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16.01.2005

15:30 Uhr

Scharon droht mehr Härte gegen radikale Palästinenser an

Terror in Nahost überschattet Friedensangebot

Israel zeigt dem neuen Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas auch nach seinem zum Amtsantritt gemachten Friedensangebot die kalte Schulter. Ariel Scharon hat auch der neuen Palästinenser-Führung vorgeworfen, nicht gegen gewalttätige Extremisten vorzugehen, und ein härteres Vorgehen der Armee gegen radikale Palästinenser angedroht.

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon. Foto: dpa

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon. Foto: dpa

HB JERUSALEM. „Trotz des Wechsels in der palästinensischen Führung müssen wir weiter auf Taten gegen den Terror warten“, sagte Israels Ministerpräsident Scharon am Sonntag. „Die israelischen Militär- und Sicherheitseinrichtungen wurden angewiesen, ohne Einschränkung alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen.“ In israelischen Medien hieß es, die Armee könne eine Wiederaufnahme der gezielten Tötungen führender Extremisten erwägen und im Gaza-Streifen Sicherheitspuffer einrichten, um Angriffe auf Israel und jüdische Siedlungen zu verhindern.

Der Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas werde am Mittwoch in den Gaza-Streifen fahren, um „die Gespräche für einen Frieden wieder aufzunehmen“, sagte der palästinensische Außenminister Nabil Schaath. Abbas werde Druck auf militante Gruppen ausüben, damit diese sich auf eine Waffenruhe mit Israel einließen und an den für den 17. Juli geplanten Parlamentswahlen teilnähmen. „Wir müssen es versuchen. Wenn wir bereit sind, mit unseren Besatzern zu sprechen, sollten wir dann etwa nicht mit unseren Brüdern reden? Wir müssen weitermachen. Das ist keine leichte Aufgabe“, sagte Schaath.

Nach einem palästinensischen Anschlag am Donnerstag, bei dem drei palästinensische Selbstmordattentäter sechs Israelis an einem Grenzposten getötet hatten, hatte Israel alle Kontakte zur Regierung der Palästinenser eingefroren. Am Samstag - dem Tag der Amtseinführung Abbas' - hatte die israelische Armee bei Einsätzen im Gaza-Streifen acht Palästinenser getötet.

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