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16.07.2014

07:05 Uhr

Russland

USA und Europa bereiten Sanktionen vor

Die anhaltende Unterstützung der Separatisten in der Ukraine zieht weitere Konsequenzen für Russland nach sich: Europa und die USA arbeiten an weitreichenden Sanktionen gegen Russland – mit einigen Ausnahmen.

Der russische Premierminister Dimitry Medwedew vor der russischen Staatsduma. Russische Politiker und Funktionsträger müssen neue Sanktionen fürchten. Reuters

Der russische Premierminister Dimitry Medwedew vor der russischen Staatsduma. Russische Politiker und Funktionsträger müssen neue Sanktionen fürchten.

WashingtonIn der Ukraine-Krise bereiten die USA in Abstimmung mit europäischen Staaten weitere Sanktionen gegen Russland vor. US-Vizepräsident Joe Biden telefonierte am Dienstag mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, wie das Präsidialamt in Washington mitteilte. Beide Politiker hätten über die anhaltende Unterstützung der Separatisten durch die russische Regierung gesprochen.

Biden habe Poroschenko darüber informiert, dass die USA mit europäischen Staats- und Regierungschefs Gespräche führten, um gegen Russland wegen der „andauernden Eskalation des Konflikts“ weitere Strafmaßnahmen zu verhängen.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union kommen am Mittwochabend in Brüssel zusammen, um unter anderem auch über weitere Sanktionen gegen Russland zu beraten. Im Gespräch sind Kontensperrungen und Einreisebeschränkungen für weitere russische Politiker und Funktionsträger. Die von den USA geforderten Wirtschaftssanktionen dürften dagegen vorerst nicht zur Debatte stehen.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Herr Joachim Scholz

16.07.2014, 10:15 Uhr

Herr Illu Minator. Bravo, Sie haben es genau auf den Punkt gebracht und sprechen das aus was viele andere auch Denken, sich aber in dem heutigen Deutschland nicht mehr trauen zu sagen. MfG.

Herr Jürgen Blim

16.07.2014, 10:41 Uhr

Mich würde interessieren, wie die EU mit der Fa. Weatherford mit Sitz in Irland (natürlich nur zu Steuerzwecken) und operativem Sitz in Houson TX umgeht. Diese hat ja gerade einen Vertrag über Land-Bohrtürme mit Russland abgeschlossen. Gerne warte ich auf eine Recherche des Handelsblatt darüber.

Herr donatus wigel

16.07.2014, 10:50 Uhr

Kriegstreiber und Marionetten,so sieht das Verhältnis zwischen dem faschistischen USA und Europa,im besonderen die Bananenrepublik Deutschland,aus!

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