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29.01.2015

12:25 Uhr

Sanktionen gegen Russland

Wie der Westen Putin treffen kann

VonHelmut Steuer

Die EU-Außenminister haben über neue Sanktionen gegen Russland beraten, denn bisher lässt sich Wladimir Putin von den Handelssanktionen wenig beeindrucken. Doch mit einem Mittel könnte der Westen den Kreml hart treffen.

Der Westen hat noch ein Mittel parat, mit dem er Kreml-Chef Putin unter Druck setzen könnte. ap

Russlands Kreml-Chef Wladimir Putin zeigt sich wenig beeindruckt

Der Westen hat noch ein Mittel parat, mit dem er Kreml-Chef Putin unter Druck setzen könnte.

StockholmEs ist keine angenehme Lektüre für Russlands Politiker: Der Bericht des CMASF, des russischen Think Tanks Center for Macroeconomic Analysis and Short-Term Forecasting, malt ein düsteres Bild des russischen Bankensektors. Ein Fünftel aller Banken des Landes könnte in diesem Jahr aufgrund fauler Kredite und eines rekordschwachen Rubels kollabieren. Die Auswirkungen der vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen wegen der Krim-Annexion und der weiteren Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine treffen das Land hart. Vor allem die Banken leiden unter der Rubelkrise, haben sie doch rund 134 Milliarden an Dollar-Schulden angehäuft – ein Betrag, der bei einem weiteren Rubel-Fall immer weiter steigt.

Die französische Bank BNP Paribas hat ausgerechnet, dass die russische Regierung den Banken eine Finanzspritze von mehr als 40 Milliarden Dollar verpassen muss, um einen Zusammenbruch zu vermeiden. Das ist immerhin rund ein Fünftel der geplanten Haushaltsausgaben in diesem Jahr.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Und es könnte noch deutlich schlimmer kommen: Denn seit dem erneuten Aufflammen von schweren Kämpfen zwischen den von Moskau unterstützten prorussischen Separatisten und ukrainischer Armee in der Ostukraine spricht die Europäische Union erstmals seit längerer Zeit wieder offen über eine Ausweitung der Sanktionen. Da die bisher verhängten Handelssanktionen den Kreml nicht zu einem Einlenken bewegt haben, wird möglicherweise der ursprünglich von Großbritannien aufgebrachte Vorschlag nach einem Ausschluss russischer Banken aus dem internationalen Zahlungssystem Swift aufgegriffen.

Das System der „Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication“, kurz Swift, sorgt dafür, dass Banken schnell und unkompliziert Überweisungen und andere finanzielle Transaktionen, aber auch Kontostände über Landesgrenzen hinaus elektronisch übermitteln können. Mehr als 10.000 Banken, Unternehmen und Institutionen in 210 Ländern sind in dem Kommunikationsnetz zusammengeschlossen. Wird ein Land aus dem System des in Belgien ansässigen Unternehmens ausgeschlossen, können dessen Banken finanzielle Transaktionen nicht mehr verfolgen.

„Nach meiner persönlichen Ansicht würde es Krieg bedeuten, wenn diese Art von Sanktionen eingeführt würde“, erklärte Andrej Kostin, Chef der russischen VTB-Bank, vor kurzem in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Kommentare (67)

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Herr Edmund Stoiber

29.01.2015, 12:33 Uhr

Wirtschaftskrieg des USA-Imperialisten und seiner Lakaien, gegen Russland.

Herr C. Falk

29.01.2015, 12:53 Uhr

Wenn es darum geht zu "treffen", warum macht man dann nicht gleich einen richtigen Krieg mit allem
was dazu gehört, Treffer jeglicher Art, Panzer, Flugzeuge, Kreuzer und Ähnliches.

Anschließend "trifft" man sich dann im tranzendenten Raum ("Himmel, Hölle") und macht wieder einmal
"europäische" Manöverkritik.

Herr Walter Schimpf

29.01.2015, 12:57 Uhr

Ich dachte, ich lese hier das Handelsblatt und nicht das Kampf- und Agitationsblatt eines Hr. Soros oder eines US NeoCon Think Tanks.

Also dann: wenn wir den Putin jetzt so richtig treffen wollen, dann sollten wir unsere Kriegsministerin Frau v.d.Layen anrufen und ihr auftragen, die drei noch funktionierenden Eurofighter sowie die 30 lauffähigen Leopard-Kampfpanzer gen Osten schicken und dem Putin damit so richtig eins drauf zu geben.

Dann halten wir uns doch gar nicht mehr lange mit so Pille-Palle wie SWIFT und anderem Zeugs auf.

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