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27.03.2014

17:28 Uhr

Schockierende Studie

Italienische Mafia macht Rekord-Umsätze

Die Zahlen geben Anlass zur Sorge: Die mafiösen Geschäfte der süditalienischen 'Ndrangheta sollen mehr Geld bringen, als viele Unternehmensriesen erwirtschaften. Die Mafia hat ein wahres Parallel-Universum errichtet.

Er wurde 2007 bei einer Razzia festgenommen und zeitweise aus dem Verkehr gezogen: Achille Marmo soll innerhalb eines 'Ndrangheta-Clans die Fäden gezogen haben. Das System prosperiert indes munter weiter. dpa

Er wurde 2007 bei einer Razzia festgenommen und zeitweise aus dem Verkehr gezogen: Achille Marmo soll innerhalb eines 'Ndrangheta-Clans die Fäden gezogen haben. Das System prosperiert indes munter weiter.

RomDie kalabrische Mafia, die derzeit als die stärkste der kriminellen Organisationen in Italien gilt, macht einen Umsatz von etwa 53 Milliarden Euro im Jahr und ist in etwa 30 Ländern aktiv. Die 'Ndrangheta komme damit auf eine geschätzte Wirtschaftskraft wie die Deutsche Bank und McDonald's zusammen. Das hat laut Medienberichten eine Recherche des süditalienischen Instituts Demoskopika ergeben.

Allein auf Italien im Jahr 2013 bezogen, entspricht der Jahresumsatz der 'Ndrangheta demnach 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). „Die 'Ndrangheta wird dabei als ein "normaler" Teil der Produktionswelt angesehen“, sagt Wirtschaftsfachmann Raffaele Rio, der Autor der jetzt veröffentlichten Studie.

„Die größte Einnahmequelle ist dabei das Drogengeschäft mit geschätzten 24,2 Milliarden Euro, gefolgt von der Geldwäsche, die den kalabrischen Clans einen Profit von 19,6 Milliarden Euro gesichert hat“, ergab die Demoskopika-Recherche.

Laut der Studie, die auf Dokumenten von Polizei, Justiz, Regierung und Parlament basiert, ist die Organisation mit 400 Führungsfiguren in 30 Ländern aktiv. Insgesamt seien aber weltweit rund 60.000 Menschen in die Aktivitäten der 'Ndrangheta verwickelt. Die Organisation, die sich aus einem Netzwerk von rund 380 Familienclans zusammensetzt, stammt aus der süditalienischen Region Kalabrien und gilt als noch verschlossener und schwieriger zu durchdringen als die sizilianische Mafia.

Der Studie zufolge brachten der Organisation Erpressung und Wucherei im vergangenen Jahr 2,9 Milliarden Euro. Weitere 2,4 Milliarden Euro nahm sie durch Veruntreuung ein, während Glücksspiel 1,3 Milliarden Euro erbrachte. Waffenverkäufe, Prostitution, Markenfälschung und Menschenhandel kamen dagegen zusammen nur für insgesamt eine Milliarde Euro auf.

Kommentare (4)

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27.03.2014, 09:32 Uhr

Da gibt's bestimmt gut bezahlte Arbeitsplätze... und lassen sich vom Staat nicht beklauen. Mit dem Euro ist es auch noch viel einfacher geworden. Das ist also die Zukunft!

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27.03.2014, 11:45 Uhr

Macht die Ital. Regierung nichts gegen die Mafia, weil sie sonst fürchtet Steuereinnahmen und Arbeitsplätze zu verlieren? Oder Verdiehnen zu viele Leute an der Mafia?
Oder geht das schon unter Wirtschafts förderung?

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27.03.2014, 11:47 Uhr

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