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27.09.2011

20:25 Uhr

Sanierungskurs

Griechenland erhebt Sondersteuer auf Immobilien

Die griechische Regierung kämpft gegen eine Staatspleite und will nun auch Immobilien stärker besteuern. Hausbesitzer sollen künftig mit einer Sondersteuer zur Kasse geben werden.

Hausbesitzer in Griechenland werden künftig stärker zur Kasse gebeten. dapd

Hausbesitzer in Griechenland werden künftig stärker zur Kasse gebeten.

AthenDie griechische Regierung hat eine Hürde im Kampf gegen eine Staatspleite genommen. Das Parlament in Athen billigte am Dienstag mit 155 Ja-Stimmen eine Sonder-Immobiliensteuer. 143 Abgeordnete stimmten dagegen. Dies gab Parlamentspräsident Filippos Petsalnikos bekannt. Alle 154 Abgeordneten der Sozialisten stimmten dem Gesetz zu. Auch ein unabhängiger Abgeordneter stimmte mit Ja. 

Die Immobiliensteuer sieht vor, dass jeder Grieche, der ein Haus oder eine Wohnung besitzt, im Durchschnitt vier Euro pro Quadratmeter jährlich an den Staat zahlen muss. Diese Sondersteuer soll solange gezahlt werden, wie das Sparprogramm andauert. Vor dem Parlament demonstrierten nach Medienschätzungen rund dreitausend Menschen gegen das Sparprogramm der Regierung. 

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou versprach bei seinem Berlin-Besuch das Einhalten aller Sparziele. „Ich kann garantieren: Griechenland wird alle Verpflichtungen erfüllen.“Er zitierte US-Präsident Barack Obama: „Yes, we can“. Ohne die nächste Hilfstranche wäre Athen in Kürze pleite. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte den Griechen erneut Hilfe zu. 

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker fordert von Griechenland aber auch weitere Pläne zur Ankurbelung der Wirtschaft. Ohne eine Wachstumsstrategie zur Schaffung von Arbeitsplätzen werde man nicht aus der Krise herauskommen, sagte Luxemburgs Premier- und Schatzminister am Dienstag in Straßburg vor dem Europaparlament. 

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„Ich bin besorgt über das Niveau der Arbeitslosigkeit in Griechenland und anderen Ländern.“ Die Liberalen im EU-Parlament haben im Kampf gegen die Krise eine wirkliche Wirtschaftsregierung, einen europäischen Finanzminister und einen eigenen europäischen Währungsfonds gefordert. 

Bei der Minister-Sitzung in Luxemburg soll zum wiederholten Mal über die Umsetzung der Euro-Gipfelbeschlüsse am 21. Juli beraten werden. „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren“, sagte Juncker. Es geht dabei um wichtige Detailfragen zur Ausweitung des Krisenfonds für wackelnde Eurostaaten (EFSF) und zum zweiten Griechenland-Hilfspaket. Umstritten ist beispielsweise immer noch die Forderung Finnlands nach Extra-Garantien für Griechenlandkredite.

Griechische Schuldenkrise: wichtige Termine bis zum Jahresende

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Mario Draghi ersetzt Jean-Claude Trichet als Präsident der EZB.

3. November 2011

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4. November 2011

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7./8. November 2011

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11. November 2011

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18. November 2011

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29./30. November 2011

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9. Dezember 2011

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19. Dezember 2011

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22. Dezember 2011

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23. Dezember 2011

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Ende Dezember 2011

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Von

dpa

Kommentare (8)

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elGreco

27.09.2011, 21:45 Uhr

In Griechenland weiß kein Mensch wie groß ein Haus oder eine Wohnung ist. Abrechnung nach Quadratmetern. ich lach mich tot.

Account gelöscht!

27.09.2011, 21:47 Uhr

Die Griechen haben bislang einfach irgendwo losgebaut.

Es gibt keine Grenzsteine, kein Katasteramt, keine Baugenehmigungen, keine Grundsteuer.

Keiner in der Behörde weiss, wem was, wo gehört.

UNGLAUBLICH.

tawat

27.09.2011, 22:11 Uhr

Haha.
Dann schau'n wir mal, ob's womöglich noch dieses Jahrhundert kommt ...

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