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12.11.2015

09:05 Uhr

Russland

TV zeigt Putins geheime Torpedo-Pläne

Zwei russische Fernsehsender haben versehentlich Dokumente über ein neues System atomar bestückter Torpedos veröffentlicht. Der Kreml empört sich. Aber handelte es sich tatsächlich um ein Versehen?

Nur ein Missgeschick? Kameraschwenk auf die geheimen Waffenpläne.

Screenshot

Nur ein Missgeschick? Kameraschwenk auf die geheimen Waffenpläne.

Geheime Pläne eines atomar bestückbaren Torpedos sind vom russischen Staatsfernsehen gezeigt worden – „versehentlich“, wie die Führung in Moskau mitteilte. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte und sagte, ein derartiges Versehen dürfe sich nicht wiederholen. Militärexperten der Atommacht zweifeln jedoch, ob die vom Kreml gesteuerten TV-Kanäle die Dokumente aus einer Beratung mit Präsident Wladimir Putin tatsächlich unabsichtlich ausgestrahlt haben.

Bei dem Projekt „Status-6“ handelt es sich demnach um Torpedos, die Gebiete des Gegners radioaktiv verseuchen und „unbrauchbar machen“. Putin hatte vor kurzem seine Kritik am geplanten US-Raketenschild in Osteuropa bekräftigt und mit dem Ausbau der Atomstreitkräfte gedroht.

Fakten zu Russland

Gründung

862 n. Chr.

Fläche

17,1 Millionen Quadratkilometer

davon 3,9 Millionen Quadratkilometer in Europa

und 13,1 Quadratkilometer in Asien

Hauptstadt

Moskau

Regierungschef

Dimitri Medwedew

Staatsoberhaupt

Wladimir Putin

Einwohnerzahl

143,6 Millionen

Bevölkerungsdichte

8 Einwohner pro Quadratkilometer

Bruttoinlandsprodukt

2118 Milliarden US-Dollar (nominal)

14.819 US-Dollar pro Kopf

Währung

Rubel

Lebenserwartung

71,7 Jahre

Der russischen Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“ (Donnerstag) zufolge verbot der Kreml nun, Teilnehmer und Dokumente solcher Beratungen zu filmen. Die Pläne waren von den führenden Sendern NTW und Erster Kanal gezeigt worden. Solche landesweite Medien unterliegen in Russland allgemein besonderer staatlicher Kontrolle. Zwar wurden die Aufnahmen von den beiden Sendern später wieder gelöscht, doch auf mehreren Internetseiten wurden Screenshots veröffentlicht.

In Fachforen im Internet wurden Zweifel an der Kremlversion der Geschichte laut. Dort ist für viele schwer vorstellbar, dass Kameras angeblich vertrauliche Zeichnungen einfach so abfilmen dürfen. „Eine kostengünstige Form der Abschreckung: Pläne schrecklicher Waffen zeigen, ohne sie zu bauen“, schrieb ein Teilnehmer einer Diskussion.

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