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05.04.2012

20:08 Uhr

Sarkozys Wahlkampf

Ganz Krisenmanager und Staatsmann

VonTanja Kuchenbecker

Einen Tag nach dem Auftritt seines Konkurrenten Hollande stellt auch Frankreichs Präsident Sarkozy sein Programm vor. Mit weniger Schulden, viel Wachstum und einer starken Hand gegenüber der EU will er die Wahl gewinnen.

Sarkozy verspricht Franzosen Wachstum und Schuldenabbau

Video: Sarkozy verspricht Franzosen Wachstum und Schuldenabbau

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ParisDer Auftritt war bestens einstudiert. Präsident Nicolas Sarkozy wirkte ruhig, selbstbewusst, wie ein routinierter Staatsmann. Sarkozy, der vor fünf Jahren noch „Speedy Sarkozy“ genannt wurde, kann plötzlich stillstehen. Dabei war diesmal nicht der Präsident gefragt, sondern Sarkozy, der Wahlkämpfer. Er stellte bei einer Pressekonferenz vor Journalisten in Paris sein Programm für die Wiederwahl vor, bei dem wie erwartet die Themen Reduzierung der Staatsverschuldung, Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund standen.

Für den Zeitraum von 2014 bis 2017 sagte er ein jährliches Wachstum von zwei Prozent voraus. In diesem und im kommenden Jahr soll die französische Wirtschaft um 0,7 und 1,75 Prozent zulegen. Sarkozy will die Staatsverschuldung reduzieren, hauptsächlich über eine Kürzung der Ausgaben.

Bis 2016 will er die Neuverschuldung so verringern, dass es einen ausgeglichenen Haushalt gibt, für 2017 stellt er sogar einen Überschuss von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Aussicht. Frankreichs Gesamtverschuldung soll bis 2017 auf 80,2 Prozent vom BIP von 85,8 Prozent im Jahr 2011 fallen.

Sarkozy bestätigte, dass er sich bis zum Sommer um die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung bemühen will. Sein sozialistischer Herausforderer François Hollande hatte Verhandlungen über Änderungen des europäischen Fiskalpaktes versprochen. Dazu will er im Falle eines Sieges wenige Tage nach Amtsantritt Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin treffen. Aber auch Sarkozy könnte für Spannungen in Europa sorgen, er will Frankreichs Beitrag zum EU-Budget einfrieren: „Ich kündige Ihnen an, dass Frankreich das Einfrieren seines Beitrags zum europäischen Haushalt beantragen will, was jährlich eine Ersparnis von 600 Millionen Euro bedeutet.“

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

05.04.2012, 21:52 Uhr

Als französischer Präsident ist man vielen Zwängen unterliegen:

- man soll als erstes die Ehre und Einmaligkeit Frankreichs in der Welt symbolisieren, France first !
- man soll der Tradition der französischen Revolution genügen und sozialistische Ansätze haben. Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit
- In Europa muss der Schulterschluss mit Deutschland geübt werden - am besten imme reinen Schritt voraus und immer seine Vorteile wahren

Sarkozy ist konservativ und berechenbar, zuerst denkt er an Frankreich und stösst damit Merkel immer wieder vor den Kopf WEIL SIE IMMER ZULETZT AN DEUTSCHLAND DENKT !!

Hollande wäre der Untergang der EU, ok, auch gut, aber besser ist - Franzosen wählt wieder Sarkozy, dann geht es einfach weiter und man weiss woran man ist. Deutschland und Frankreich tapppen weiter im Dunkeln und irgendwie auch voran.

Account gelöscht!

05.04.2012, 23:50 Uhr

SayTheTruth,

wie wenig Ahnung Sie offensichtlich von der Materie haben, ist mir schon klar, aber

"Sarkozy ist konservativ und berechenbar, "

ist schon ein köstlicher Witz. Der Kerl ist alles andere als "Konservativ" und er ist noch weniger "berechenbar". Er iost ein kleines Wetterfähnchen, das immer genau in die Richtung flattert, in der er Wählerstimmen vermutet, und vor allem ist er genau so ein Hallodri wie der Guttenberg, der auch nur so tat als sei er "konservativ".

Beide dürften in Kreisen echter Konservativer nur _Verachtung_ ernten.

Sein Glück ist, daß Hollande gerade einen Gegenkandidaten bekommen hat, der ihm das Kreuz brechen wird ...

observer

06.04.2012, 00:06 Uhr

Schalom ihr Lieben,

habe hier ein Jüdisches Personallexikon! Einfach auf den Buchstaben klicken und wenn euch besonders jemand interessiert auf den Namen klicken und könnt somit mehr über diese Jüdische Person lesen!

Wusstet ihr, daß der Französische Präsident Sarkozy ein Jude ist? Bis dato wusste ich es auch noch nicht, siehe hier:

Sarkozy wurde als Sohn des aus Ungarn stammenden Immigranten und Publizisten Pál Sárközy von Nagybócsa (* 1928 in Budapest) und der französischen Juristin Andrée Mallah (* 1925 in Paris), der Tochter eines jüdisch-griechischen Geschäftsmannes, am 28. Januar 1955 in Paris geboren (Heirat der Eltern 1949).

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