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16.02.2012

04:27 Uhr

Sarkozy tritt wieder an

„Oui, je suis candidat à l'élection présidentielle“

VonThomas Hanke

In einem Fernsehinterview hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy offiziell seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit bekannt gegeben. Seine Herausforderer reagierten mit Kritik und Spott.

Sarkozy kämpft um zweite Amtszeit

Video: Sarkozy kämpft um zweite Amtszeit

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ParisBrav wie ein x-beliebiger Studiogast musste Nicole Sarkozy im Studio des Privatsenders TF 1 warten, zehn Minuten lang, bis er endlich interviewt wurde. Zehn Minuten, die ihm endlos erschienen sein müssen, zumal seine Gastgeber eine ausführliche Reportage über den Wahlkampf seines Herausforderers Francois Hollande brachten und dann auch noch eine Live-Schaltung nach Rouen aufbauten, wo Hollande vor 10 000 begeisterten Anhängern zu sehen war.

Es kochte wohl in ihm, als er endlich von der Moderatorin Laurence Ferrari gefragt wurde: „Herr Präsident, haben Sie sich entschieden?“ „Ja, ich kandidiere zur Präsidentschaftswahl.“ antwortete er sehr gesetzt und Mitarbeiter setzten die Meldung über seinen heute gestarteten Twitter-Account @NicolasSarkozy ab: „Oui, je suis candidat à l'élection présidentielle.“ Doch dann verstolperte Sarkozy die Begründung etwas, begann mit der „beispiellosen Krise“, in der sich Europa befinde. Da nicht wieder zu kandidieren, wäre ihm erschienen wie Pflichtvergessenheit, „wie ein Kapitän, der mitten im Sturm sein Schiff verlässt.“

Nicolas Sarkozy: Wahlkampf mit 140 Zeichen

Nicolas Sarkozy

Wahlkampf mit 140 Zeichen

Frankreichs Präsident Sarkozy gibt offiziell seine erneute Kandidatur bekannt.

Ein unglückliches Bild, weil Sarkozy von den Karikaturisten der oppositionellen Medien wochenlang als Kapitän des Katastrophenschiffes Costa Concordia persifliert wurde. Es wurde nicht besser, als Ferrari ihn fragte, warum er sich nicht früher entschieden habe: Zuviel zu tun als Präsident, war die erste Antwort, und dann habe er sich auch fragen müsse, ob er die Kraft und die Überzeugung habe, um noch mal zu kandidieren – eine unfreiwillige Erinnerung an die Berichte über einen amtsmüden Sarkozy, der am liebsten alles hinwerfen würde.

Der sonst präzise und treffsicher formulierende Sarkozy hatte sichtlich nicht seinen besten Tag. So kam es denn zu einem verbalen Ausrutscher, als er seinen Vorschlag für mehr Pflichten für Arbeitslose erläutern wollte: Eine Textilarbeiterin habe ihn gefragt, ob sie denn mit 57 noch einen neuen Beruf erlernen könne, worauf er gesagt habe: „Madame, mit 57 ist man noch nicht fertig, da ist man noch nicht im Arsch.“ Verdutzt über die eigene Umgangssprache sagte er schnell: „Verzeihen Sie den Ausdruck.“

Sarkozy bot ansonsten eine Vorstellung ohne Überraschungen. Er wiederholte die Vorschläge, die er bereits am Wochenende in einem Zeitungsinterview gemacht hatte und brachte seinen Kampagnenslogan „Ein starkes Frankreich“ unter – der sei viel mehr als ein Wahlkampfgag, die Franzosen müssten begreifen, dass sie nur geschützt seien, wenn Frankreich stark sei, und dafür seien grundlegende Änderungen notwendig. Die habe er in seiner ersten Amtszeit nicht alle vollbringen können, in der zweiten werde er Widerstände dadurch brechen, dass er jedesmal ein Referendum organisieren und „die Franzosen entscheiden lassen“ werde. Für Sarkozy ist das besonders erstaunlich, weil er bislang kein Freund von Volksabstimmungen war.

Kommentare (2)

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aruba

16.02.2012, 07:19 Uhr

Guten Tag,... Bavo petit con. Na;... fuer die Verpflegung ist ja gesorgt. Er schleppt ja die Teflon-Pfanne mit sich herum. Wer weiss,.... vielleicht legt er die Froschfresser ja mit der Deutschen Gulaschkanone flach,..... zum Saufen und Faulenzen braucht er die Franzosen ja nicht zu annimieren. Keine Sorge der Mutti passiert nichts,... nicht mal im Suff vergreift sich die Grande Nation an dieser unfoermigen Germanischen Feld-Haubitze. Ein tolles Gespann. Besten Dank

Account gelöscht!

16.02.2012, 08:04 Uhr

Aruba,

Sie sind nicht zufälligerweise dieser belgische Zöllner aus "Nichts zu verzollen?", oder?

Wegen der Umlaute und so ...

Kommen Sie heute doch einfach 'rüber, hier ist Weiberfasnacht, da fällt ein Betrunkener mehr oder weniger auch nicht auf ...

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