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16.12.2016

15:43 Uhr

Schlacht um Aleppo

Moskau erklärt Evakuierung für beendet

Während Assad Aleppo für befreit erklärt, sind noch immer Zehntausende in der Stadt eingeschlossen. Nun hat die russische Armee die Evakuierung für beendet erklärt. Die Parteien schieben sich gegenseitig die Schuld zu.

Krieg in Syrien

Diese Maßnahmen ergreift die Türkei für die Evakuierung in Aleppo

Krieg in Syrien: Diese Maßnahmen ergreift die Türkei für die Evakuierung in Aleppo

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AleppoSyriens Regierung hat die Evakuierung der Rebellengebiete im Osten der Stadt Aleppo nur einen Tag nach Beginn wieder gestoppt. Das Regime in Damaskus und die Opposition gaben sich dafür am Freitag gegenseitig die Schuld. Russland als enger Verbündeter Syriens erklärte den Transport von Kämpfern und deren Familien aus Ost-Aleppo für beendet. Die syrische Armee habe zudem ihren Einsatz zur Rückeroberung der Rebellengebiete abgeschlossen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Alle Frauen und Kinder aus den von der Opposition kontrollierten Vierteln hätten Ost-Aleppo verlassen, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau weiter. „Zurück bleiben Gruppen radikaler und unversöhnlicher Militanter, die auf syrische Truppen feuern.“ Das Militär rücke in diesen Vierteln vor.

Warum Aleppo im Krieg so wichtig ist

Symbolwirkung

Aleppo hat sich zum Symbol für den verheerenden Konflikt entwickelt. Die Stadt war nahezu seit Beginn der Kämpfe zwischen Regime und Rebellengruppen geteilt und ist das am schwersten umkämpfte Schlachtfeld in dem Krieg. Wer hier siegt, hat auch einen immensen psychologischen Vorteil.

Letzte Hoffnung für Rebellen

Aleppo ist die letzte Großstadt, in der Aufständische noch Gebiete kontrollieren. Damaskus und Homs sind fest in der Hand der Truppen von Syriens Präsident Baschar al-Assad. Den Rebellen blieben ohne die ehemals größte Stadt des Landes nur noch einige eher ländliche Gebiete wie die Provinz Idlib.

Strategisch wichtig

Nicht zu unterschätzen ist der militärische Spielraum, den die syrische Armee bei einer Eroberung gewinnen würde. Die Schlacht um die ehemalige Handelsmetropole bindet viele Kräfte. Diese könnten sich dann auf andere Rebellengebiete des Landes konzentrieren und das Ende des Bürgerkrieges erzwingen.

Einfluss Russlands

An der Entwicklung in der nordsyrischen Stadt lässt sich der Einfluss Russlands seit seinem Kriegseintritt vor mehr als einem Jahr sowie der des Irans ablesen. Ohne diese beiden Verbündeten wäre das geschwächte Regime nicht in der Lage gewesen, die Rebellen so in die Defensive zu drängen.

Verfehlte Politik des Westens

An Aleppo zeigt sich die Schwäche und die verfehlte Politik des Westens, allen voran der USA und seiner Verbündeten. Sie ließen ein Machtvakuum im Bürgerkrieg entstehen, in das Moskau zugunsten der syrischen Regierung vorstieß - und gucken nun ohnmächtig der zivilen Katastrophe zu.

Verhandlungsbasis

Die Eroberung Aleppos würde dem Regime eine starke Verhandlungsbasis für künftige Friedensgespräche geben – falls Assad diese angesichts seines Siegeszuges überhaupt für nötig halten sollte.

Aktivisten erklärten hingegen, Zehntausende Zivilisten warteten dort noch darauf, aus der Stadt gebracht zu werden. „Als ich ging, waren dort Tausende Familien mit Frauen und Kindern“, berichtete ein Aktivist, der Ost-Aleppo bereits verlassen hat. Frankreichs Präsident François Hollande hatte beim EU-Gipfel in Brüssel gesagt, in Ost-Aleppo seien noch 50 000 Menschen eingeschlossen.

Wegen einer monatelangen Blockade durch das Regime ist die humanitäre Lage in den Rebellengebieten nach Angaben von Hilfsorganisationen katastrophal. Es fehlt akut an Trinkwasser, Nahrung und medizinischer Versorgung. Die Menschen leiden unter dem kalten Winterwetter.

Syriens staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, der Abzug sei gestoppt worden, nachdem „terroristische Gruppen“ auf Busse und Autos geschossen hätten. Das oppositionelle Lokale Koordinierungskomitee erklärte hingegen, regimetreue Milizen hätten das Feuer eröffnet. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kehrten Busse mit Hunderten Menschen wieder nach Ost-Aleppo zurück.

Fares Schehabi, Abgeordneter des syrischen Parlaments, sagte der Deutschen Presse-Agentur zudem, die Evakuierung sei wegen Unstimmigkeiten über die von Aufständischen belagerten Orte Fua und Kafraja ausgesetzt worden. „Die Rebellen lassen die Menschen dort nicht hinaus“, erklärte er. Er warf den Oppositionsmilizen zudem vor, sie hätten Gefangene und Waffen aus Ost-Aleppo bringen wollen.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

16.12.2016, 11:23 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

16.12.2016, 12:16 Uhr

Der Sozailstaat Deutschland wird schon seit Jahrzenten ausgehebelt und missbraucht. Das weiß zwischenzeitlich die halbe Welt.

Deshalb kommen immer mehr in unsere abtrifftende 'Hultikultigesellschaft' die dem Staat sagt wo es lang geht. Wenn ganze Stadtteile von 80.000 Libanensen und kriminellen Familienclans beherrscht und noch obendrauf staatliche Hilfen, Kindergelder einstreichen und sich niemals integrieren, spricht genau diese voranschreitende Entwicklung für die nächsten Generationen keine positive Entwicklung. Vor allem, wenn in den nächsten Jahren immer mehr Menschen an den Trog Deutschlands kommen wollen.

Straftaten, Übergriffe oder sonstige mkriminelle Fehlentwicklungen und Terror und den dsmit verbundnen Anschlägen werden so bestimmt nicht weniger.

Wenn neben der Poltik noch die Wirtwchaft versagt, wird es für viele Menschen ein böses Erwachen geben.

Immer mehr Rufe nach Polizei sollte eigentlich ein warnendes Signal und Zeichen sein, in welche Richtung es in Deutschland weitergehen wird.

Die Opfer von Straftaten werden uns ein Lied davon singen können.

Wir werden es hören.



Herr Otto Berger

16.12.2016, 12:36 Uhr

HB : "Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel erhob auch der Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament heftige Vorwürfe gegen Russland und den Iran. „Der Iran, Russland - (Präsident) Putin, muss man sagen - hat Blut an den Händen“, sagte Manfred Weber (CSU) im rbb-„Inforadio“. Derzeit habe humanitäre Hilfe oberste Priorität. „Und dann brauchen wir Klartext. Das heißt, --- wir müssen deutlich machen, wer schuld ist an dieser Situation ---.“
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Wie sagte es Mr. Trump : "Ich werde als US-Präsident Schluß machen mit der Regime-change-Politik !"
Der Adressat für "Klartext" hat seinen Wohnsitz - voraussichtlich noch bis zum 20. Januar 2017 - im Weißen Haus in Washington D.C.

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