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27.08.2013

01:58 Uhr

Schätzung der SPD

Griechenland benötigt zweistelligen Milliardenbetrag

Griechenland braucht nach Angaben der SPD deutlich mehr Geld als bislang diskutiert. Die Lücke ergebe sich unter anderem aus der schwachen Wirtschaftsentwicklung. Die SPD fordert eine rasche Aktualisierung der Zahlen.

Größere Lücke als erwartet: Laut dem haushaltspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, benötigt Griechenland einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag. dapd

Größere Lücke als erwartet: Laut dem haushaltspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, benötigt Griechenland einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag.

BerlinDie Finanzlücke Griechenlands ist nach Einschätzung der SPD deutlich größer als bislang bekannt. „Zu den knapp elf Milliarden Euro bis 2015 kommt für den Zeitraum 2015 bis 2020 ein weiterer hoher zweistelliger Milliardenbetrag“, sagte der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, der „Bild“-Zeitung (Dienstag). Der Bedarf ergebe sich unter anderem aus der schwachen Wirtschaftsentwicklung und fehlender Erlöse aus der Privatisierung.

Krisenländer im Check

Portugal

- LICHT: Das Land steckt in der tiefsten Rezession seit den 1970er-Jahren. Doch der Abwärtsstrudel verliert an Stärke: Die Arbeitslosenquote sank im Mai und im Juni, das Geschäftsklima hellte sich sieben Monate in Folge auf. Die gesamte Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal überraschend um 1,1 Prozent, es war das erste Plus seit rund zweieinhalb Jahren.

- SCHATTEN: Die jüngste Regierungskrise hat Investoren verunsichert und Zweifel geschürt, dass sich Portugal ab Mitte 2014 wieder vollständig über den Finanzmarkt finanzieren kann. Nur ein Rettungspaket über 78 Milliarden Euro bewahrte das Land vor der Staatspleite.

Zypern

- LICHT: Die Troika aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds hat dem Euro-Land jüngst Fortschritte bei der Sanierung seines Staatshaushalts bescheinigt. Die internationalen Geldgeber müssen Zypern mit insgesamt rund zehn Milliarden Euro vor der Staatspleite retten.

- SCHATTEN: Wegen des harten Sparkurses als Gegenleistung für das Rettungspaket steht Zypern konjunkturell noch ein tiefes Tal bevor. Die Arbeitslosenquote stieg zuletzt stetig auf gut 17 Prozent – dies ist hinter Griechenland, Spanien, und Portugal der höchste Wert in der EU. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaft um 1,4 Prozent. Für das Gesamtjahr 2013 sagt die EU-Kommission ein Minus von 8,7 Prozent voraus.

Irland

- LICHT: Die Immobilienkrise, die das Land in den Abgrund getrieben hat, nähert sich ihrem Ende. Die Hauspreise stiegen im Juni erstmals seit Ausbruch der Misere wieder, und zwar um durchschnittlich 1,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Sie waren seit 2008 um rund 50 Prozent eingebrochen. Dadurch erlitten die Banken des Landes milliardenschwere Verluste. Sie mussten mit Steuergeldern gerettet werden, was wiederum den Staat an den Rand der Pleite trieb. Da die Regierung zahlreiche Reformen umgesetzt hat, hob die Rating-Agentur S&P ihren Ausblick für die Kreditwürdigkeit des Landes von „stabil“ auf „positiv“ an.

- SCHATTEN: Die Konjunktur läuft schlechter als erwartet, die Wirtschaft schrumpfte zuletzt drei Quartale in Folge. Die Notenbank senkte deshalb ihre Wachstumsprognose für 2013 von 1,2 auf 0,7 Prozent. Damit wird es auch schwerer, das Defizit wie geplant auf 7,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu drücken.


Frankreich

- LICHT: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone galt zuletzt als Sorgenkind. Nun verließ das Land aber die Rezession – und das mit deutlich mehr Schwung als erwartet. Im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent und damit mehr als doppelt so schnell wie erwartet.

