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19.03.2014

12:36 Uhr

Russland und Ukraine

Timoschenko kritisiert Putins „Faschisten-System“

In einem Interview vergleicht die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Timoschenko den russischen Präsidenten Putin mit Hitler. Und sagt: „Wir müssen unser Land verteidigen – koste es, was es wolle.“

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BerlinDie frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko hat die gestrige Rede von Russlands Präsident Putin als „faschistische Propaganda“ kritisiert. „Ich glaube, dass Europa und die ganze Welt seit 1938 keine Rede mehr gehört haben wie die, die Putin gestern hielt,“ sagte sie der „Bild“-Zeitung. „Seine Botschaft an den Westen und an Kiew war klar: Ich schere mich einen Dreck um euch.“

Timoschenko kritisierte den Umgang des Westens mit Putin. Der größte Fehler sei, dass Putins „Aggression gegen die Ukraine“ als lokaler Konflikt gesehen werde. Putin aber lege es darauf an, „die Welt zu zerstören.“

Der Westen habe den Fehler gemacht zu übersehen, dass ein „neues Faschisten-System geboren wird.“ Wenn die Welt weiter verzeihe und mit Blick auf die Ukraine weiterhin nicht zur Tat schreite, werde das Regime zu einer beherrschenden Vormacht in Europa werden. Die Folgen wären aus Sicht von Timoschenko fatal. Der Konflikt habe eine globale Dimension. „Wenn die Welt weiter schweigt, wird sie nach Putins Pfeife tanzen müssen.“

Wladimir Putin über...

... mögliche Militäraktionen in der Ukraine:

„Russland erwägt keinen Anschluss der Krim.“

„Was den Einsatz von Streitkräften angeht: Bisher gibt es eine solche Notwendigkeit nicht.“

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“

„Meine Entscheidung über einen Militäreinsatz in der Ukraine wird völkerrechtlich legitim sein.“

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“

... Sanktionsforderungen

„Drohungen an die Adresse Russlands sind kontraproduktiv und schädlich.“

... den G8-Gipfel in Sotschi:

„Wenn die anderen nicht anreisen wollen, müssen sie das nicht tun.“

... über den Sturz Janukowitschs:

„Janukowitsch bleibt gesetzmäßiger Präsident der Ukraine. Er wurde in einem ungesetzlichen Verfahren seines Amtes enthoben.“

„In der Ukraine hat es einen verfassungswidrigen Umsturz und eine bewaffnete Machtergreifung gegeben.“

„Ich denke, er hat keine politische Zukunft mehr.“

„Janukowitsch ist wohlauf und wird sich noch bei der Beerdigung derjenigen erkälten, die ihm jetzt Böses wünschen.“

(Putin über Medienberichte, der entmachtete ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch sei tot)

... die US-amerikanische Ukraine-Politik:

„Ich habe manchmal den Eindruck, dass hinter dem großen Teich eine Art Laborant in Amerika sitzt und Experimente macht, wie mit Ratten, ohne die Folgen seines Handelns zu begreifen.“

Putin versuche die herrschende Weltordnung in Chaos zu verwandeln. Die „Neuzeichnung von Weltkarten durch Kriege, Massenmord und Blut“ werde zu Putins „Mein Kampf.“ Auf die Frage, wie Putin gestoppt werden könne, antwortet Timoschenko: „Fragen Sie irgendeinen deutschen Polizisten, was er machen würde, wenn er einen betrunkenen und außer Kontrolle geratenen Autofahrer sieht, der mit Vollgas auf einen vollbesetzten Bus zufährt.“ Und weiter: „Ich denke, dass es vielleicht nicht ausreichen würde, die Pfeife zu benutzen. Wir müssen unser Land verteidigen – koste es, was es wolle.“

Kommentare (50)

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19.03.2014, 10:42 Uhr

Genau, Frau Timoschenko. Krieg ist die Lösung. Wir sollen also unsere Kinder in einen Krieg gegen Russland opfern? Dann gehen Sie, unsere Kanzlerin und der Verteidigungsminister bitte ganz vorne an der Front voran...

Immer wenn ein Politiker den Vergleich mit dem dunkelsten Kapitel der dt. Geschichte zieht, weiß man, dass gleich ganz viele weitere hohle Phrasen fallen werden. Auch hier ist diese Beobachtung bestätigt worden.

Die Ukraine hat undemokratisch entgegen stehenden Wahlen einen Umsturz hinter sich. Jahrzehnte lang hat die Ukraine verbilligte Gaslieferungen von Russland erhalten. Die Russen haben viel investiert. Europa noch gar nichts. Die Krim ist ein wichtiger Stützpunkt der Russen. Ebenso ist die Bevölkerung pro-russisch. Den Umsturz den die damaligen gewählten Politiker der Ukraine verhindern wollten nennen Sie Gerechtigkeit. Wenn aber die Bewohner der Krim den selben Umsturz begehen ist das dann faschistisch?

Diese Verdrehung von Tatsachen ist das einzige faschistische Gedankengut, das ich sehen kann.

Account gelöscht!

19.03.2014, 10:45 Uhr

Diese Julia Timoschenko sollte mal leisere Töne anschlagen. Dieses Kriegstreibergeschrei geht einen mittlerweile auf den Sa..!
Die ukrainsche Politik ist ja nicht mal in der Lage eine stabile Regierung zu stellen.
Egal welcher ukrainische Politiker...alle hängen sie sich an die EU ran. Von selbstbestimmter und eigenverantwortlicher Politik haben diese ukrainschen Oppositionsparteien keine Ahnung auch auch wirklich kein Interesse. Jeder verfolgt seine eigenen "korrupten" politischen Ziele in diesen Zusammengewürfelten Oppositionshaufen.

Account gelöscht!

19.03.2014, 10:45 Uhr

"Timoschenko kritisiert Putins „Faschisten-System“

Was soll diese medialen Hetzkampagne gegen Russland?

Es ist unerträglich wie einseitig in den gleichgeschalteten Propagandamedien Politik gegen Putin und Russland gemacht wird!

Vom Westen gesteuerte NATO-Agenten zetteln in der Ukraine einen Aufstand an und haben sogar Menschenleben auf dem Gewissen – und die Medien geben Feuerschutz.

Von Objektivität und Neutralität kann keine Rede sein. Jeder dieser Berichte ist wie scharfe Munition. Im Kopf der Leser und Zuschauer geht er wie eine Hass-Granate hoch. Unverdrossen stellen diese Journalisten die Wirklichkeit auf den Kopf und sorgen so dafür, dass scharf geschossen wird – irgendwann auch hier.

Das schwerste Vergehen der gleichgeschalteten West Medien gegen ihr Publikum ist denn auch der dauernde und fortgesetzte Friedensverrat, mit dem die Bevölkerung gegen Russland aufgehetzt und in den Krieg geführt wird.

Unsere etablierten Journalisten stehen nicht in Studios, sondern hocken in geistigen Schützengräben und versprühen ihr Gift über das informationelle Schlachtfeld. Gegenüber ihren Lesern und Zuschauern (also ihren Kunden) empfinden sie nicht die geringste Verantwortung und haben keinerlei Skrupel, sie in einen tödlichen Krieg zu treiben. Menschenleben sind ihnen – anders als sie permanent glauben machen wollen – keinen Pfifferling wert.

Menschenrechte sind ebenfalls keine Werte an sich, sondern nur propagandistische Munition. Ob durch ihre Berichterstattung Hunderte, Tausende oder irgendwann Abermillionen sterben werden, interessiert sie kein bisschen. Kurz: Wer diese Medien bezahlt, finanziert sein eigenes Ableben.

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