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07.05.2013

00:49 Uhr

Russland

Tausende gehen gegen Putin auf die Straße

Seit einem Jahr ist der russische Präsident Putin erneut im Amt. Damals hatte es bei Protesten Ausschreitungen gegeben, Hunderte wurden verhaftet. Am Montag demonstrierten erneut Tausende Russen.

Abermals gingen in Russland die Menschen im Protest gegen Putin auf die Straße. AFP

Abermals gingen in Russland die Menschen im Protest gegen Putin auf die Straße.

MoskauEin Jahr nach dem Amtsantritt des russischen Präsidenten Wladimir Putin sind am Montag in Moskau tausende Menschen auf die Straße gegangen. "Putin ist ein Dieb. Wir werden ihn aus dem Kreml werfen", rief der Oppositionsführer Alexej Nawalny zum Applaus der Menge, die nach Angaben der Organisatoren mehrere zehntausend Menschen zählte. Die Kundgebung gegenüber vom Kreml wurde überschattet vom Tod eines Arbeiters beim Aufbau der Bühne.

"Mit euch zusammen fürchte ich mich vor gar nichts", sagte Nawalny. "Ich werde niemals aufgeben und ich werde niemals fortgehen. Ich kämpfe für eine neue Zukunft für meine Familie, für meine Kinder und Ihr tut das auch." Der charismatische 36-jährige Oppositionsführer, der sich derzeit in Kirow wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel vor Gericht verantworten muss, trat gemeinsam mit seiner Frau Julia auf dem Bolotnaja-Platz am Flussufer gegenüber vom Kreml auf.

"Der ganze Platz ist voll. Zehntausende von uns sind da", sagte der bekannte Oppositionelle Boris Nemzow, der ebenso wie mehrere bekannte Journalisten und Schauspieler an der Kundgebung teilnahm. Die Polizei sprach dagegen von rund 8000 Demonstranten. Die Kundgebung erinnerte an Ausschreitungen bei Protesten gegen Putins neuerlichen Amtsantritt vor einem Jahr, bei denen hunderte Teilnehmer festgenommen worden waren. Einige von ihnen sitzen noch immer in Haft.

Bereits am Sonntag hatten in Moskau etwa tausend Putin-Gegner in Erinnerung an die Ereignisse demonstriert. Die Organisatoren der Kundgebung hatten zwischenzeitlich erwogen, die für Montag angesetzten Proteste abzusagen, nachdem am Morgen beim Aufbau der Bühne ein Arbeiter von einem Lautsprecher erschlagen worden war. Nemzow sagte jedoch vor Journalisten, dass die Demonstration trotzdem stattfinden solle. Die Organisatoren hätten "nicht das Recht", diese abzusagen.

"Die wahren Kriminellen" steht auf diesem Transparent bei Protesten in St. Petersburg am Montag. dpa

"Die wahren Kriminellen" steht auf diesem Transparent bei Protesten in St. Petersburg am Montag.

Zum Gedenken an den getöteten Arbeiter legten zahlreiche Menschen Blumen nieder. Außerdem wurde eine Schweigeminute eingelegt. Da die Bühne für Ermittlungen gesperrt war, wurde ein Lastwagen für die Ansprachen genutzt.

Zwischenfälle gab es bei der Kundgebung nicht. Auch in Russlands zweitgrößter Stadt St. Petersburg, wo sich nach Angaben der Organisatoren 1500 Menschen versammelten, blieb die Lage ruhig.

Von

afp

Kommentare (1)

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Hagbard_Celine

07.05.2013, 10:51 Uhr

Es gibt in Russland über 650 politische Organisationen die mit über 1 Milliarde $ im Jahr aus dem Ausland finanziert werden.

Von Zeit zu Zeit lassen die eben ihre Angestellten "protestieren"...

Ist so etwas mit dem Selbstbestimmungsrecht des russischen Volkes vereinbar ?

Ich denke nicht.

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