- SCHATTEN: Die Lage bleibt fragil. Die Regierung in Paris hatte zuletzt nicht mehr ausgeschlossen, dass das Bruttoinlandsprodukt 2013 leicht schrumpft. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen. Zudem hat die Regierung Mühe, den Haushalt in den Griff zu bekommen. Präsident François Hollande, dessen Popularität auf Tiefstwerte gerutscht ist, räumte kürzlich ein, Frankreich könnte sein Defizitziel von 3,7 Prozent der Wirtschaftskraft 2013 verfehlen. Der Internationale Währungsfonds legte Frankreich bereits nahe, aus Rücksicht auf die Konjunktur die Haushaltskonsolidierung abzubremsen.


Italien

- LICHT: Auch Italien hat ein Ende der Rezession vor Augen. Von April bis Juni schrumpfte die Wirtschaft zwar das achte Quartal in Folge, mit 0,2 Prozent aber nur halb so stark wie befürchtet. Zuletzt mehrten sich die Hinweise darauf, dass Italien der Dauer-Rezession in den Sommermonaten entkommen kann: Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe wuchs im Juni mit 0,3 Prozent den zweiten Monat in Folge, der Einkaufsmanager-Index für die Industrie stieg im Juli auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren, der Einzelhandelsumsatz legte nach 14-monatiger Pause zuletzt wieder zu. Und auch die Kauflaune der Verbraucher besserte sich.

- SCHATTEN: Die schwache Konjunktur gefährdet die Sanierung des Haushalts. Im Juli lag das Defizit bei fast neun Milliarden Euro. Italien ist damit weit davon entfernt, die Neuverschuldung unter die EU-Obergrenze von drei Prozent der Wirtschaftskraft zu drücken. Gefährdet wird die Erholung auch von politischer Instabilität. Die Koalition von Silvio Berlusconis Partei Volk der Freiheit und der linken Demokratischen Partei hing zuletzt am seidenen Faden. Mit Warnungen vor einem Bürgerkrieg und Rücktrittsforderungen von Ministern und Abgeordneten machte das rechte Lager gegen die Verurteilung Berlusconis Front, der vom Obersten Gerichtshof zu vier Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung verdonnert worden war.

Spanien

- LICHT: Das Land nähert sich dem Ende der Dauer-Rezession. Im zweiten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt mit 0,1 Prozent nur noch minimal. Für die zweite Jahreshälfte wird wieder ein leichtes Wachstum erwartet. Die Zahl der Arbeitslosen fiel im Juli den fünften Monat in Folge – um knapp 65.000 auf 4,7 Millionen. Hauptgrund dafür ist der Aufwind der Tourismusindustrie, die in der Ferienzeit viele zusätzliche Mitarbeiter benötigt. Die Branche macht etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Auch einige Banken lassen die Krise nach der geplatzten Immobilienblase allmählich hinter sich. Branchenprimus Santander steigerte seinen Überschuss im ersten Halbjahr um 29 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro.

- SCHATTEN: Die Industrie kommt nicht auf die Beine. Die Unternehmen drosselten ihre Produktion im Juni bereits den 22. Monat in Folge. Der Rückgang zum Vorjahresmonat fiel mit 1,9 Prozent sogar deutlicher aus als erwartet. Sorgen bereitet zudem das hohe Defizit. Der Staat musste bereits mehrfach den Reservefonds der Sozialversicherung anzapfen, um Pensionszahlungen leisten zu können. Spanien leidet immer noch unter den Folgen des 2008 geplatzten Immobilienbooms. Offiziellen Angaben zufolge sind die Grundstückpreise seit ihrem Höhepunkt 2007 um 43 Prozent eingebrochen. Immobilienexperten gehen sogar von einem Minus von mindestens 70 Prozent aus. Banken mussten deshalb milliardenschwere Abschreibungen vornehmen. Das Geld fehlt nun, um es in Form von Krediten an Unternehmen zu vergeben.

