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06.04.2006

14:22 Uhr

Schlagabtausch

Rice attackiert Rumsfeld

Ungewöhnlicher Schlagabtausch in der amerikanischen Regierungsmannschaft: Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat Außenministerin Condoleezza Rice mangelndes Verständnis über Kriegsführung vorgeworfen. Die Reaktion von Rice folgte promt.

US-Außenministerin Rice hält offenbar nicht viel von ihrem Ministerkollegen Donald Rumsfeld. Foto: dpa

US-Außenministerin Rice hält offenbar nicht viel von ihrem Ministerkollegen Donald Rumsfeld. Foto: dpa

HB WASHINGTON. „Ich weiß nicht, wovon sie spricht“, sagte Rumsfeld nach Medienberichten dem Regionalradiosender WDAY im abgelegenen Bundesstaat North Dakota. In der Kriegsführung müsse die Taktik je nach Verhalten des Feindes ständig angepasst werden. „Wenn jemand sagt, das ist ein taktischer Fehler, zeugt das meines Erachtens von mangelndem Verständnis von Kriegsführung.“

Zwischen Außen- und Verteidigungsministerium bestanden schon vor den Irak-Krieg Spannungen darüber, wer die Federführung beim Wiederaufbau haben soll. Schon Colin Powell, der das Amt vor Rice innehatte, lieferte sich hinter den Kulissen ein Kräftemessen mit Rumsfeld über den größeren Einfluss auf die Irak-Politik.

Rice hatte vergangene Woche in Großbritannien vor Reportern von „tausenden taktischen Fehlern“ im Irak gesprochen. Sie stellte am nächsten Tag klar, sie habe dies im übertragenen Sinne gemeint und nicht einzelne Fehler gezählt.

Die Querelen zwischen Rumsfeld und Rice fallen in eine Zeit, da die Bush-Regierung mit fallenden Umfragewerten und anhaltenden Personaldiskussionen zu kämpfen hat. Bush gilt als angeschlagen, in jüngsten Umfragen bescheinigen nur noch 37 Prozent der US-Amerikaner ihrem Präsidenten, gute Arbeit zu leisten.

Rumsfeld steht seit Monaten in der Kritik. Von der „New York Times“ bis hin zum Sender CNN spekulieren die Medien darüber, ob und wie lange sich „Rummy“ noch im Amt halten wird. Die harscheste Kritik kam aus den militärischen Reihen. Rumsfeld müsse gehen, er habe strategisch und taktisch versagt, er sei nicht kompetent genug, die US-Streitkräfte zu führen, geschweige denn sie in einem Krieg anzuführen, befand jüngst Paul Eaton, ein pensionierter Generalmajor, der von 2003 und 2004 für die Ausbildung des irakischen Militärs zuständig war.

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