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24.02.2012

04:25 Uhr

Schulden beim Staat

Griechenland lässt Auslandskonten eines Millionärs sperren

Mindestens 50 Milliarden Euro sollen Reiche und Großunternehmen dem griechischen Staat schulden. Der dreht ihnen nun erstmals den Geldhahn zu: Ein Athener Geschäftsmann kommt nicht mehr an sein Auslands-Guthaben.

Manche griechischen Geschäftsleute haben Geld ins Ausland geschafft. dapd

Manche griechischen Geschäftsleute haben Geld ins Ausland geschafft.

MünchenGriechenland hat erstmals seit Beginn der Schuldenkrise bedeutende Auslands-Guthaben eines reichen Unternehmers sperren lassen, um Geld einzutreiben, das dem Staat zustehen soll. Auf den drei Konten in der Schweiz liegen insgesamt 158 Millionen Euro, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Sie gehörten dem Athener Geschäftsmann Lavrentis Lavrentiadis. Er war in der Chemiebranche groß geworden und dann Vorstandschef und Hauptaktionär der Privatbank Proton.

Der Unternehmer und weitere Geschäftsleute sollen einem Untersuchungsbericht der griechischen Zentralbank zufolge in den vergangenen Jahren bei Proton bis zu 700 Millionen Euro in andere Länder verschoben haben. Später wurde die Bank verstaatlicht und mit Mitteln der EU und des IWF in Höhe von fast 900 Millionen Euro vor dem Zusammenbruch gerettet. Die Staatsanwaltschaft in Athen ermittelt wegen Betrugs und anderer Delikte bei Proton.

Große Unternehmen und reiche Griechen sollen dem eigenen Staat 50 Milliarden Euro oder sogar noch mehr schulden. Führende Politiker in jenen Ländern, die Griechenland mit dem neuen Rettungspaket vor der Pleite bewahren, drängen darauf, die „Konten wohlhabender Leute zu sperren“, bis diese ihre Schulden bezahlt hätten. Das hat zuletzt SPD-Chef Sigmar Gabriel gefordert.

Kommentare (19)

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Pinin

24.02.2012, 05:18 Uhr

Na, das mit dem Sperren wird wohl nichts - die griechische "Elite" wird schon zu verhindern wissen zu dass ihre eigenen Konten gesperrt werden. Diese Sperre wäre nämlich ein Verstoß gegen die Würde Griechenlands, und das geht schon mal gar nicht.

Rapid

24.02.2012, 05:42 Uhr

Nun ja, immerhin, wenn sich in Sachen Steuereintreibung bei griechischen "Reichen" etwas tut, ist das zu begrüßen. Man muß dann aber auch zur Tat schreiten und sich zum Beispiel ebenso der Luxusimmbobilien in London, Paris, Berlin und anderswo annehmen und eine Vermögensteuer ins Auge fassen, die diesen Namen auch verdient. Griechenlands Euro- Profiteure müssen nun einmal zuerst zur Kasse gebeten werden, bevor der europäische Steuerbürger geschröpft wird, um in Breschen zu springen, deren Dimensionen sich offenbar bis in schier Unermessliche zu steigern scheinen.

Eclectus

24.02.2012, 06:12 Uhr

Es ist ja schon unglaublich was sich die Presse in Griechenland da leistet. Um einen Schuldigen fuer ihre Miesere zu finden beschreiben sie die Deutschen als Nazis weil wir sagen, dass sie in Zukunft ein wenig mehr sparen und vielleicht gelegentlich auch mal ein paar Steuern zahlen muessen. Ist ja unerhoert!
Ich moechte nur mal wissen, wie sie die eigentlich Schuldigen beschreiben, die nie ihre Steuern bezahlt haben und ihr Geld auf Schweizer Konten aufgetuermt haben und immer noch Sirtaki tanzen? Vielleicht "Volkshelden"?

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