Griechenland

- LICHT: Der Tourismus brummt wieder. In diesem Jahr werden 17 Millionen Urlauber erwartet und damit so viele wie noch nie. Die Branche rechnet mit einem Umsatzplus von zehn Prozent auf elf Milliarden Euro. Der Tourismus macht etwa 17 Prozent der Wirtschaftsleistung aus; jeder fünfte Grieche arbeitet in dieser Branche. Auch bei der Sanierung der Staatsfinanzen kommt das Land langsam voran. Der Primärhaushalt – bei dem die Zinskosten nicht berücksichtigt werden – wies in den ersten sieben Monaten völlig unerwartet einen Überschuss von 2,6 Milliarden Euro aus.

- SCHATTEN: Die Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal mit 4,6 Prozent so langsam wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Doch das reicht längst nicht aus, um neue Jobs zu schaffen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit mit 27,4 Prozent sehr hoch. Die Zentralbank geht davon aus, dass sie noch bis auf 28 Prozent steigen wird. Erst 2015 soll sie zurückgehen.

Schneider sagte, die letzte Schuldentragfähigkeitsanalyse der Troika für Griechenland habe den Bedarf bis 2020 auf rund 77 Milliarden Euro taxiert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) müsse „die aktuellen Zahlen schleunigst auf den Tisch legen, forderte Schneider.

Griechenlands Finanzminister Ioannis Stournaras hatte zuvor erklärt, sein Land stehe in den Jahren 2014 und 2015 vor einer Finanzlücke von rund zehn Milliarden Euro.

Schuldenkrise

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Schuldenkrise: Krisengebiet Athen

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Von

dpa

Kommentare (36)

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Wahrsager

27.08.2013, 04:54 Uhr

Griechenland hat seit 2010 über 209.000.000.000 Euro (209 Milliarden) erhalten. Bei einer Einwohnerzahl von 10,8 Millionen sind das 19.351 Euro pro Kopf, ca. 80.000 Euro Familie. In Griechenland ist die Herstellung von Sprudelgetränken die 4. grösste Industrie, neben den Herstellern von Zigaretten und Bier! Und Schäuble plus Abnicker-Bundestag wollen dem deutschen Bürger weiss machen, unsere Bürgschaften sind ohne Risiko?
Jetzt will er den Griechen noch mehr geben! Ein Fass ohne Boden.
.
Direkte Besteuerung des deutschen Arbeitnehmer: 39.9% (zweit höchste der Industrieländer weltweit nach Belgien)
Direkte Besteuerung des griechischen Arbeitnehmer: 18.8%

Rentenalter in Griechenland: 55

Rentenalter in Deutschland: 67 (Tendenz steigend)

DEM

27.08.2013, 05:11 Uhr

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Der absolute Wahnsinn was sich deutsche Politiker hier leisten . Man könnte meinen der Staatsetat gehört diesen Typen .Aber das Gegenteil ist der Fall.

Merkel mit Schäuble haben den Karren mit den Rettungspaketen in den Dreck gefahren u. jetzt so tun als wären sie die großen Heilsbringer .

Weg mit Merkel u. Schäuble u. dem ganzen Abnickerverein des BT.

Griechenland fliegt raus dem Euro u. zahlt seine Schulden an DE mit seinen Goldreserven oder einige Inseln werden das 17. oder 18. Bundesland DE.

Die Griechen haben den Dreh raus . Die Reichen werden niemals Steuern zahlen eher geht DE unter.

Aber mit solch dummen Politikern die DE regieren haben die Griechen die Oberhand .

Die einzige Partei die DE noch retten kann , könnte die AfD sein .

Deutschland kann sich dieser Katastrophe nur entziehen in dem es die Euro-Währung verläßt , ansonsten werden in den Euroländern schon in naher Zukunft Bürgerkriege die Länder heimsuchen .

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Account gelöscht!

27.08.2013, 07:08 Uhr

Gibt's denn irgendwelche realen Gründe, die Griechen nicht endlich mal raus zu werfen aus dem Euro und die Alimente Zahlungen zu stoppen?
Hängen da mal wieder die Banken mit drin, und Goldman vor Allem, die den deutschen Steuerzahler ausplündern wollen?
Werde als ehemals sehr treuer SPD Wähler erstmals die AfD wählen. Bleibt keine Alternative mehr dazu derzeit!

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