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12.08.2015

12:40 Uhr

Russland und die Nato

Sicherheitsexperten besorgt über jüngste Manöver

Spannungen zwischen Russland und der Nato durch den Ukraine-Konflikt bereiten Sicherheitsexperten Sorgen. Jüngste Übungsaktivitäten ließen darauf schließen, dass beide Seiten Kriegsszenarien nicht ausschließen würden.

„Wir behaupten nicht, dass die Führung einer Seite entschieden hätte, in den Krieg zu ziehen“, schreiben Experten des European Leadership Network. dpa

Wladimir Putin in Sankt Petersburg

„Wir behaupten nicht, dass die Führung einer Seite entschieden hätte, in den Krieg zu ziehen“, schreiben Experten des European Leadership Network.

London/BrüsselRussland und die Nato bereiten sich nach Einschätzung von Sicherheitsexperten aktiv auf eine mögliche militärische Konfrontation vor. Die jüngsten Manöver zeigten, dass beide Seiten mit Blick auf die Fähigkeiten der jeweils anderen Seite und vermutlich sogar mit Kriegsszenarien im Hinterkopf trainierten, schreibt ein Autorenteam des European Leadership Network in London in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse.

Die Übungsaktivitäten gäben Anlass zur Sorge und trügen mit dazu bei, die durch den Ukraine-Konflikt entstandenen Spannungen in Europa aufrechtzuerhalten. „Wir behaupten nicht, dass die Führung einer Seite entschieden hätte, in den Krieg zu ziehen oder dass es ein militärischer Konflikt unausweichlich wäre – aber dass es Tatsache ist, dass sich das Profil der Übungen verändert hat“, schreiben die Sicherheitsexperten.

Auch wenn es von Beteiligten anders dargestellt werde, deuteten Art und Ausmaß von Manövern klar darauf hin, dass Russland sich „auf einen Konflikt mit der Nato“ und die Nato sich „auf eine mögliche Auseinandersetzung mit Russland“ vorbereite.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Wolfgang Wüst

12.08.2015, 13:52 Uhr

Das ist doch schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, den die Nato da gerade geht. Putin ist klar der Aggressor und führt nach dem Motto: Der Stärkere nimmt sich, was im gefällt. Es ist auch ziemlich klar, dass Rußland durch Wirtschaftssanktionen und die allgemeine wirtschaftliche Schwäche massiv unter Druck geraten wird, bzw. geraten ist. Allein das könnte Kriegsgedanken dort schüren.
Die Nato sollte sich wirklich ernsthaft an eine dauerhafte Bedrohung aus dem Osten gewöhnen, ist schließlich nichts wirklich Neues. Dazu gehört auch eine Verteidigungsbereitschaft in Deutschland, die ich nicht einmal im Ansatz sehe. Weder materiell, noch ideell, noch organisatorisch. Und da gibt es ganz ganz viele Einzel-Gründe, die man hier gar nicht alle aufzählen kann. Eine Gesellschaft, der es gut geht, sollte in jedem Falle abwehrbereit sein und damit rechnen, dass ein Dritter an die Freßnäpfe will und die militärische Stärke dazu hat. Schon in unserem Grundgesetz steht, daß Eigentum verpflichtet. - Das gilt auch zur Sicherung desselben.

Herr Walter Gerhartz

13.08.2015, 11:01 Uhr

US-Historiker: Die USA zerstören Europa
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Der US-Historiker Eric Zuesse sieht den Hauptgrund für die derzeitige
Flüchtingswelle in Europa in der US-Außenpolitik der letzten Jahre. Die
USA hätten Libyen, Syrien und schließlich die Ukraine gezielt
destabilisiert, um Russland zu schwächen. Dass Europa ebenfalls enormen
Schaden nimmt, würde die US-Regierung dabei billigend in Kauf nehmen.
-
Obamas Hauptziel in den internationalen Beziehungen und der Militärpolitik war es, Russland zu besiegen, um dort einen „Regime-Change“ zu erzwingen, der Russland zu einem Teil des amerikanischen Imperiums macht, so dass es nicht länger die größte Nation ist, die sich der Kontrolle durch Washington widersetzt.

Herr Walter Gerhartz

13.08.2015, 11:50 Uhr

Putin fordert nicht ohne Grund, das sich die Europäer unabhängiger von
den USA aufstellen sollten.
-
Ohnehin habe ich in den letzten 40 Jahren
noch nie eine solche Unterwürfigkeit Europas gegenüber den USA erlebt
wie heute. Selbst das bisher so nationalstolze Frankreich ist jämmerlich
eingeknickt.
-
Aber gerade das früher einmal so gelobte Ziel der „Dritten
Macht“ sollten die Europäer wieder für sich entdecken, denn überläßt
man den USA mit ihren Neocons an der Spitze wehrlos das Zepter, droht
uns ein neues finsteres Zeitalter, welches in wenigen Jahren mehr als
einer Milliarde Menschen das Leben kosten wird.

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