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23.10.2014

07:43 Uhr

Schießerei in Ottawa

Täter offenbar als „hoch gefährlich“ eingestuft

Ein Soldat ist tot, auch der Attentäter starb. Die Hintergründe des Anschlags in Ottawa liegen im Dunklen. Wer war der Täter, handelte er allein? Premier Harper sagte: Kanada werde sich „niemals einschüchtern lassen“.

Nach Schießerei vor Parlamentsgebäude

Video zeigt mutmaßlichen Todesschützen von Ottawa

Nach Schießerei vor Parlamentsgebäude: Video zeigt mutmaßlichen Todesschützen von Ottawa

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OttawaNach dem Attentat im Regierungsviertel der kanadischen Hauptstadt Ottawa mit zwei Toten suchen die Behörden weiter nach möglichen Hintermännern. Polizei und Justizbehörden hielten sich mit Angaben zu dem Verbrechen stark zurück. Auch zwölf Stunden nach dem Anschlag war noch unklar, ob es sich um einen Einzeltäter handelte oder ob er Komplizen hatte. Auch zur Frage, ob es einen islamistischen Hintergrund gebe, nahm die Polizei nicht Stellung.

Bei dem Attentat war ein Soldat an einem Kriegsdenkmal erschossen worden. Kurz darauf fielen im nahe gelegenen Parlamentsgebäude Schüsse, der mutmaßliche Attentäter wurde getötet. Drei Menschen wurden im Krankenhaus behandelt, konnten dieses aber nach Angaben der Klinik kurz darauf wieder verlassen.

Es war der zweite Anschlag in Kanada in dieser Woche. Am Montag hatte ein mutmaßlicher Islamist zwei Soldaten mit einem Auto überfahren. Ein Soldat starb, der Täter wurde nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen.

Ministerpräsident Stephen Harper, der sich am Mittwoch zum Zeitpunkt des Anschlags im Parlament befand, nannte die Tat „brutal und gewalttätig“. Bei einer TV-Ansprache kündigte er ein stärkeres Engagement seines Landes im Kampf gegen den internationalen Terrorismus an. Kanada werde sich „niemals einschüchtern lassen“, sagte er. Einzelheiten zu der Attacke nannte Harper nicht. Er war nach den ersten Schüssen sofort in Sicherheit gebracht worden.

Schießerei in Kanadas Regierungsviertel

So jagten die Polizisten den Attentäter im Parlament

Schießerei in Kanadas Regierungsviertel: So jagten die Polizisten den Attentäter im Parlament

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Am Abend (Ortszeit) hob die Polizei Absperrungen und weitere Sicherheitsmaßnahmen in Ottawas Innenstadt wieder auf. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr mehr, hieß es. Abgeriegelt blieb das Gebiet um das Parlament. Die Polizei verwies auf die fortlaufenden Ermittlungen.

Laut unbestätigten Medienberichten handelt es sich bei dem mutmaßlichen Attentäter um einen 32-jährigen kanadischen Staatsangehörigen. Der bei dem Anschlag ums Leben gekommene Mann sei erst kürzlich als „Reisender mit hohem Sicherheitsrisiko“ („high-risk-traveller“) eingestuft worden, berichtete die Zeitung „Globe and Mail“ unter Berufung auf namentlich nicht genannte Behördenquellen.

In weiteren Medienberichten hieß es, er stehe auf einer Liste von 90 Personen, die wegen einer möglichen Terrorgefahr beobachtet werden. Der TV-Sender CNN berichtete unter Berufung auf nicht genauer beschriebene Quellen, der mutmaßliche Attentäter sei kürzlich zum Islam übergetreten.

Das kanadische Fernsehen zeigte dramatische Bilder aus dem Parlamentsgebäude: Schwer bewaffnete Polizeibeamte rannten geduckt über die Gänge, als Schüsse fielen. Abgeordnete und Parlamentsmitarbeiter verbarrikadierten sich in Büros. Parlamentarier twitterten, dass etwa 30 Schüsse zu hören gewesen seien.

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Gilles Michaud von der Royal Canadian Mounted Police räumte ein, dass es noch Unklarheiten gebe. Viele Fragen könnten noch nicht beantwortet werden. „Aber ich verspreche Ihnen diese Antworten, sobald wir sie haben.“

Nach Angaben der Polizei hatte es zuvor keinen konkreten Hinweis auf das Verbrechen gegeben. Die Sicherheitsstufe war auf mittlerem Niveau. „So ist sie seit Jahren und wir hatten keine Hinweise, die eine Verschärfung nötig gemacht hätten“, sagte Michaud.

US-Präsident Barack Obama wurde ständig über die Lage unterrichtet. Er sagte Harper in einem Telefonat Solidarität zu. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich geschockt. Kanada gehört der internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nahost an. In Washington wurde die Bewachung am Grab des unbekannten Soldaten verstärkt.

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Von

dpa

Kommentare (20)

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Herr Teito Klein

22.10.2014, 18:35 Uhr

Terroranschlag in Ottawa
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Im Parlament wird gekämpft. Ein Täter wurde schon erschossen, ein weiterer hat sich auf dem Dach verschanzt.
Der Premierminister wurde in Sicherheit gebracht.
Es sind immer noch Schüsse zu hören.
Parallel wurde auch von einem Einkaufszentrum berichtet, in dem Terroristen eingedrungen sein sollen.
Ob es sich hierbei um eine gezielte Aktion der Terrormiliz IS handelt ist derzeit nicht bekannt.
Kanada unterstützt die USA im Kampf gegen den IS.

real. ist

22.10.2014, 20:16 Uhr

Wenigstens ballern sie im Parlament und zünden keine Bomben in U-Bahnhöfen.

Herr Ulrich Scholz

22.10.2014, 20:24 Uhr

Ziel von Krieg ist dem Gegner seinen Willen aufzwingen (Clausewitz "Vom Kriege). Die Führung des "Islamischen Staates" ist gerade dabei, genau das erfolgreich zu tun. Wir haben den Fehdehandschuh zum "Heiligen Krieg" angenommen. Die Sprache des Artikels beweist es. Anstatt über eine kriminelle Straftat zu berichten, erfahren wir über eine Kriegshandlung des IS geg

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