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22.06.2015

18:30 Uhr

Schnelle Eingreiftruppe der Nato

USA beteiligen sich an Nato-Feuerwehr

Das US-Militär will die schnelle Eingreiftruppe der Nato mit Ausrüstung und Spezialkräften stärken. Außenminister Carter will sehr bald Details besprechen. Indes warnt er Russland vor der Ausweitung seines Machtbereichs.

Die USA unterstützen die schnelle Eingreiftruppe der Nato. dpa

US-Soldaten

Die USA unterstützen die schnelle Eingreiftruppe der Nato.

BerlinDie USA wollen die schnelle Eingreiftruppe der Nato mit Militärausrüstung und Spezialeinheiten stärken. Verteidigungsminister Ashton Carter sagte am Montag in Münster, über den Beitrag der USA zur sogenannten Nato-Speerspitze werde er noch in dieser Woche mit den anderen Verteidigungsministern des Bündnisses sprechen.

Die schnelle Eingreiftruppe war als Reaktion auf die Ukraine-Krise und die verschlechterten Beziehungen zu Russland eingerichtet worden. Zuvor hatte Carter die Regierung in Moskau davor gewarnt, ihren Machtbereich in Europa ausdehnen zu wollen. „Wir werden uns Russland entgegenstellen, wenn es versucht, sich eine Einflusssphäre wie in der Sowjetzeit zu verschaffen“, sagte der Minister in Berlin.

Die geplante Beteiligung an der schnellen Eingreiftruppe erstrecke sich von logistischen Hilfen über Aufklärung bis hin zu bestimmten Waffen wie Artillerie, führte Carter aus. Zur Aufklärung könnten Drohnen oder auch bemannte Flugzeuge zum Einsatz kommen.

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

In Münster besuchte Carter das Deutsch-Niederländische Korps, das derzeit die Nato-Speerspitze führt und über seine jüngste Übung in Polen berichtete. Carter wurde begleitet von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihren Amtskolleginnen aus den Niederlanden und Norwegen. Bisher stellen die drei Länder den Großteil der Truppen.

Zum Auftakt seines Deutschland-Besuchs hatte Carter zuvor in Berlin Erwägungen bekräftigt, Militärmaterial in Europa zu stationieren. Dies diene hauptsächlich dazu, die Ausrüstung für Trainingszwecke bereits vor Ort zu haben. „Es besteht aber auch die Möglichkeit, mehr Material für Notfälle hier zu lagern“, fügte Carter hinzu.

Es gehe darum, die Widerstandsfähigkeit der Verbündeten am Rande der Nato zu stärken. Eine Entscheidung über die Stationierung schwerer Waffen, die sich vor allem Polen und die baltischen Staaten wünschen, könnte beim Nato-Verteidigungsministertreffen am Mittwoch und Donnerstag in Brüssel fallen.

Krieg und Frieden

Europa

Europa blieb die friedlichste geographische Region der Welt und sicherte die höchsten drei Positionen im GPI. Seine Friedfertigkeit hat sich seit den letzten vier Jahren jedes Jahr verbessert. Island steht an erster Stelle. Griechenland verbesserte sich in der Region am meisten und stieg 22 Plätze auf. Das stieg aufgrund des Abzugs aus Afghanistan acht Plätze auf.

USA

Nordamerikas Punktzahl verbesserte sich leicht. Dies kam größtenteils dadurch, dass die USA wegen einer besseren Punktzahl hinsichtlich der Anzahl, Dauer und Rolle in externen Konflikten zwei Plätze aufstiegen, da sie ihre Präsenz in Afghanistan und dem Irak einschränkten.

Asien und der Pazifikraum

Der asiatisch-pazifische Raum steht im GPI hinter Europa und Nordamerika an dritter Stelle. Er beinhaltet jedoch den größten Gegensatz in den Punktzahlen aller Regionen mit drei Ländern unter den höchsten 10 und einem einzigen Land, Nordkorea, unter den niedrigsten 10. Das Südchinesische Meer bleibt ein potenzieller Konfliktbereich, da die in den Streit involvierten Länder alle eine Abnahme in den Punktzahlen zeigen.

