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17.12.2015

12:40 Uhr

Russland, Türkei, Syrien

Der Rundumschlag des Wladimir Putin

VonMaike Freund, Karen Wientgen

Russland geht es gut – findet Wladimir Putin. Und das trotz des niedrigen Ölpreises. Auf der jährlichen Pressekonferenz stellt sich der Kremlchef den Journalisten. Und spricht auch über die Türkei – allerdings nicht gut.

Putins Behauptung

Agieren die Türken nach US-Vorgaben?

Putins Behauptung: Agieren die Türken nach US-Vorgaben?

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DüsseldorfDie Lage in Russland ist ernst. Das Land spürt die Sanktionen des Westens. Vor allem aber spürt Moskau den krassen Verfall des Ölpreises. Doch Präsident Wladimir Putin gibt sich optimistisch: „Der Höhepunkt der Wirtschaftskrise ist überschritten.“

Einmal im Jahr tritt Kremlchef Putin in Moskau vor die geladene Presse – und stellt sich den Fragen der Journalisten. In diesem Jahr sind es 1.400 Pressevertreter. In der Regel beantwortet Putin nur die Fragen, die er auch beantworten will. Und immer haftet dem Termin auch ein wenig Inszenierung an – und Propaganda. Dieses Jahr sind für die Fragestunde vier Stunden angesetzt. Vor allem geht es dabei um die Beziehungen zur Türkei, den Kampf gegen die Terrormiliz IS, Syrien – und eben um die russische Wirtschaft.

Und die ist unter Druck. Denn Anfang des Jahres hatte Russland noch mit 100 Dollar pro Barrel Öl geplant. Dann wurde der Preis um die Hälfte nach unten korrigiert. Doch die Realität sieht noch dramatischer aus. Denn zurzeit kostet ein Barrel Öl nur 38 Dollar. Der Kampf um Marktanteile drückt den Preis von einem Tief zum nächsten. Die Opec-Staaten fluten den Weltmarkt regelrecht mit Öl, um Konkurrenten mit höheren Förderkosten aus dem Markt zu drängen. Auch Russland geht diesen Weg.

Doch trotz des schlechten Ölpreises erwartet Putin für 2016 ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent und für 2017 ein Plus von 1,9 Prozent. Die Prognosen basierten auf einem Ölpreis von 50 Dollar pro Barrel, schränkt er ein. Und schiebt hinterher: Mittelfristig sei dieser Ölpreis von 50 Dollar „sehr optimistisch“.

Fakten zu Russland

Gründung

862 n. Chr.

Fläche

17,1 Millionen Quadratkilometer

davon 3,9 Millionen Quadratkilometer in Europa

und 13,1 Quadratkilometer in Asien

Hauptstadt

Moskau

Regierungschef

Dimitri Medwedew

Staatsoberhaupt

Wladimir Putin

Einwohnerzahl

143,6 Millionen

Bevölkerungsdichte

8 Einwohner pro Quadratkilometer

Bruttoinlandsprodukt

2118 Milliarden US-Dollar (nominal)

14.819 US-Dollar pro Kopf

Währung

Rubel

Lebenserwartung

71,7 Jahre

„Und die Türkei?“, will eine Journalistin wissen. „Was ist mit der Türkei und dem Kampf gegen Syrien?“ Da zeigt sich, dass Putin schwer getroffen ist. Den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei nennt er erneut einen „feindlichen Akt“. Die Entsendung russischer Luftabwehrraketen nach Syrien hat seinen Worten zufolge dafür gesorgt, dass die türkische Luftwaffe den syrischen Luftraum nicht mehr verletzt.

Die Sanktionen gegen die Türkei rechtfertig er: „Wir waren gezwungen, einige wirtschaftliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, sagte er. Dann bezeichnet er die türkische Regierung als „nicht verhandlungsfähig“. Ihm werde „in den Rücken gefallen“, sagt er.

Kommentare (51)

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Herr Marc Otto

17.12.2015, 11:42 Uhr

Ja, so lange es noch solche Männer gibt, die sich DIREKT wählen lassen und die so mutig gegen die Regierung der ISIS (Türkei) vorgehen, besteht Hoffnung für Eurasien.

Herr Hans Mayer

17.12.2015, 11:47 Uhr

Wo bleibt ein solcher Mann für unser Land, nie hätten wir so jemanden dringender gebraucht.
So lange es noch solche Männer gibt, werde ich die Hoffnung nicht aufgeben, allerdings, sie sind sehr selten geworden.

Peter Kraus

17.12.2015, 11:57 Uhr

sich 4 Stunden vor die Presse zu stellen, Respekt!
Wenn ich bedenke wie intensiv jedes Wort seitens Putin unter weltweiter Beobachtung und (leider) Kritik steht, nochmals Respekt!

Würde mich sehr freuen, wenn auch in unserem so "demokratischen" Deutschland die gewählte (von wem?) Regierung mal trauen würde.....

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