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28.06.2017

16:18 Uhr

Russland-Sanktionen

Schaden in Milliardenhöhe

VonMathias Brüggmann

Seit Russland mit Sanktionen belegt wird, sind die deutschen Exporte in das Land um 42 Prozent eingebrochen. 60.000 Arbeitsplätze gingen verloren, schätzen deutsche Unternehmen. Insolvenzen gab es nur vereinzelt.

Die Sanktionen von und gegen Russland haben Schäden verursacht. dpa

JadeWeserPort

Die Sanktionen von und gegen Russland haben Schäden verursacht.

BerlinWährend die Staats- und Regierungschefs der EU die Russland-Sanktionen gerade um ein weiteres halbes Jahr verlängert haben, zieht der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft (OA) eine verheerende Bilanz: „Die Gesamtlasten der Wirtschaftssanktionen für die EU, Russland und die benachbarten Länder haben nach drei Jahren mindestens einen hohen zweistelligen, wenn nicht bereits einen dreistelligen Milliarden-Euro-Betrag erreicht“, heißt es in einer dem Handelsblatt exklusiv vorliegenden Studie des OA.

Es geht um die Folgen der im Sommer 2014 nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim verhängten Sanktionen sowie der russischen Gegenmaßnahmen – wie dem Importverbot für europäische und amerikanische Lebensmittel. Die exakte Summe wäre schwer zu berechnen: Der parallel stark abgesackte Ölpreis schwächte die seit Anfang 2014 in Rezession befindliche russische Wirtschaft zusätzlich. Die Effekte lassen sich kaum auseinanderhalten.

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Russlands Präsident Wladimir Putin räumt ein: „Die Sanktionen haben sich natürlich auf die russische Wirtschaft ausgewirkt, aber am meisten haben sie die außenwirtschaftliche Konjunktur, darunter auch den Preisverfall für Energieträger, beeinflusst.“ Bei seiner stundenlang im Fernsehen live übertragenen Bürgersprechstunde vor zwei Wochen sagte er weiter: „Die Uno glaubt, dass wir wegen der Sanktionen zwischen 50 und 52 Milliarden US-Dollar verloren haben. Diejenigen, die die Sanktionen verhängt haben, haben 100 Milliarden verloren“, so der Staatschef weiter. „Das ist ein zweischneidiges Schwert und schadet allen.“

Bei der Berechnung der Sanktionsschäden gehen Experten aus den USA, Russland und Deutschland davon aus, dass etwa 20 bis 43 Prozent der Verluste im Export nach Russland direkt auf die Sanktionen zurückgeführt werden können und etwa 20 Prozent des wirtschaftlichen Einbruchs in Russland in den Jahren nach 2013.

Kommentare (5)

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Herr Peter Spiegel

28.06.2017, 16:36 Uhr

Es ist ja nicht nur diese lästige Ukraine Geschichte, die das Verhältnis zu Russland beschädigt. Auch die fortgesetzten Hacker-Angriffe und Fake-News-Geschichten, mit denen rechtsextreme Parteien a la Donald Trump an die Macht gebracht werden sollen, sollten zu einer weiteren Isolierung Russlands führen. Man kann sich doch nicht alles gefallen lassen.

Unbekannt

28.06.2017, 17:09 Uhr

HB : " Laut OA „wird weniger nach Russland exportiert, dafür mehr im Land produziert“.
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Die Sanktionen stärken den Reformwillen in Russland und zwingen westliche Geschäftspartner, verstärkt in Russland zu produzieren, um den Behinderungen durch Sanktionen auszuweichen.
Fazit : Das ressourcenreiche Russland sollte an der Aufrechterhaltung der westlichen Sanktionen ein großes Interesse haben.

Herr Peter Spiegel

28.06.2017, 17:42 Uhr

Wenn es nach mir geht, könnte Putin auch den Mercedes rausrücken, den er fährt. Ist für seine russischen Besuffskis sowieso besser, wenn die selber anfangen zu lernen, wie man ein Auto baut. Freue mich schon auf die Staatskarossen Marke russischer Eigenbau. Sind wahrscheinlich ähnlich schrottreife Dreckschleudern wie dieser russische Flugzeugträger.

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