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06.04.2011

21:54 Uhr

Schiffsunglück

250 Flüchtlinge vermisst

Nachdem ein Flüchtlingsboot aus Afrika vor der italienischen Küste gesunken ist, werden immer noch 250 Menschen vermisst. Den Traum von einem besseren Leben bezahlen viele mit dem Tod.

Ein Überlebender des Unglücks wird von einem Polizisten zu einem Versorgungslager getragen. Quelle: dpa

Ein Überlebender des Unglücks wird von einem Polizisten zu einem Versorgungslager getragen.

Rom

Die italienische Küstenwache hat am frühen Mittwochabend weiterhin verzweifelt versucht, Überlebende eines gekenterten Flüchtlingsbootes vor der Küste der Insel Lampedusa zu retten. Doch die Hoffnung, die vermutlich 250 Vermissten noch lebend zu bergen, schwindet weiter.

Das mit rund 300 Menschen völlig überbesetzte Boot war bereits am frühen Mittwochmorgen in stürmischer See gekentert. Bisher konnten erst 48 Überlebende gerettet werden, drei weitere wurden von einem Fischerboot an Bord geholt, wie die Küstenwache mitteilte. Das Schiff kenterte rund 65 Kilometer vor der Küste Lampedusas, nachdem es wahrscheinlich bereits seit zwei Tagen auf See gewesen war, sagte ein Sprecher der Küstenwache.

Die Überlebenden wurden auf Lampedusa versorgt. Die meisten von ihnen waren unterkühlt und standen unter Schock. Sie berichteten, dass viele der anderen Flüchtlinge ertrunken seien, weil sie nicht schwimmen konnten oder von anderen unter Wasser gezogen worden waren.

Nach Angaben eines Sprechers der Küstenwache, Pietro Carosia, sind von Hubschraubern aus Körper im Wasser entdeckt worden. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA meldete den Fund von 20 leblos treibenden Körpern. Die Rettungsaktion wird durch starken Wind, raue See und zuletzt auch durch die einbrechende Dunkelheit behindert.

Die Flüchtlinge kommen unter anderem aus der Elfenbeinküste, dem Sudan und Somalia. Lampedusa ist seit Monaten Ziel von Menschen, die vor den Unruhen in Nordafrika fliehen.

Von

dapd

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