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20.11.2011

15:59 Uhr

Saif al-Islam

Gaddafi-Sohn droht die Todesstrafe

Der Sohn des früheren Machthabers Gaddafi ist im Süden des Landes festgenommen worden. Die neue Führung will ihm den Prozess in Libyen machen. Der Westen dringt auf eine Kooperation mit dem Strafgericht in Den Haag.

Saif Al-Islam sitzt kurz nach seiner Festnahme im Flugzeug. Reuters

Saif Al-Islam sitzt kurz nach seiner Festnahme im Flugzeug.

SintanDas Schicksal des am Wochenende gefassten Gaddafi-Sohns Saif al-Islam stellt das neue Libyen auf die Probe. Einen Monat nach dem Tod Muammar Gaddafis in den Händen der ehemaligen Aufständischen sicherte die Führung in Tripolis Saif al-Islam einen fairen Prozess zu. Im Westen wurden Forderungen laut, ihn dem Internationale Strafgerichtshof (ICC) zu übergeben. Doch die libysche Führung will Saif al-Islam in seiner Heimat vor Gericht stellen. Ihm droht die Todesstrafe.

Der 39-Jährige war nach monatelanger Flucht in der libyschen Wüste von Milizen aufgegriffen worden, die ihn am Sonntag in der einstigen Rebellenbastion Sintan festhielten.

Saif al-Islam: Gaddafis prominentester Sohn gefasst

Saif al-Islam

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Saif al-Islam ist offiziellen Angaben zufolge im Süden des Landes gefasst worden.

„Wir versichern den Libyern und der Welt... einen fairen Rechtsweg, auf den unser Volk die letzten 40 Jahre verzichten musste“, sagte Libyens designierter Ministerpräsident Abdel Rahim al-Kib am Samstag auf einer Pressekonferenz in der Bergstadt Sintan. Dorthin war Saif al-Islam gebracht worden, nachdem Milizionäre aus der Stadt ihn in der Nacht zum Samstag in der Sahara aufgegriffen hatten.

Er habe um sein Leben gebangt, sagte einer der Männer, die ihn festnahmen. „Er dachte, dass wir ihn umbringen.“ So war es fast genau vor einem Monat mit Muammar Gaddafi geschehen, als die Rebellen zum Entsetzen westlicher Regierungen ihre Rache an dem verhassten Autokraten filmten. Am Wochenende wurde nun in ganz Libyen mit Hupkonzerten und Freudenschüssen die Ergreifung Saif al-Islams gefeiert.

Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Catherine Ashton, begrüßte die Festnahme und forderte die libyschen Behörden zur Zusammenarbeit mit dem ICC auf. Ähnlich äußerte sich auch der britische Premierminister David Cameron. Schwedens Außenminister Carl Bildt ging noch einen Schritt weiter und rief die libysche Regierung auf, Saif al-Islam an den ICC zu überstellen. Ähnliche Forderungen stellten auch die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch, die die Sicherheit Saif al-Islams anmahnten.

Kommentare (1)

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Heini

20.11.2011, 22:02 Uhr

Am einfachesten ist so ein Unfall wie bei seinem Vater, kommt viel billiger als ein langweiliger Prozess.
Wer klagt eigentlich die Bombenwerfer an, die die viele Tausend Zivilisten in Libyen getötet haben und deren Auftraggeber?
Oder waren das bedauerliche Kollateralschäden wie die hunderttausende von Toten im Irak und Afghanistan, die ja auch befreit wurden.

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