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12.11.2015

15:26 Uhr

Russland

Putins größtes Geheimnis

VonAndré Ballin

Der russische Präsident Wladimir Putin ist im Staatsfernsehen und in den Medien omnipräsent. Doch seine Familie bleibt der Öffentlichkeit verborgen. Nun gibt es Spekulationen um seine Töchter.

Russlands Präsident Putin steht gerne in der Öffentlichkeit. Doch seine Familie schützt er vor den Medien. AFP

Wladimir Putin

Russlands Präsident Putin steht gerne in der Öffentlichkeit. Doch seine Familie schützt er vor den Medien.

Zur Scheidung vor zwei Jahren wurde Ehefrau Ludmila noch einmal vor die Kameras geschleppt. Im Kremlpalast durfte sie sich in Begleitung ihres Gatten das Ballet „Esmeralda“ ansehen, nachdem sie zuvor jahrelang an seiner Seite gefehlt hatte. In der Pause gaben die Putins dann vor dem Staatsfernsehen ihre eigene Tragikomödie. Putin erklärte freudestrahlend das gemeinsam beschlossene Ende der Ehe nach fast 30 Jahren und Frau Ludmila echote pflichtbewusst, die Ehe sei „abgeschlossen“ nachdem die Kinder aus dem Haus seien.

Doch wohin sind diese Kinder, die inzwischen 30, beziehungsweise 29 Jahre alt sind? Seit Jahren gibt es hartnäckig Spekulationen um angebliche Hochzeiten und Karrieren der beiden Putin-Töchter Maria und Jekaterina, die ebenso hartnäckig vom Kreml-Pressedienst dementiert werden. Die letzten offiziellen Fotos stammen aus dem Vorschulalter, als sie noch Mascha und Katja gerufen wurden.

Nach Putins Einzug in den Kreml wurde die Familie hermetisch abgeschirmt. Aus der Moskauer Deutschen Schule, wo die Töchter bis dahin lernten, wurden sie herausgenommen. Später hieß es auf Nachfrage lediglich, sie seien in Russland.

Doch Anfang des Jahres berichtete der Kommersant-Journalist Oleg Kaschin über die jüngere der beiden Putin-Töchter, die inzwischen als Jekaterina Wladimirowna Tichonowa sowohl die russische Sportbranche, als auch die Wissenschaftswelt aufmischte. Tichonowa soll jahrelang halbprofessionell Turniertänze im Rock’n’Roll betrieben haben und später auch als Funktionärin aufgetreten sein.

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Kann man das System Putin verstehen und beschreiben – ohne Scheuklappen, Pauschalurteile und platten antirussischen Affekt? Man kann. Katja Gloger ist es in ihrem Buch brillant gelungen.

Dann habe sie als Generaldirektorin des bis dato völlig unbekannten Wissenschaftsfonds „Innopraktika“ einen Developmentauftrag für die bekannte Moskauer Lomonossow-Universität an Land gezogen, schrieb Kaschin. Der Auftrag für den Bau neuer Laboratorien, aber auch elitären Wohnraums hat Expertenschätzungen nach einen Wert von 1,7 Milliarden Dollar. Die Vergabe eines solchen Großauftrags an eine junge Frau ohne jede jegliche Präferenzen ist für die an jahrzehntelanges Karrierebuckeln gewöhnte russische akademische Welt ein unerhörter Vorgang.

Trotz der Indizien versickerte die Geschichte damals im Sand. Nun hat die Nachrichtenagentur Reuters ihn wieder aufgewirbelt. Unter Berufung auf den Vorstandschef der Gazprombank Andrej Akimow bestätigte sie die Identität Tichonowas als Putins Tochter. Ihr Ehemann soll demnach Milliardär Kirill Schamalow sein, dessen Vater Nikolai Schamalow als alter Putin-Vertrauter gilt und Anteile der Großbank „Rossija“ hält.

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