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05.02.2015

14:24 Uhr

Schäuble und Varoufakis

„Wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind“

VonDésirée Linde

Kein Kompromiss, keine Konfrontation: Finanzminister Schäuble hat erstmals den griechischen Amtskollegen Varoufakis getroffen. Der will in seinem Land „der Gier ein Ende bereiten“ – und fordert ein Überbrückungsprogramm.

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DüsseldorfSie hatten viel zu klären: Das erste Gespräch dauerte deutlich länger als erwartet. Mit 46 Minuten Verspätung treten der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und sein neuer griechischer Amtskollege Yanis Varoufakis schließlich in Berlin vor die Presse – und müssen große Differenzen einräumen.

Während Schäuble in bester Diplomatenmanier verkündete: „Wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind (We agreed to disagree)“, erwiderte Varoufakis in seinem Statement, noch nicht einmal darin sei man übereingekommen. „Es gibt keine Einigung. Aber das war nicht zu erwarten.“ Man wolle weiter Gespräche führen. Die Worte waren bewusst gewählt, denn jedes Wort hat Einfluss auf die Finanzmärkte und die Politik der EU.

Die wichtigsten Player bei den Verhandlungen mit Griechenland

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner?

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner in der Griechenland-Krise? Seit dem Sieg von Syriza ist das Verhandeln mit dem Staat von der Größe Brandenburgs komplizierter geworden...

Jean-Claude Juncker

Der 60-Jährihe gilt als Europäer aus Leidenschaft. Er war und ist eine der Schlüsselfiguren bei der Euro-Rettung. Acht Jahre lang (von 2005 bis 2013) war der Luxemburger Vorsitzender der Eurogruppe, der die Finanzminister der Staaten mit Euro-Währung angehören. In dieser Funktion hat Juncker seit 2010 maßgeblich die Rettungsprogramme für Krisenstaaten wie Griechenland ausgehandelt. Der Christsoziale war 18 Jahre lang (bis Ende 2013) Premierminister in Luxemburg – inzwischen ist er Präsident der EU-Kommission.

Mario Draghi

Der 67 Jahre alte italienische Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter seiner Führung pumpte die Notenbank billiges Geld in das Bankensystem, schaffte die Zinsen im Euroraum quasi ab und schuf ein Kaufprogramm, um notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu erwerben. Kritiker werfen ihm vor, die Befugnisse der Notenbank überdehnt zu haben.

Christine Lagarde

Die französische Politikerin steht seit Juli 2011 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zuvor war sie Wirtschafts- und Finanzministerin in Paris. Die 59 Jahre alte Juristin erwarb sich während der Finanzmarkt- und Euro-Turbulenzen einen Ruf als umsichtige Krisenmanagerin. Auf ihr lastet jedoch, dass die französische Justiz gegen sie in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel aus ihrer Zeit als Ministerin ermittelt.

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

Bundeskanzlerin Merkel hatte mit Beginn der dramatischen Finanzkrise in Griechenland auf die Bremse gedrückt. Die eiserne Devise von Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble: Keine Leistung ohne Gegenleistung, europäische Solidarität gegen griechische Anstrengung. In Athen wurde Merkel dann bei einem Besuch mit Plakaten begrüßt, auf denen sie mit Hitler-Bart zu sehen war. Nach dem Regierungswechsel in Athen ist Berlin für Kompromisse offen: Ein verlängertes Hilfsprogramm oder nochmalige Krediterleichterungen. Ein weiterer Schuldenschnitt wird aber abgelehnt.

Varoufakis gab sich anders, als er in den vergangenen Tagen bei seinen Treffen in Brüssel aufgefallen war. Sonst immer lässig und mit einem Lächeln auf den Lippen, wirkte der 53-Jährige deutlich ernster. Seine zentrale Forderung: ein Überbrückungsprogramm bis Ende Mai, „damit wir mehr Zeit haben“. Im Programm verbleibe Griechenland bis zum 28. Februar. „Aber wir bekämpfen die Logik dieses Programms.“

Über den Schuldenschnitt hätten die Minister laut eigener Aussage gar nicht gesprochen. Schäuble erteilte eine deutliche Absage an die Maximalforderungen der Griechen. Er pochte darauf, dass einmal beschlossene Vereinbarungen gehalten werden.

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Das wird kein Kaffeekränzchen: Griechenlands Finanzminister Varoufakis will nicht mehr sparen, Amtskollege Schäuble beharrt darauf. Nun treffen der „Marxist“ und „Mister Schwarze Null“ zum ersten Mal aufeinander.

„Unsere Partner haben uns zu viel Geld gegeben, nicht zu wenig“, sagte Varoufakis und kritisierte damit indirekt seine Vorgängerregierung. Mehr als 90 Prozent davon seien nicht nachhaltig genutzt worden. Die neue Regierung werde im eigenen Land „der Gier ein Ende bereiten“.

Kommentare (26)

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Account gelöscht!

05.02.2015, 14:56 Uhr

Kann der Grieche sich nicht einmal anständig kleiden, wie es sich gehört wenn man Dr. Schäuble trifft ?

Casual können er ja meinetwegen in seiner Freizeit rumlaufen, aber nicht im Berliner Politbetrieb. Ich würde diesen Clochard jedenfalls nicht einmal in mein Büro oder Privatwohnung lassen.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.


Ralph

Investmentbanker (CFA, Eurex- und Xetra-Lizenz)
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

Handelsbuch mit 5,0 Mio. € Handelslimit, genehmigt durch die hinterlegte Sicherheit in physischen Gold auf dem Margin-Konto

Herr Christoph Weise

05.02.2015, 15:00 Uhr

Angeber

Herr Vittorio Queri

05.02.2015, 15:04 Uhr

>> „Wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind“ >>

Ein ideologisch geblendeter Marxist trifft auf einen Finanz-Mafiosi-Greis...?1

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