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19.01.2015

08:27 Uhr

Schäuble in Indien

„Deutsche Unternehmer bleiben unter den Möglichkeiten“

Finanzminister Wolfgang Schäuble ist nach Neu-Delhi gereist. Er trifft den indischen Ministerpräsidenten Nerandra Modi – und setzt auf einen Schub für die ins Stocken geratenen deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen.

Wolfgang Schäuble will die Beziehungen zu Indien verbessern. ap

Wolfgang Schäuble will die Beziehungen zu Indien verbessern.

Neu DelhiDie deutsche Wirtschaft setzt im Geschäft mit Indien nach einer Schwächephase auf wieder steigende Ausfuhren und Investitionen. „Die Wirtschaftsbeziehungen sind deutlich entwicklungsfähig“, sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. In diesem Jahr sei mit einem Anstieg deutscher Exporte um mehr als zehn Prozent zu rechnen. „Gemessen am Potenzial des Landes bleiben deutsche Unternehmen bisher hinter den Möglichkeiten“, sagte Treier. So investierten diese in China viermal mehr als in der ebenfalls boomenden Volkswirtschaft Indien.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist an diesem Montag und Dienstag zu Gesprächen in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Neben Treffen mit Unternehmern der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens ist ein Gespräch mit Premierminister Narendra Modi geplant.

Indien spielt in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) als aufstrebende Wirtschaftsmacht eine wichtige Rolle. Die drittgrößte Wirtschaftsnation Asiens ist zudem Partner der diesjährigen Hannover-Messe.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Von dem Besuch erhofft sich die deutsche Wirtschaft einen kräftigen Schub für die in der jüngeren Vergangenheit ins Stocken geratenen deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen. Am Dienstag führt Schäuble dann ein Gespräch mit seinem Kollegen Arun Jaitley.
Nach Angaben des DIHK sind in Indien etwa 1000 Unternehmen aktiv mit Direktinvestitionen von zehn Milliarden Euro. Lange hatte das Land mit rund 1,25 Milliarden Einwohnern mit Kapitalabzug und geringeren Wachstumsraten zu kämpfen. Seit dem Regierungswechsel im Mai hat sich die Stimmung der indischen Wirtschaft aber verbessert. Experten rechnen für 2015 mit einem Konjunkturplus von gut sechs Prozent.
„Indien bietet sich auch für industrielle Produktion an“, sagte Treier. Es gebe enormes Potenzial im Energiesektor, in der Umwelttechnologie, Medizintechnik sowie im Dienstleistungs- und IT-Bereich. Die Infrastruktur sei aber noch mangelhaft, die Stromversorgung brüchig. Auch gebe es Zollschranken zwischen den einzelnen Bundesstaaten. Dies behindere eine Industriefertigung: „Modi will das mit vielversprechenden Reformen alles anpacken.“

Kommentare (1)

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19.01.2015, 14:34 Uhr

Finanzminister Wolfgang Schäuble ist nach Neu-Delhi gereist. Er trifft den indischen Ministerpräsidenten Nerandra Modi – und setzt auf einen Schub für die ins Stocken geratenen deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen.

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Deutschland und Europa...

heben keine Visionäre...keine Könner und keine Macher mehr...

weil die die etwas können...

Europa verlassen sobald diese es können.

Da sind doch die Inder und selbst CHINA in der Problematik

von SMOG in Großstädte ...

aber in der EU ist man nicht in der Lage für solche Nationen einen bezahlbaren Elektroauto zu produzieren ?????

Was kann Europa überhaupt noch ??????????????????????????









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