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16.01.2006

09:59 Uhr

Russlandbesuch

Merkel bindet Moskau in Iran-Politik ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt auch in Moskau auf offene Worte. Bei ihrem Treffen mit Wladimir Putin will sie den russischen Präsidenten zu einem stärkerem Engagement im Iran-Konflikt auffordern. Der Iran hält derweil weiter an seinen Atomplänen fest.

bac/ink/rut WASHINGTON/BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel will Russland heute bei ihrem Treffen mit Präsident Wladimir Putin stärker in die Iran-Politik des Westens einbinden. „Es ist unser Interesse, dass wir möglichst viele andere Länder davon überzeugen, dass wir einen gemeinsamen Weg gehen müssen, um der diplomatischen Lösung eine Chance zu geben“, sagte Merkel nach ihren Gesprächen mit US-Präsident George W. Bush am Wochenende in Washington. Deutschland und die USA wollten sich sehr um Russland bemühen, hieß es am Rande des Besuchs. Moskau hat starke Wirtschaftsbeziehungen zu Iran und könnte Sanktionen durch ein Veto im Uno-Sicherheitsrat blockieren.

Heute treffen sich Vertreter Europas, Amerikas, Russlands und Chinas in London. Sie sollen die nächste Sitzung des Gouverneursrates der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vorbereiten. Der Rat soll nach dem Willen von Bush und Merkel das Iran-Thema an den Uno-Sicherheitsrat überweisen. Russland hatte in den vergangenen Tagen signalisiert, dass es einen solchen Schritt nicht blockieren wolle.

Der chinesische Uno-Botschafter Wang Guangya warnte jedoch davor, dass die Sache durch eine Einschaltung der Uno „verkompliziert werden könnte“. In der Regel vermeidet Peking jedoch, sich im Sicherheitsrat zu isolieren. Gewinnt der Westen Russland für eine harte Haltung, könnte sich China im Sicherheitsrat enthalten. In den USA hatte die Kanzlerin Rückendeckung für den Gesprächsansatz der Europäer im Konflikt um das Atomprogramm Teherans bekommen. „Wir haben den Wunsch, diese Frage diplomatisch zu lösen durch Zusammenarbeit“, sagte Präsident Bush nach dreistündigen Gesprächen mit Merkel: „Ein Iran mit der Atombombe ist eine große Bedrohung für die Sicherheit der Welt.“

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