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08.04.2016

20:14 Uhr

Schüsse auf US-Militärbasis

Schütze in Texas beging womöglich Suizid

Bei Schüssen auf dem US-Militärstützpunkt Lackland wurden zwei Menschen getötet. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gibt es zunächst keine. Die Polizei prüft derzeit, ob es sich um Selbstmord handelt.

Tödliche Schüsse gab es in US-Militäreinrichtungen schon häufiger. Reuters

US-Militärbasis Lackland

Tödliche Schüsse gab es in US-Militäreinrichtungen schon häufiger.

San AntonioSchüsse auf US-Militärbasis: Auf dem Stützpunkt Lackland im US-Bundesstaat Texas hat es am Freitag zwei Tote gegeben. Die Polizei vermutet, dass der Schütze unter ihnen ist. Es sehe danach aus, dass er sich nach der Tat selbst getötet habe, sagte der Sprecher des Sheriffbüros von Bexar County auf Anfrage. Einen terroristischen Hintergrund schlossen die Ermittler aus.

Der Vorfall ereignete sich am Freitagmorgen (Ortszeit). Laut einem Bericht der „Air Force Times“ handelte es sich bei dem Täter um einen Piloten. Er habe einen Kommandeur einer Ausbildungsstaffel getötet, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die interne Kommunikation des Pentagons.

Eine Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Der Befehlshaber des Stützpunktes, Bob LaBrutta, wollte unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben machen. Die Angehörigen müssten zunächst informiert werden, sagte er am Mittag auf einer Pressekonferenz. Die Tat ereignete sich demnach in einem Gebäude, in dem Unterrichtsräume und Büros untergebracht sind. Die Ermittler stellten am Tatort zwei Waffen sicher.

Waffen in den USA – Zahlen, Daten, Fakten

Meiste Waffen pro Einwohner

In den USA sind mehr Waffen in Privatbesitz als in jedem anderen Land der Welt – von 100 Einwohnern haben statistisch 88,8 eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr. Zum großen Teil seien das weiße, verheiratete Männer über 55 Jahre, ergab eine 2015 im Fachjournal „Injury Prevention“ vorgestellte Studie.

Millionen Schusswaffen in Privathand

Nach Angaben der Organisation Action on Armed Violence sind landesweit rund 270 Millionen Schusswaffen in Privathand. Andere Statistiken gehen sogar von bis zu 310 Millionen aus.

Durcheinander der Gesetze

Das Waffenrecht ist von US-Staat zu US-Staat verschieden; es gibt ein Durcheinander nationaler, einzelstaatlicher und kommunaler Vorschriften. Seit dem 1. Januar 2016 ist in Texas sogar das sichtbare Tragen von Schusswaffen erlaubt, auch bei der Arbeit, beim Einkaufen oder im Restaurant. Geschäfte und Restaurants dürfen allerdings Kunden mit offen getragenen Waffen den Zutritt verwehren.

Volksrecht Waffenbesitz

Das „Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen“ war 1791 im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung verbrieft worden. Das Prinzip galt lange ohne größere Einschränkungen. Auch der Oberste Gerichtshof sprach 2008 den Bürgern ein Grundrecht auf Waffenbesitz zu. Die Richter erklärten ein Gesetz in der Hauptstadt Washington für verfassungswidrig, das Handfeuerwaffen im Besitz von Privatbürgern verboten hatte. 2010 kippte das Gericht auch das strikte Waffenverbot in Chicago (Illinois). Die Urteile wurden als Sieg der einflussreichen Organisation der US-Waffenbesitzer NRA gewertet.

Mächtige Lobby

US-Präsident Barack Obama machte 2013 nach dem Massaker an einer Schule in Newtown (Connecticut) schärfere Waffengesetze zu einem innenpolitischen Hauptanliegen. Entsprechende Initiativen aus dem Weißen Haus scheiterten aber bisher am Widerstand der Waffenlobby.

LaBrutta zeigte sich sichtlich erschüttert. „Wir haben heute Morgen einen dieser Anrufe bekommen, die man nie bekommen möchte“, sagte er. Er dankte den Sicherheitskräften, die innerhalb weniger Minuten vor Ort gewesen seien. Der Stützpunkt liegt westlich der Stadt San Antonio. Rund 8000 Menschen sind dort beschäftigt.

Tödliche Schüsse gab es in US-Militäreinrichtungen schon häufiger. Der größte Fall ereignete sich 2009 ebenfalls in Texas. Auf dem Stützpunkt Fort Hood erschoss ein Offizier 13 Menschen. Das Motiv: Er wollte die radikalislamischen Taliban in Afghanistan vor US-Soldaten schützen.

Von

dpa

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