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09.08.2013

23:40 Uhr

Russland und die USA

Widerwillige Freundschaft

US-Präsident Obama ist weiterhin nicht gut auf Kremlchef Putin zu sprechen. Unbelehrbar rückwärtsgewandt sei der Russe, kritisiert er. Währenddessen versuchten die Minister beider Länder zu retten, was noch zu retten ist.

US-Außenminister John Kerry (rechts) und sein russische Kollege Sergej Lawrow in Washington. Reuters

US-Außenminister John Kerry (rechts) und sein russische Kollege Sergej Lawrow in Washington.

Washington Nach dem russischen Asyl für den amerikanischen Spionage-Enthüller Edward Snowden will US-Präsident Barack Obama die Beziehung zu Moskau neu einschätzen. Dieser jüngste Streit sei ein weiterer in einer Reihe von Meinungsverschiedenheiten der vergangenen Monate, sagte Obama am Freitag auf einer Pressekonferenz in Washington.

„Es ist wahrscheinlich angebracht für uns, dass wir innehalten und neu einschätzen, wohin Russland geht, was unsere Kerninteressen sind, und dass wir unsere Beziehung darauf abstimmen“, sagte Obama. Zugleich versuchten die Verteidigungs- und Außenminister beider Länder, die Basis für gemeinsame Lösungen internationaler Krisen zu finden.

Das amerikanisch-russische Verhältnis ist auf einem Tiefpunkt, seitdem Obama vor einigen Tagen wegen der Snowden-Affäre ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau absagte. Seit dessen Rückkehr ins Präsidentenamt habe sich die amerikafeindliche Rhetorik in Moskau verstärkt, sagte Obama. Er habe Putin ermutigt, vorwärts zu denken, aber „mit gemischtem Erfolg“.

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„Wir werden prüfen, wo unsere Beziehungen US-Interessen dienen und Frieden, Stabilität und Wohlstand rund um die Welt fördern“, ergänzte Obama. „Wo wir können, werden wir weiter mit ihnen zusammenarbeiten, wo wir Differenzen haben, werden wir das klar sagen.“

Zuvor hatten sich US-Außenminister John Kerry, sein russischer Kollege Sergej Lawrow sowie die Verteidigungsminister Chuck Hagel (USA) und Sergej Schoigu (Russland) zu stundenlangen Gesprächsrunden in Washington getroffen. Kerry hatte davor angekündigt, alle Streitpunkte auf den Tisch zu bringen. „Es ist kein Geheimnis, dass wir einige herausfordernde Momente erlebt haben.“ Das dürfe aber nicht die Zusammenarbeit in wichtigen außenpolitischen Fragen verhindern. Außenamtssprecherin Jennifer Psaki bezeichnete den Ton während des Treffens danach als durchgehend „positiv und konstruktiv“.

Unabhängig davon sei die Liste der Differenzen bei den „Zwei-plus-zwei“-Gesprächen lang, betonte Kerry beim Auftakt des Treffens. „Es ist wichtig für uns, Wege zu finden, um Fortschritte bei der Raketenabwehr und anderen strategischen Themen zu machen.“ Dazu gehörten der Krieg in Afghanistan, die Reaktionen auf das iranische und das nordkoreanische Atomprogramm sowie der die Nahost-Region destabilisierende Bürgerkrieg in Syrien. Erst wenn in einer Reihe von Themen Fortschritte gemacht worden seien, könne es zu einem Gipfeltreffen kommen, hieß es aus dem State Department.

Kommentare (6)

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K.West

09.08.2013, 18:38 Uhr

Was fällt mir nur bzgl. "Zusammenarbeit"
und "Datenaustausch" so Alles ein?

Auch Amerikanische und Deusche Politiker gelob(t)en bei Aufklärung und Co. mehr Zusammenarbeit?

Ein Schelm, der dabei böses denkt.
Gut, dass Amis gutgläubig sind, oder nicht?

Account gelöscht!

09.08.2013, 18:42 Uhr

Die USA agieren mittlerweile wie ein trotziges Kind.
Man will Russland die einzige Verteidigungsmöglichkeit nehmen, indem die USA Raketenabwehrsysteme direkt an Russland Grenzen aufstellen.
Dann das scheinheilige Atomabrüstungsprogramm. Mit den US-Drohnen und Kampfrobotern kann Russland nicht mithalten. Einzig die atomare Abschreckung hat Russland zur Verfügung. Der medienwirksame Vorschlag der US-Amerikaner hat einzig die Schwächung Russlands zum Ziel.
Syrien ist seit 50 Jahren verbündeter Russlands. Wieso sollte Russland das Land fallen lassen? Hat die USA denn ihre Diktatoren-Freunde fallen lassen? Nein, nur wenn sie unbequem wurden.

Zu guter Letzt Snowdon. Die USA brechen Verfassungsrechte und wollen denjenigen, der diese Straftat benannt hat, hinter Gittern bringen. Ganz human für 99 Jahre. Hier garantiert Russland wirklich einmal Menschenrechte.
Warum setzt die EU der USA nicht endlich einmal Grenzen. Immerhin agiert die USA recht unverschämt auf dem --ganzen--europäischen Kontinent.

Account gelöscht!

10.08.2013, 00:41 Uhr

Die beiden werden sich spätestens dann wieder blendend verstehen, wenn Deutschland vermittelt und zusagt, daß es zahlt, wofür auch immer! Wetten daß?

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