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26.07.2016

16:13 Uhr

Russland und die US-Wahl

Putin, der Trump-Versteher

VonAndré Ballin

Hillary Clinton wirft Russland vor, hinter dem Hackerangriff auf US-Demokraten zu stecken. Der Kreml weist dies zurück. Doch klar ist, wen Moskau gern als nächsten US-Präsidenten sähe. Was Putin und Trump verbindet.

Der russische Präsident Putin und der US-Präsidentschaftskandidat Trump haben vieles gemeinsam: Beide sind unverhohlene Machos, lieben die Selbstinszenierung und sind hemdsärmelig. AP

Graffiti von Putin und Trump

Der russische Präsident Putin und der US-Präsidentschaftskandidat Trump haben vieles gemeinsam: Beide sind unverhohlene Machos, lieben die Selbstinszenierung und sind hemdsärmelig.

Moskau„Ich will keine Schimpfwörter gebrauchen“ – das sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow zu den Anschuldigungen, Russland stehe hinter einem Hackerangriff auf die US-Demokraten. Als absurd bezeichnete ein Kremlsprecher die Verwicklung Moskaus. „Das ist ein weiterer Versuch, Russland in den US-Wahlkampf zu ziehen“, sagte Dmitri Peskow am Dienstag der Agentur Interfax zufolge. Auch Außenminister Sergej Lawrow sprach von „unseriösen“ Verdächtigungen.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am Wochenende 19.000 gehackte E-Mails der Demokraten veröffentlicht. Die Mails zeigen, dass sich die angeblich neutrale Parteiführung der Demokraten offenbar schon früh auf Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin festgelegt und hinter den Kulissen darauf hingearbeitet hat.

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Vieles deutet darauf hin, dass russische Geheimdienste die Computer der US-Demokraten um Hillary Clinton gehackt haben. Ist der Kreml-Chef Wladimir Putin ein Wahlkampfhelfer für den Republikaner Donald Trump?

Clintons Wahlkampfteam schaltete eine Cybersicherheitsfirma ein und war sich schnell sicher, dass russische Hacker hinter dem Leak stecken. Das Ziel sei gewesen, dem republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump in die Hände zu spielen, heißt es aus dem Clinton-Lager. Trump sei eine Marionette Moskaus. Auch IT-Experten und die US-Bundespolizei FBI machen Russland für die Veröffentlichung mitverantwortlich.

US-Medien stellten bereits Verbindungen zwischen Trump und Kremlchef Wladimir Putin her. Doch diese sind zweifelhaft. Ein Name, der im Zusammenhang mit der Trump-Putin-Connection fällt, ist der Oligarch Alexander Maschkewitsch. Dieser soll eine größere Summe in Trumps Immobilienprojekt „Trump Soho“ in New York gesteckt haben. Maschkewitschs usbekischer Geschäftspartner Patoch Schodijew hatte vor 40 Jahren die Moskauer Diplomatenuni MGIMO zusammen mit dem Oligarchen Alischer Usmanow und Ex-Kremlberater Sergej Jastrschembski besucht. Aber ist der Milliardär Maschkewitsch schon deshalb ein Putin-Intimus?

Ein weiterer Geschäftspartner Trumps ist Aras Alagarow. Ihm gehört die Moskauer Crocus Group, ein führender Immobilienentwickler Russlands. 2013 holte Alagarow Trump und den Schönheitswettbewerb „Miss Universe“ nach Moskau. Trump drehte mit Alagarows Sohn Emin, einem russischen Schlagersänger, einen Clip und Alagarow rühmt sich bis heute seiner „guten Beziehungen“ zum US-Milliardär. Doch Alagarow ist kein Putin-Vertrauter, auch wenn er sich einst in einer Fernsehshow für dessen lebenslange Präsidentschaft ausgesprochen hat. Putin bekam übrigens Trump bei dessen Russland-Besuch im Jahr 2013 nicht zu Gesicht.

Ein weiterer Name, der die Trump-Putin-Connection belegen soll: Trumps Wahlkampfmanager Paul Manafort, der einst den gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch beriet. Aber das bedeutet nicht, dass Manafort auf der Gehaltsliste des Kremls steht. Janukowitsch war – entgegen weit verbreiteten Vorurteilen – kein Vasall Putins. Die Beziehungen zwischen den beiden waren schon vor Janukowitschs unrühmlichem Abgang wegen dessen Ost-West-Schaukelpolitik gespannt – und sind es nach der Flucht Janukowitschs, die Putin als Feigheit betrachtet, geblieben.

Trotzdem ist ein Versuch der Einflussnahme Moskaus auf den US-Wahlkampf keineswegs auszuschließen.

Kommentare (21)

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Herr Tom Schmidt

26.07.2016, 16:23 Uhr

Ich kann mir Trump immer noch nicht als US Präsident vorstellen, aber Clinton ist jetzt auch nicht toll. Wenn es schon so kommt, dann wäre mal zur Abwechslung etwas Verständigung mit Russland vielleicht nicht so schlecht! Und das Eindampfen der Wall-Street...

franz meersdonk

26.07.2016, 16:26 Uhr

los gehts, merkel kommt überraschend aus dem urlaub... das ist leistung, hier wird einsatz für deutschland gebracht, jetzt wird alles gut bei uns, oder?
ach vergessen, wir müssen uns ja mit den anderen ihrer angeblichen probleme befassen, erdogan, putin, trump...
leute welch ein gesülze, wir haben und kriegen unser eigenes land nicht in den griff

franz meersdonk

26.07.2016, 16:27 Uhr

usa und russland, die dampfen uns ein und wir helfen dabei!

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