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30.11.2015

16:52 Uhr

Sanktionen gegen die Türkei

Russland verbietet Import von türkischem Gemüse

Russland verhängt einen teilweise Importstopp türkischer Waren. Die Sanktionen sollen zunächst nur die Einfuhr von Obst und Gemüse betreffen. Das Verbot könnte am 1. Januar in Kraft treten.

Obst und Gemüse aus der Türkei sollen nach dem Willen der Regierung in Russland bald nicht mehr zu haben sein. Die Sanktionen könnten am 1. Januar in Kraft treten. ap

Lebensmittelmarkt in Moskau

Obst und Gemüse aus der Türkei sollen nach dem Willen der Regierung in Russland bald nicht mehr zu haben sein. Die Sanktionen könnten am 1. Januar in Kraft treten.

MoskauMit seinen Sanktionen gegen die Türkei verbietet Russland vorerst nur die Einfuhr von Gemüse und Obst. Das Verbot soll erst in mehreren Wochen in Kraft treten, möglicherweise ab 1. Januar.

Industriewaren wie etwa Textilien würden zunächst nicht mit einem Importstopp belegt, sagte Vizeregierungschef Igor Schuwalow am Montag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Beobachter hatten weiterreichende Einfuhrbeschränkungen erwartet.

„Wir müssen unbedingt verhindern, dass die Preise weiter steigen“, warnte Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch. Russland verbietet bereits seit August 2014 die Einfuhr von Lebensmitteln aus der EU und den USA. Damit hatte Moskau auf Strafmaßnahmen des Westens in der Ukraine-Krise reagiert. Befeuert von einer schweren Wirtschaftskrise sind seitdem die Preise für Lebensmittel massiv gestiegen.

Sanktionen gegen die Türkei

Strafe für Abschuss

Der russische Präsident Wladimir Putin hat umfassende Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Damit bestraft er die Führung in Ankara für den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs im Syrien-Konflikt. Die Strafmaßnahmen betreffen vor allem Handel und Tourismus.

Import

Die Einfuhr bestimmter Waren aus der Türkei nach Russland wird vorübergehend verboten oder eingeschränkt. Die genaue Liste muss die Regierung noch ausarbeiten.

Unternehmen

Türkische Unternehmen müssen bestimmte Tätigkeiten in Russland einstellen oder begrenzen. Welche Tätigkeiten betroffen sind, muss die Regierung zunächst definieren.

Arbeitnehmer

Russische Unternehmen dürfen von 2016 an vorübergehend keine türkischen Arbeiter mehr einstellen. Die Regierung muss festlegen, welche russischen Arbeitgeber betroffen sind.

Reisen

Russische Reiseveranstalter müssen ihr Urlaubsangebot für die Türkei aus dem Programm nehmen. Zudem sollen sämtliche Charterflüge zwischen Russland und der Türkei eingestellt werden.

Warenverkehr

Der trotz des Importverbots weiter bestehende Warenverkehr aus der Türkei nach Russland soll stärker kontrolliert werden. Das betrifft Lastwagen an den Grenzübergängen sowie Schiffe in den Häfen des Schwarzen und des Asowschen Meeres.

Mit den jetzigen Sanktionen gegen die Türkei bestraft Russland die Führung in Ankara für den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs. Auch die Kontrollen türkischer Lastwagen und Schiffe wurden verstärkt.

Härter als beim Import dürften die Sanktionen gegen den Tourismus die Türkei treffen. Agenturen dürfen keine Reisen mehr in das Land anbieten. Schuwalow sagte, alle Charterflüge würden eingestellt.

2014 machten rund vier Millionen Russen am türkischen Mittelmeer Urlaub.

Von

dpa

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