu spalten“, sagt die Russlandexpertin. „Putin hatte gehofft, dass Deutschland in der Krise deutlich stärker auf bilaterale Lösungsversuche setzen würde.“

Kommentare (26)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Edmund Stoiber

29.12.2014, 20:08 Uhr

Die Lügenpresse mal wieder!

Putin das Schmuddelkind..., klar doch, mit Le Pen, Haider und den Griechen in den Topf. Das versteht jeder Gutmensch! Ja was denn sonst?

Herr Walter Schimpf

29.12.2014, 20:17 Uhr

Gefährlich, gefährlich, der gute, alte Wladimir.

Ich vermisse hier die Empörung über die diversen CIA-nahen und von dort gesteuerten NGO's wie etwa die "Atlantik-Brücke".
Die Jungs dort haben immerhin neben namhaften Vertretern der deutschen "Qualitäts-Presse", u.a. den obersten BILD-Zeitungs-Schreiber Hr. Dieckmann, unsere nägelkauende Mutti sowie als Sahne-Häubchen oben drauf den Bundespräsi Gauck eingesackt.
Das muss man erst mal nachmachen. Da ist Putin mit seiner FPÖ usw. ein echter Waisenknabe dagegeben.

Zur Erinnerung: die "Atlantik-Brücke" vergibt jährlich den "Vernon A. Walters Preis".
Dieser Hr. Vernon war ein Scharfmacher während des Kalten Krieges sowie CIA-Direktor von 1972 - 1976...

Herr Bernhard Ramseyer

29.12.2014, 20:31 Uhr

Keine Panik, die Rechten machen wahrscheinlich keine Werbung für Schwule und Lesben.

Achtung, es geht um Werbung, die hat Putin in Rußland verboten.

Auch in Deutschland gibt es viele Verbote.

Was die einzelnen Gruppierungen so unter sich machen,
interessiert normalerweise niemanden.

Nur das Wichtigmachen geht den meisten Leuten auf die Nerven.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×