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13.01.2016

21:26 Uhr

Schicksalsjahr 2016?

Deutsche-Bank-Chef Fitschen warnt vor Zerfall Europas

Das neue Jahr wird laut Jürgen Fitschen ein Schicksalsjahr: Vor allem die Flüchtlingskrise berge große Gefahr. Die derzeitigen China-Sorgen bereiten dem Co-Chef der Deutschen Bank allerdings weniger Kopfschmerzen.

Auf einer Veranstaltung in Berlin spricht der Co-chef der Deutschen Bank über die derzeitige Situation in Europa. Er warnt vor dem Zerfall. dpa

Jürgen Fitschen

Auf einer Veranstaltung in Berlin spricht der Co-chef der Deutschen Bank über die derzeitige Situation in Europa. Er warnt vor dem Zerfall.

BerlinDer Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat vor einem Zerfall Europas gewarnt. „2016 wird ein Schicksalsjahr für Europa“, sagte Fitschen am Mittwochabend auf einer Veranstaltung seines Instituts in Berlin.

In zahlreichen EU-Staaten hätten nationalistische Kräfte Zulauf. Dies führe letztlich dazu, dass die Probleme nicht mehr gemeinsam gelöst werden könnten. Die Bereitschaft, Souveränität abzugeben, sei stark gesunken. Die Flüchtlingskrise sei das größte Problem in Deutschland, dessen Ursprung im Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien liege, sagte Fitschen, der im Mai aus der Bankspitze ausscheidet.

Fitschen warnte zugleich vor übertriebenen Sorgen über einen Wirtschaftsabschwung in China. „Ich bin erstaunt über die Sorge vor einem Kollaps in China.“ Er sehe das Geschehen sehr viel gelassener. Wenn es künftig nur noch Wachstumsraten von sechs oder 6,5 Prozent geben sollte, sei dies zwar weniger als lange gewohnt, aber es sei ein qualitativ besseres Wachstum. „Wir sind gut beraten, China nicht abzuschreiben.“

Fitschen lobte die US-Notenbank für die eingeleitete Zinswende. Er habe Respekt, mit wie viel Sorgfalt die US-Notenbank diese angegangen sei. Der Schuldenberg werde ein wachsendes Problem, wenn die Dollar-Zinsen steigen. Es sei nicht zu erwarten, dass diese sich nachhaltig und schnell erhöhen.

Mit Blick auf den Umbau in der Bank sagte Fitschen, das Abarbeiten von Altlasten werde vorangetrieben. „Wir werden alles tun, damit wir dieses Kapitel schnell schließen können“, betonte der scheidende Bankchef. Der eingeleitete „Kulturwandel“ bei der Deutschen Bank werde fortgesetzt.

Von

dpa

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