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11.01.2011

20:21 Uhr

Schicksal der Währungsunion

„Die wahre Schlacht wird in Spanien geschlagen“

Experten sind überzeugt: Die Schuldenkrise in Spanien wird zur Nagelprobe für den Euro. Auch wenn Portugal nach Irland unter den EU-Rettungsschirm flüchten sollte, muss der iberische Nachbar nicht unweigerlich dasselbe Schicksal teilen. Nur wenn die EU und die Regierung in Madrid Hand in Hand arbeiten, könne ein Flächenbrand vermieden werden, meint ein ranghoher Vertreter aus der Euro-Zone.

Flaggen der EU und Spaniens: Euro-Krise hält die Politik in Atem. Reuters

Flaggen der EU und Spaniens: Euro-Krise hält die Politik in Atem.

HB BRÜSSEL/BERLIN. „Die wahre Schlacht wird in Spanien geschlagen. Doch hier haben wir größere Siegeschancen“, gab er sich aber zuversichtlich. Das Schicksal des Euro entscheide sich in Spanien, meint auch Deutsche Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer: „Da muss man die Feuerwand hochziehen.“ Experten warnen zugleich davor, Portugal und Spanien in einen Topf zu werfen. Die überwältigende Mehrheit der von Reuters befragten Analysten rechnet damit, dass das hoch verschuldete Portugal unter den Rettungsschirm schlüpfen muss.

Weit weniger skeptisch betrachten die Experten die Zukunft Spaniens: Nur sieben von 51 befragten Fachleuten sehen den Wackelkandidaten in den Fußstapfen Irlands und Griechenlands. Dennoch sind Zweifel erlaubt, ob die Brandmauer für Spanien hoch genug ist. Die Regierung in Madrid muss im Bankensektor, der nach dem Platzen einer Immobilienmarktblase mit Bilanzrisiken zu kämpfen hat, für klare Verhältnisse sorgen.

Spanien will nicht in dieselbe Falle tappen wie Irland, das mit der Stabilisierung des maroden Bankensektors letztlich überfordert war und unter den EU-Rettungsschirm flüchten musste. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat bereits für das Frühjahr eine neue Runde von Stresstests angekündigt, mit denen die Geldinstitute ihre Krisenfestigkeit nachweisen sollen.

Die Banken des Landes sind zudem mit knapp 80 Milliarden Dollar in Portugal exponiert. Die Summe ist damit in etwa so groß wie das Engagement der deutschen und französischen Geldinstitute zusammen. Der Regierung in Madrid kommt zugute, dass das ehemalige Boomland Etatüberschüsse erwirtschaftete und sich erst in der Finanzkrise tiefe Haushaltslöcher aufgetan haben: Dies ist auch an der Schuldenstandsquote ablesbar. Diese ist in Spanien mit von der EU-Kommission für 2011 prognostizierten 69,7 Prozent der Wirtschaftsleistung weit niedriger als etwa in Irland (107 Prozent) oder gar in Griechenland (150 Prozent).

Kommentare (16)

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azaziel

11.01.2011, 22:46 Uhr

… 30 Milliarden fuer Griechenland, 110 Milliarden fuer Griechenland, 750 Milliarden fuer die Eurozone, Die 750 Milliarden reichen nicht, man muss die Summe verdoppeln oder sogar verdreifachen. 2.000 Milliarden waeren aber ein guter Anfang. Die Zahlen werden immer phantastischer und die Zeitabstaende in denen neue Zahlen verkuendet werden, werden immer kuerzer.

Selbst Drillionen reichen nicht, wenn weder Ehrlichkeit noch Bescheidenheit vorhanden sind!

11.01.2011, 23:00 Uhr

Amen

Immanuel

11.01.2011, 23:38 Uhr

Spanien hat in den boomjahren besser gewirtschaftet als Deutschland und Frankreich ich kann mich noch perfekt daran erinnern wie Gerhard Schröder sich über Jose Maria Aznar lustig machte, weil dieser das aufweichen des Stabilitätspaktes seitens Deutschlands und Frankreichs anprangerte.Auch die Regierung Zapatero hat Etatüberschüsse erwirtschaftet. Dies sieht man anhand der niedrigen Gesamtverschuldung, selbst heute in der Krise.Spanien muss Risikoaufschläge zahlen die so hoch sind wie ägyptische Staatsanleihen. Das ist absurd.Was hier passiert ist ein Angriff von Spekulanten auf den Euro,siehe Soros.Merkel zögert zum Schadend Europas und vor allem Deutschlands umd dem hiesigen Publikum ein schwarz-gelbes Wirtschaftswunder vorzugauckeln.Wir profitieren nur kurzfristig von der Euroschwäche, unsere wichtigsten Ausenhandelspartner sind in der EU und nicht in den bRiC Staaten.

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