Südamerika

Südamerikas allgemeine regionale Punktzahl nahm ab und ist nun unter dem globalen Durchschnitt. Einige südamerikanische Länder verbesserten sich in der Tat: Peru zeigte die größte Verbesserung aufgrund der Reduktion in der Zahl von Todesfällen durch organisierte interne Konflikte; Chile verbesserte sich, gestützt auf eine bessere Punktzahl für den Waffentransfer, und Ecuadors Skala des politischen Terrors verbesserte sich einhergehend mit der Anzahl und Dauer von internen Konflikten. Die Punktzahl nahm für alle anderen Länder in Südamerika ab mit der beachtlichsten Verschlechterung in Uruguay, Venezuela und Brasilien.

Zentralamerika und die Karibik

Zentralamerika und die Karibik verbesserten ihre Punktzahlen leicht, dennoch bleibt es weniger friedlich als der globale Durchschnitt. Costa Rica und Jamaika wiesen die stärksten Verbesserungen auf. Costa Rica erlebte Verbesserungen in seiner Punktzahl für Tötungen, während Jamaikas Verbesserung hat seine Ursache in einer Reduktion seiner herausragenden Position aufgrund von UNO-Friedensmissionen. Die Länder, die am meisten Punkte verloren, waren El Salvador aufgrund von Zunahmen auf der Political Terror Scale und Nicaragua aufgrund von Zunahmen bei Gewaltverbrechen.

Afrika

Schwarzafrikas Punktzahl verbesserte sich 2015 und rückte vor Russland, Eurasien, Südasien und der MENA-Region („Middle East & North Africa“ zu deutsch: Nahost und Nordafrika) weiter an die Spitze. Diese allgemeine Verbesserung maskiert scharfe Unterschiede in der Leistung des Landes; die schwarzafrikanischen Staaten registrierten einige der schärfsten Veränderungen in der Punktzahl, positiv wie negativ. Guinea-Bissau und die Elfenbeinküste registrierten die größten Verbesserungen der Punktzahl weltweit, während Djiboutis Rang um 42 Plätze absank, was ein zunehmendes Auftreten von sozialen Unruhen, Verbrechen und Ressentiments gegenüber der autoritären Herrschaft der Regierung widerspiegelt.

Russland

Russland und Eurasien verzeichneten eine mässige Verschlechterung in ihrer allgemeinen Punktzahl in diesem Jahr, während ihre Position in der Aufstellung nach Regionen unverändert blieb. Es bestanden signifikante Veränderungen zwischen den Ländern; die Ukraine verzeichnete einen der grössten Rückgänge in diesem Jahr für ihre Gesamtpunktzahl für inneren Frieden.

Nahost und Nordafrika

Die MENA-Region bleibt von Konflikten überschattet und verzeichnet die schlechteste regionale GPI-Punktzahl. Die Punktzahl verschlechterte sich im Vergleich zum Index vom letzten Jahr, da mässige Verbesserungen besonders in Ägypten und Tunesien durch sinkende Punktzahlen vor allem in Libyen, dem Yemen, dem Irak und Syrien aufgehoben wurden.

Südasien

Die Position von Südasien bewegte sich in den regionalen Aufstellungen eine Stufe nach oben, nachdem es 2014 ganz unten war, aber nur, weil sich die Situation in der MENA-Region in schnellerem Tempo verschlechterte. Allgemein verschlechterten sich die Punktzahlen der meisten Länder in der Region, und nur Bhutan, Nepal und Bangladesh verzeichneten Gewinne.

In vielen osteuropäischen Staaten hat die Annexion der Krim und der anhaltende Konflikt in der Ostukraine Ängste vor einer russischen Aggression ausgelöst. Carter erklärte, die USA unterstützten die Regierung in Kiew zwar mit Militärausrüstung und -training. Die wichtigste Einflussmöglichkeit bestehe aber weiter auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Deshalb sei die jüngste Entscheidung der Europäischen Union (EU) zur Verlängerung der Sanktionen gegen Russland so wichtig.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Lothar Zorn

22.06.2015, 19:10 Uhr

Außer arroganten Aufforderungen an Russland und Finanzierung des Regimes in Kiew haben die USA noch nichts beigetragen. Eine Aufforderung an Kiew, sich zur kompromisslosen Umsetzung der MINSKII-Vereinbarung sucht man vergebens.
Es paßt zur selbsternannten Erlöserrolle der USA, dass nur sie ihren Machtbereich ausweiten dürfen. Andere dürfen noch nichts einmal den USA wiederstrebende Interessen vertreten geschweige denn auf ihre Souveränität pochen.

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