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21.01.2005

11:25 Uhr

Schiitische Einrichtung im Visier von Attentätern

Bagdad: Zahlreiche Opfer bei Anschlag vor Moschee

Bei einem Autobombenanschlag vor einer schiitischen Moschee im Südwesten von Bagdad sind am Freitagmorgen zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Dabei kamen Polizei und Ärzten zufolge mindestens 14 Menschen ums Leben, mehr als 40 Menschen seien verletzt worden.

HB BAGDAD. Die Bombe explodierte vor Beginn der Freitagsgebete vor einer Moschee im Westen der Stadt, als sich die Menschen gerade versammelten. Viele von ihnen waren wegen eines Feiertags in besonders festlicher Kleidung gekommen. Unter den Opfern waren Augenzeugen zufolge auch Frauen und Kinder. Die Anschläge gelten als Versuch gewalttätiger Gruppen, das Land in einen Bürgerkrieg zu treiben und die in neun Tagen anstehenden Wahlen zu torpedieren. Die Schiiten dürften bei der Wahl wegen ihrer Bevölkerungsmehrheit ihren Einfluss vergrößern, während viele Sunniten den Widerstand gegen die Neuordnung des Landes unterstützen und die Wahlen boykottieren. Moslem-Extremisten haben in den vergangenen Woche ihre Anschläge verstärkt.

US-Soldaten riegelten die Umgebung der Moschee mit gepanzerten Fahrzeugen ab und ein Militärhubschrauber kreiste über dem Gebiet. Die Verletzten wurden in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht, deren Notaufnahme sich schnell mit blutenden Menschen und ihren Schmerzensschreien füllte. Der Anschlag schließt sich einer Serie von Angriffen auf schiitische Anführer, Moscheen und politische Parteien an.In der vergangenen Woche wurde bei einem Autobombenanschlag auf die Büros der führenden Schitten-Gruppierung SCIRI ein Mensch getötet, ein Monat zuvor kamen bei einem Anschlag am selben Ort zwölf Menschen ums Leben. Im selben Zeitraum wurden zwei enge Mitarbeiter des hochrangigen schiitischen Geistlichen Ajatollah Ali al-Sistani bei Anschlägen umgebracht.

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