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27.01.2015

19:06 Uhr

Sanktionen gegen Russland

Putin in der Falle?

VonHelmut Steuer

Der Rubel geht auf Tauchstation, Standard & Poor’s stuft die Kreditwürdigkeit Russlands auf Ramschniveau herab. Der Westen droht mit neuen Sanktionen. Doch Kremlchef Wladimir Putin heizt die Lage weiter an. Warum?

Der russische Präsiden Wladimir Putin und die USA und die EU drohen einander. dpa

Der russische Präsiden Wladimir Putin und die USA und die EU drohen einander.

StockholmDer Westen ist ratlos. Russland, einst Partner, jetzt Gegner. Das Riesenreich hat sich seit Beginn der Ukraine-Krise immer weiter von den einmal gemeinsamen Werten entfernt. In der Ostukraine wird geschossen und getötet wie schon lange nicht mehr. Allein am vergangenen Wochenende kamen bei Granatenattacken in Mariupol, der Hafenstadt am Asowschen Meer, mindestens 30 Menschen ums Leben. Und auch am Dienstag starben erneut mindestens neun ukrainische Soldaten bei den Kämpfen im Donbass.

Die prorussischen Separatisten in den selbsternannten Republiken im Osten des Landes haben angekündigt, ihre Offensive noch zu verstärken und weitere Regionen in der Ostukraine zu erobern. Verhandlungen mit der ukrainischen Regierung in Kiew, so erklärte der Führer der Separatisten, Alexander Sachartschenko, kämen für ihn nicht mehr in Frage.

Sowohl Nato als auch OSZE machen Russland für das Wiederaufflammen der brutalen Kämpfe verantwortlich. Moskau dementiert wie immer, dass es die prorussischen Separatisten mit Kämpfern und Waffen unterstützt – und das, obwohl es mittlerweile unzählige Belege für das Gegenteil gibt.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.


Was sind die Gründe, dass Russland trotz ständiger Beteuerungen, nichts mit dem mittlerweile zum regelrechten Krieg ausgearteten Konflikt zu tun zu haben, die Lage immer weiter anheizt? Es ist unter anderem das Gefühl, von der Nato umzingelt, vom Westen erniedrigt worden zu sein.

Für Russlands Präsident Wladimir Putin ist die Sache klar: Das ukrainische Militär sei „eine Fremdenlegion der Nato“ behauptete er Anfang der Woche in St. Petersburg. Damit zeigte er sich ein weiteres Mal uneinsichtig, macht nicht den Eindruck, als würde Russland in der Ukraine-Krise zu Zugeständnissen bereit sein. Und das, obwohl die von der EU und den USA verhängten Sanktionen sein Land und dessen Bevölkerung schwer treffen.

Der Rubel ist auf Tauchstation gegangen, Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschstatus herabgestuft. Selbst einheimische Ökonomen und Konzernchefs warnen den Kremlchef seit Wochen, dass die Wirtschaft des Landes schweren Schaden nehmen wird, sollten die Sanktionen gegen das Land weiter bestehen bleiben. Doch trotz der Warnrufe bewegt sich Moskau nicht. Selbst als Bundeskanzlerin Angela Merkel die ursprünglich von Putin lancierte Idee einer Freihandelszone mit der von Russland initiierten eurasischen Wirtschaftsunion wieder aufgriff, blieb der Kreml stumm.

Kommentare (117)

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Herr Peter Spiegel

27.01.2015, 19:23 Uhr

Standard & Poor’s diese Firma kenne ich aus der Euro-Krise.
Danke, daß Sie in ihrem Artikel darauf hinweisen,
das die russische Bevölkerung sich selbst oder auch von irgendwelche Russen beschossen wird. Offenbar handelt es sich um ein Volk von geisteskranken Selbstmördern.
Die Behandlung der Kranken übernimmt Deutschland, daß
gerade 1,8 Milliarden Euro für humanitäre Zwecke freigegeben hat.

Herr mathias müller

27.01.2015, 19:25 Uhr

Dieser Beitrag basiert auf einer "übertrieben pessimistischen
Beurteilung. Somit verliert dieser Artikel jegliche
Glaubwürdigkeit.

D/EU in der amerikanischen Falle!!!

RU stellt ab 2020 die Gaslieferung über der Ukraine ein!
Auch die Nordseeleitung???

Dann bleibt nur noch Flüssiggas aus USA mit Mitspracherecht bei Gesetzen in der EU.

WER SITZT IN DER FALLE ?????

Herr Daniel Huber

27.01.2015, 19:29 Uhr

Muahaha, die EU und der Euro ist ein Friedensprojekt!
Wenn ich mir die aktuelle Lage anschaue, sehe ich nur noch Chaos und Unfrieden. Putin und Russland wird sich sicher nicht vom Westen ruinieren lassen.
Ich befürchte, dass die Provokationen so weit gehen werden, dass es wieder krachen wird, weil die Verantwortungslosigkeit der verbrecherischen Politik unendlich ist.

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