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30.10.2011

16:01 Uhr

Schäuble zur Euro-Krise

„Wir müssen noch einen langen Weg gehen“

Der Absturz der Märkte ist vorerst vereitelt, nun soll es ans Reformieren gehen: Finanzminister Wolfgang Schäuble versucht, einen neuen europäischen Tatendrang zu initiieren. Doch die Skeptiker scheinen in der Mehrheit.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt: Die Krise ist noch nicht vorbei. dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt: Die Krise ist noch nicht vorbei.

BerlinWenige Tage nach dem gefeierten EU-Gipfel haben führende Vertreter der Eurozone vor zu großem Optimismus in der Schuldenkrise warnen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonte am Wochenende, es seien zwar Fortschritte erzielt worden, doch werde dies nicht das letzte Treffen zu dem Thema gewesen sein. „Wir müssen noch einen langen Weg gehen, bis alle Probleme gelöst sind“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Auch der scheidende Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, warnte davor, zu früh Entwarnung zu geben. „Die Krise ist nicht vorbei“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Er sei nach den Beschlüssen aber zuversichtlich, dass es den Regierungen gelingen werde, die Finanzstabilität wieder herzustellen, fügte Trichet hinzu. Entscheidend sei, dass die von den Staats- und Regierungschefs getroffenen Entscheidungen präzise und schnell umgesetzt und die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts in umfassender Weise verschärft und durchgesetzt würden.

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„Es muss mehr getan werden auf globaler Ebene“, schreiben die EU-Politiker.

Nach Einschätzung des internationalen Branchenverbands IIF werden fast alle großen Geldinstitute beim geplanten Schuldenerlass für Griechenland mitmachen. „Ich bin sehr optimistisch, dass sich mehr als 90 Prozent der Banken beteiligen“, sagte der geschäftsführende Direktor des International Institute of Finance (IIF), Charles Dallara, der „Welt am Sonntag“. Darunter ist auch die Allianz.

Offen sei aber, wie andere Gläubiger - wie Versicherungen oder Fonds - einbezogen würden. „Hier muss sicher noch Überzeugungsarbeit geleistet werden.“ Für den Allianz-Konzern kündigte Finanzchef Paul Achleitner im österreichischen „Standard“ an, angesichts der Beteiligung an vielen Gesprächen sei davon auszugehen, dass sein Unternehmen den Schuldenschnitt mittragen werde.

Kommentare (7)

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Leopold

30.10.2011, 16:43 Uhr

Sein Problem werden die Mehrheiten,
denn in der EU haben die Schuldenländer inzwischen die Stimmenmehrheit und werden nicht zu bewegen sein, strengere Gesetze zu akzeptieren. Vor der Unterschrift unter den Fonds-Vertrag hätte man klären müssen, dass die Geldgeber analog zu Betrag und Risiko entsprechende Mitspracherechte in den EU-Gremien bekommen müssen! Jetzt ist es zu spät!

XRay

30.10.2011, 17:10 Uhr

Der Absturz der Märkte steht meiner Meinung nach bevor, denn welcher Investor leiht denn den nichtzahlenden Pleiteländern noch sein Geld ?
Wer nicht bemerkt, daß auf der Aktiva-Seite einer Bank
55 Mrd fehlen, der weiß auch nicht, welchen Wert seine Bank in den Aktiva beherbergt.
Man könnte auch sagen, es sitzen Volltrottel im Audsichtsrat.

PikAs

30.10.2011, 17:29 Uhr

Es rächt sich, dass die EU so antidemokratisch aufgebaut ist. Die anderen Pleitestaaten werden auch einen Schuldenschnitt fordern. Wieso auch nicht? Deutschlands Politiker sind ja so blöd und bürgen für alles und jeden!

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