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06.02.2016

14:34 Uhr

Satelliten-Transport

Nordkorea schießt Rakete vielleicht schon Sonntag ins All

Japan und Südkorea sind alarmiert: Bereits am Sonntag könne Nordkorea erneut eine Rakete starten, warnen die Regierungen in Tokio und Seoul. Pjöngjang kontert, es gehe nicht um Waffen – sondern um ein Weltraumprogramm.

Immer wieder provoziert Nordkorea internationale Entrüstung mit von der Uno eigentlich untersagten Raketentests – wie hier im Mai 2015. dpa

Früherer Raketentest

Immer wieder provoziert Nordkorea internationale Entrüstung mit von der Uno eigentlich untersagten Raketentests – wie hier im Mai 2015.

Tokio/SeoulNordkorea will möglicherweise bereits am Sonntag eine Rakete starten, die nach Angaben des kommunistischen Landes einen Erdbeobachtungssatelliten ins All transportieren soll. Dies erklärten die Regierungen von Japan und Südkorea am Samstag. Etliche Staaten weltweit kritisieren den Start, der ursprünglich zwischen dem 8. und 25. Februar stattfinden sollte, als Test einer Langstreckenrakete. Das international isolierte Nordkorea argumentiert dagegen, es habe als souveräner Staat das Recht, ein Weltraumprogramm zu verfolgen. Mehrere Resolutionen des Uno-Sicherheitsrates verbieten dem Land allerdings die Nutzung ballistischer Raketen.

Bereits der vierte Atomtest Nordkoreas am 6. Januar hatte die Spannungen auf der Halbinsel erhöht. Der neue Test dürfte nun Befürchtungen verstärken, Nordkorea könnte eine Rakete mit einem atomaren Sprengstoff bestücken und damit nicht nur Südkorea und Japan erreichen, sondern möglicherweise sogar die Westküste der USA.

Pjöngjangs Weg zur Wasserstoffbombe

2002

Oktober: Washington wirf Pjöngjang vor, insgeheim waffenfähiges Uran zu produzieren und damit gegen das atomare Abrüstungsabkommen von 1994 zu verstoßen.
Dezember: Nordkorea enthüllt seinen Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, und wirft die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus dem Land.

2003

Januar: Der kommunistische Staat kündigt den Atomwaffensperrvertrag auf.
August: Die sogenannte Sechsergruppe aus Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan trifft sich zu ersten Verhandlungen über den Atomkonflikt.
Oktober: Die UNO verhängt Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen Nordkorea.

2005

Februar: Pjöngjang verkündet, Atomwaffen zu Verteidigungszwecken gebaut zu haben.
September: Pjöngjang akzeptiert den Stopp seines Atomprogramms und die Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag, bekommt im Gegenzug Sicherheitsgarantien und die Zusage von Energielieferungen.
November: Eine weitere Verhandlungsrunde scheitert am Widerstand der USA, eingefrorene Konten Nordkoreas in Macau freizugeben.

2006

Oktober: Erster nordkoreanischer Atomwaffentest

2007

Februar: Pjöngjang verspricht ein Mal mehr die Aufgabe seines Atomwaffenprogramms und will wieder IAEA-Inspekteure ins Land lassen - im Gegenzug für eine Million Tonnen Treibstoff und die Streichung von der US-Liste der Terror-Staaten.
Juni und Juli: Die Treibstofflieferungen werden aufgenommen, die IAEA-Kontrolleure bescheinigen Pjöngjang, den Reaktorkomplex in Yongbyon dichtgemacht zu haben.
Oktober: Der kommunistische Staat verspricht, sein komplettes Atomprogramm bis Ende des Jahres zurückzufahren.

2009

April: Nordkorea testet eine Langstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat verschärft daraufhin die Sanktionen. Pjöngjang verlässt die Sechsergruppe, verkündete die Wiederaufnahme seines Atomprogramms und beendet die Zusammenarbeit mit der IAEA.
Mai: Nordkorea verkündet einen zweiten „erfolgreichen“ unterirdischen Atomwaffentest.

2013

Januar: Nach einem weiteren Raketentest verschärft die UNO ein weiteres Mal die Sanktionen.

Februar: Dritter Atomwaffentest, diesmal mit einem Mini-Sprengsatz.

August: Einem Satellitenfoto zufolge hat Nordkorea nach sechs Jahren seine Atomanlage Yongbyon wieder hochgefahren, die wichtigste Quelle für waffenfähiges Plutonium.

2015

Mai: Pjöngjang verkündet die Fähigkeit, Mini-Atomwaffen zu produzieren, eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu Atomsprengköpfen für Raketen.
Dezember: Machthaber Kim Jong Un lässt durchblicken, sein Land habe eine Wasserstoffbombe entwickelt.

2016

Januar: Pjöngjang verkündet einen ersten Test mit einer Wasserstoffbombe.

Von

rtr

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