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29.01.2011

09:40 Uhr

Schüsse in Kairo

Hotels in Ägypten attackiert

Nach den blutigen Unruhen mit mindestens 25 Toten bleibt die Lage in Ägypten extrem angespannt. In Kairo berichten Augenzeugen von Schüssen, die Plünderungen gehen weiter. Randalierer attackierten in der Nacht mehrere Hotels. Mehrere arabische Prinzen und Geschäftsleute haben das Land schon verlassen.

Rauch über Suez. Am Samstag kam es auch zu Angriffen auf Hotels in Ägypten. Reuters

Rauch über Suez. Am Samstag kam es auch zu Angriffen auf Hotels in Ägypten.

HB KAIRO. Augenzeugen zufolge waren am Samstagmorgen an mehreren Stellen in Kairo Schüsse zu hören. Arabische Fernsehsender berichteten, Einheiten von Polizei und Armee hätten in der Nähe einer Gruppe von Demonstranten Schüsse abgegeben.

Über mögliche Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Auch die Plünderungen gingen weiter. Randalierer attackierten in der Nacht mehrere Hotels und richteten Zerstörungen an, darunter im bekannten Ramses Hotel. Nach Angaben von Anwohnern stürmten Plünderer an der Ausfallstraße zu den Pyramiden von Gizeh ein Hotel und verwüsteten mehrere nahe gelegene Geschäfte und ein Restaurant. In zwei Stadtvierteln seien aus Polizeiwachen Häftlinge befreit worden.

An vielen Straßenkreuzungen und vor Behördengebäuden waren am Morgen gepanzerte Fahrzeuge und Panzer der Armee postiert. Die Polizei, die von wütenden Demonstranten am Freitag teils überrannt worden war, zeigte dagegen nur an wenigen Stellen Präsenz.

Demonstranten berichteten, die Soldaten seien weniger aggressiv als die Polizei und hätten sie in der Nacht sogar mit Essen und Tee versorgt. Auf einem Panzer ließen sich Menschen am Samstag mit Soldaten fotografieren.

An den Straßen standen ausgebrannte und zerstörte Wracks von Polizeiwagen, Brandgeruch lag in der Luft. Der öffentliche Nahverkehr in Kairo war am Samstag stark eingeschränkt. Nur wenige Busse verkehrten. Wer nicht unbedingt aus dem Haus musste, blieb lieber daheim. Einige kleinere Geschäfte öffneten, größere Läden in der City blieben zunächst geschlossen.

Trotz Ausgangssperre hatten tausende Ägypter in der Nacht zum Samstag ihre Proteste gegen das Regime des seit 30 Jahren regierenden Präsidenten Husni Mubarak fortgesetzt. Dem 82-jährigen Machthaber war es in seiner ersten Fernsehansprache seit dem Beginn der Proteste nicht gelungen, die Menschen zu beruhigen. Für Samstag kündigte er die Bildung einer neuen Regierung an.

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