Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.04.2013

20:10 Uhr

Scharfe Kritik

Französischer Botschafter prophezeit Afghanistan düstere Zukunft

Der französische Botschafter in Kabul hat sich mit harscher Kritik verabschiedet. Afghanistan sei kein unabhängiger Staat und könne deswegen nach dem Abzug der Nato-Truppen auch nicht souverän regiert werden.

Ein afghanischer Sicherheitsbeamter in Jalalabad. dpa

Ein afghanischer Sicherheitsbeamter in Jalalabad.

KabulDer französische Botschafter in Kabul hat zum Abschied aus Afghanistan für einen Diplomaten ungewöhnlich deutliche Worte zur Lage des krisengeplagten Landes gefunden: Bernard Bajolet sagte am Sonntag in der afghanischen Hauptstadt mit Blick auf Afghanistans Zukunft als souveräner Staat, dass von einem „unabhängigen“ Land vorerst keine Rede sein könne.

„Wir sollten deutlich sein: Ein Land, das beim Bezahlen seiner Soldaten und Polizisten fast vollständig von der internationalen Gemeinschaft abhängig ist, ebenso bei den meisten Investitionen und teilweise bei den öffentlichen Ausgaben, kann nicht wirklich unabhängig sein“, sagte der 63-jährige Diplomat.

Mit Blick auf den für Ende kommenden Jahres beschlossenen Abzug der NATO-geführten internationalen Kampftruppen sagte Bajolet: „Ich kann es immer noch nicht verstehen, wie die internationale Gemeinschaft und die afghanische Regierung es geschafft haben, dahin zu kommen, dass 2014 alles zusammenkommt.“ Dabei erwähnte Bajolet die für das kommende Jahr geplanten Wahlen von Parlament und Präsident, den „wirtschaftlichen Übergang, den militärischen Übergang - und all das, während die Verhandlungen für einen Friedensprozess noch nicht wirklich gestartet sind“.

In Afghanistan herrschen auch mehr als elf Jahre nach der US-geführten internationalen Intervention Gewalt und Instabilität. Die radikalislamischen Taliban kontrollieren nach wie vor Teile des Landes, am Wochenende erst starteten sie ihre alljährliche Frühjahrsoffensive und töteten mehrere Polizisten. Es ist zu erwarten, dass sie nach dem Abzug der internationalen Truppen wieder deutlich erstarken.

Von

afp

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

28.04.2013, 21:10 Uhr

Gerade seine (die französische) Regierung war es doch, die recht überstürzt Truppen abgezogen hat.

Mark

29.04.2013, 13:18 Uhr

Die haben doch Abermiliarden Drogengeld oder kassiert das etwa wer anders, kann ich mir nicht vorstellen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×