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15.01.2007

09:50 Uhr

Sarkozy wird Präsidentschaftskandidat

Liebling der Bürgerlichen mit kleinen Schwächen

VonHolger Alich

Frankreichs Konservative haben am Sonntag ihren Präsidentschaftskandidaten gewählt: Nicolas Sarkozy. Der Jubel dürfte beim amtierenden Innenminister jedoch nur kurz anhalten, denn ab sofort gilt es, die unbefriedigenden Sympathiewerte zu verbessern.

PARIS. Der Kongress, auf dem Nicolas Sarkozy feierlich zum Präsidentschaftskandidaten der konservativen Partei UMP erkoren werden sollte, war bis ins kleinste Detail vorbereitet. Doch dann unterlief den Machern gestern doch ein kleines Missgeschick: Denn kurz vor 14 Uhr prangte nicht die Zahl der Ja-Stimmen für Sarkozy, sondern die der Wahlbeteiligung der Urwahl auf dem riesigen Bildschirm in der Halle eins der Pariser Messehallen: 69,06 Prozent. So wenig? Kurz kam Verwirrung bei den 78 000 angereisten Parteimitgliedern auf. Schnell wurde der Anteil der Ja-Stimmen nachgereicht: 98,1 Prozent.

Ansonsten trübte kein Zwischenfall die Jubelfeier um Sarkozy, der bei der Urwahl nicht einmal einen Gegenkandidaten hatte. Der frisch Gekürte schlüpfte bei seiner Antrittsrede auf der riesigen weißen Bühne gleich in seine neue Rolle: die des Kandidaten, der versammeln und vereinigen will. „Ich werde nicht nur der Kandidat der UMP, sondern für ganz Frankreich sein“, rief er seinen Anhängern zu. Und wie zum Beweis seiner ausgestreckten Hand huldigte er gleich zu Beginn seiner Rede seinem Rivalen, Staatschef Jacques Chirac.

Sarkozy weiß: Jetzt fangen die Schwierigkeiten erst richtig an. Denn er muss sich vom Liebling Frankreichs Bürgerlicher zum Favoriten aller Franzosen emporarbeiten. Das ist noch ein langer Weg, auch wenn er in Umfragen regelmäßig auf Augenhöhe mit der sozialistischen Konkurrentin Ségolène Royal liegt.

Auf dem Weg zum Élysée-Palast, dem Sitz des französischen Staatspräsidenten, muss Sarkozy nach Ansicht von Beobachtern nicht nur die sozialistische Kandidatin überwinden, sondern auch seine eigenen Schwäche meistern; wie etwa sein ungestümes Wesen und seine brennende Ungeduld, die zuweilen in Aggressivität umschlägt. Das weiß auch Sarkozy, also versprach er in seiner Rede am Sonntag gleich mehrmals: „Ich habe mich geändert.“

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