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09.08.2011

11:18 Uhr

"Schlacht um London"

Fußballspitzenspiel wegen Krawallen abgesagt

Nicht nur in London, sondern auch in Bristol und Liverpool stehen Stadtteile in Flammen. Der britische Fußballverband sagt deswegen das Länderspiel gegen die Niederlande ab. Premier Cameron unterbricht seinen Urlaub.

Neue Krawalle in London

Video: Neue Krawalle in London

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LondonDie schweren Ausschreitungen in London sind in der Nacht auf Dienstag eskaliert und haben auf drei weitere Städte übergegriffen. Der Himmel über der britischen Hauptstadt wurde in der Nacht von zahllosen Bränden beleuchtet. Auch in Liverpool, Birmingham und Bristol gingen vermummte Randalierer auf die Straßen und setzten Fahrzeuge und Häuser in Brand.

In London nahm die Polizei drei Personen unter dem Verdacht auf versuchten Polizistenmord fest. Der Beamte war am frühen Dienstagmorgen in Brent im Norden der Hauptstadt angefahren worden und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Gemeinsam mit einem Kollegen - der leichte Verletzungen davon trug - hatte er nach der Plünderung eines nahe gelegenen Elektronikgeschäfts mehrere Fahrzeuge angehalten. Dabei sei ein Auto davon gefahren und habe den Beamten erfasst, teilte die Polizei mit. Das Fahrzeug sei später erneut gestoppt und drei Personen festgenommen worden.    

Zudem wurden in der Hauptstadt die dritte Nacht in Folge Häuser und Autos in Brand gesteckt, Läden aufgebrochen und Beamte mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen. Die Polizei bestätigte am Dienstag, dass es an mindestens fünf weiteren Orten zu Ausschreitungen gekommen sei.

Zuvor hatte Premierminister David Cameron angekündigt, aufgrund der Eskalation seinen Sommerurlaub abzubrechen und nach London zurückzukehren. Dort will er am Morgen an der Sitzung eines Nationalen Krisenkomitees teilnehmen. „Was hier passiert, kann einfach nicht entschuldigt werden“, sagte Scotland Yard-Chefin Christine Jones zu den Szenen auf den Straßen Londons. „Die Schlacht um London“, schrieben britische Zeitungen.  

Als vorbeugende Maßnahme gegen weitere Ausschreitungen wurde der im Osten Londons ansässige Erstligist West Ham United von Scotland Yard gebeten, sein Cup-Spiel gegen Aldershot zu verschieben. Unklar war, ob auch das Freundschaftsspiel der englischen Nationalmannschaft gegen die Niederlande am Mittwoch abgesagt würde.  

In Ealing im Westen gingen maskierte Jugendliche auf Raubzug und setzten dabei Mülltonnen in Brand. Zahlreiche Schaufenster gingen zu Bruch, berichtete die Agentur PA. „Es sieht aus wie in einem Kriegsgebiet“, wurde ein Augenzeuge zitiert. In dem Gebiet waren zunächst nur wenige Polizisten im Einsatz.  

Im Stadtteil Croydon brannte ein ganzer Straßenzug, aus einem Möbellager schlugen noch in der Nacht meterhoch die Flammen. Polizei und Feuerwehr schienen völlig überfordert. Am Abend entdeckte die Polizei in einem Auto einen schwer verletzten Mann, der aus mehreren Schusswunden blutete. Näheres wurde nicht bekannt.  

Auch in den Stadtteilen Clapham, Peckham, Hackney, Ealing und Lewisham gab es am Montag Krawalle. In Clapham stand in der Nacht zum Dienstag ein Wohnhaus in Flammen, die Bewohner wurden zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert. In Ealing ging in der Nacht ein Lager des Elektronik-Riesen Sony in Flammen auf, wie der BBC berichtete. Augenzeugen berichteten, dass sich zunächst Plünderer „bedient“ hätten, ehe sie das Lager anzündeten. Ein nahe gelegenes Hotel musste evakuiert werden, rund 200 Gäste wurden in Sicherheit gebracht.

Kommentare (5)

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Verfremdete.Stadtteile

09.08.2011, 08:53 Uhr

Depressive Jugend und überzogener Multikulti - Das ist doch die gefährliche Mischung für sowas. Ich schätze die Grünen geben den Brandstiftern auch noch Recht. Das traue ich denen zu.

Wenn man ganze Stadtteile mit unintegrierten Sozial-Migranten füllt, kann das eine Weile gut gehen, aber irgendwann spüren diese Leute ihre Macht und dass man sie garnicht haben will. Man darf die Stadtteile nicht verfremden lassen.

Fazit: Kümmern wir uns mehr um unsere eigene Jugend, jeder eine Lehrstelle und einen garantierten Job bis 30, den er dann auch annehmen muss. Ansonsten kein HARTZ4. Man kann doch nicht arbeitslos sein Leben beginnen ! Und weniger Einwanderer. Nur soviele reinlassen, wie wir uns wirklich kümmern können und wollen ! Das ist doch die Lehre von London.

Wogel

09.08.2011, 09:21 Uhr

Sehe ich genauso. Dasselbe haben wir doch schon vor ein paar Jahren in Paris gesehen. Aber hat sich seitdem was verändert?

Account gelöscht!

09.08.2011, 11:18 Uhr

Ich muss euch alternden Säcken jetzt auch mal sagen:

Klar sind in GB gerade vornehmlich die Migranten bei den Krawallen zu Gange, aber auch bei der normalen britischen Jugend brodelt es.

Hier im üppigen Sozialstaat Deutschland ist man wenigstens so schlau und hält sich die Jugend mit relativ geringen Studiengebühren vom Arbeitsmarkt fern.

Aber schaut mal nach GB. Sowas wie H4 gibt es dort nicht. Klar, hungern muss dort sicher niemand, aber optimale Versorgung schaut anders aus.

Ein Großteil meiner Generation und der nachkommenden Generation sind inzwischen völlig verblödet und können wirtschaftlich nicht mehr 1+1 zusammenzählen.

Da vielen Migranten in GB das öffentliche Bildungssystem entgangen ist, habe sie es nicht verlernt 1+1 zusammenaddieren zu können. Hier bei uns wird doch die Bevölkerung total verarscht mit Augenwischereien der ganzen Pseudowirtschaftsexperten, so stellt der dumme Michel keine Fragen.

Und ich muss hier ganz klar sagen, dass ich inzwischen bei dem ganzen Sozialismus,den ihr hier Marktwirtschaft nennt, langsam den Gedanken von Zwangsenteignungen der Vermögenden hege. Seit Lehman wird das gesamt Finanz-Gesocks durch künstliche Geldvermehrung der korrupten Notenbanken am Leben gehalten und dessen Vermögen noch weiter exponentiell gesteigert.

Würde der Michel verstehen, wie das ganze Finanzsystem funktioniert, hätten wir morgen schon bei uns derartige Unruhe wie zur Zeit in GB.

Je mehr ihr versucht, den Michel mit Augenwischerei, Brot und Spielen zu besänftigen, umso schlimmer und radikaler wird sich diese unterdrückte Gewalt irgendwann entladen.

Sorry für die Wortwahl, aber ich als junger Mensch, der dieses Trauerspiel von Finanzzirkus miterleben muss, wollte euch Scheuklappenträgern mal die Realität aufzeigen. Auch bei uns an den Uni brodelt es. Politikverdrossenheit ist da noch das geringste Übel!!! Die Radikalität wächst

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