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27.08.2015

13:47 Uhr

Schulden

Kiew einigt sich mit Gläubigern

Schuldenerleichterung für Kiew: Die Kreditgeber der Ukraine verzichten auf 20 Prozent ihrer Forderungen. Die Umstrukturierung der Schulden soll bis Oktober abgeschlossen sein. Russland will sich nicht beteiligen.

Die Ukraine einigt sich mit ihren Gläubigern. Reuters

Wirtschaftliche Zukunft der Ukraine

Die Ukraine einigt sich mit ihren Gläubigern.

KiewNach monatelangem Ringen haben westliche Gläubiger der von der Pleite bedrohten Ukraine fast vier Milliarden Dollar Schulden erlassen. „Der von unseren Gegnern erwartete Staatsbankrott wird nicht stattfinden“, betonte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk am Donnerstag in Kiew.

Die Regierung habe nach fünfmonatigen zähen Verhandlungen ein Abkommen mit einer westlichen Gläubigergruppe unterzeichnet, teilte Finanzministerin Natalia Jaresko mit. Demnach werden der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik 20 Prozent ihrer Verbindlichkeiten – rund 3,6 bis 3,8 Milliarden US-Dollar (etwa 3,1 Milliarden Euro) – erlassen. Die Restschuld von etwa 15 Milliarden Dollar solle in einem Zeitraum von 2019 bis 2027 zurückgezahlt werden, hieß es.

Das Abkommen sieht auch einen einheitlichen erhöhten Zinssatz von 7,75 Prozent vor. Zuvor lag der Zinssatz bei 7,22 Prozent.

Die Ukraine hatte die Schulden über Anleihen in Fremdwährungen gemacht. Kiew hatte einen Schuldenschnitt von 40 Prozent angestrebt. Eine Restrukturierung der Staatsschuld ist eine wichtige Voraussetzung für weitere Finanzhilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die Ukraine hofft, ähnliche Konditionen für einen russischen Kredit über drei Milliarden Dollar zu erhalten, der am 20. Dezember fällig wird. Mit den nun ausgehandelten Konditionen müsse sich auch Russland abfinden, forderte Jazenjuk. „Russland wird keine besseren Bedingungen als die restlichen Kreditgeber erhalten“, betonte er.

Russlands Finanzminister Anton Siluanow erteilte der Ukraine umgehend eine Absage. Sein Land werde sich nicht an der Umstrukturierung der ukrainischen Schulden beteiligen, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Das Ministerium in Moskau teilte mit, bislang sei kein entsprechender Antrag aus Kiew eingegangen.

Die Wirtschaftsleistung der Ukraine war im ersten Halbjahr aufgrund des Krieges mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes um 16,3 Prozent eingebrochen. Die Inflation lag im Juli bei 55,3 Prozent.

Kommentare (8)

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Herr Vitto Queri

27.08.2015, 12:21 Uhr

>> Die Kreditgeber der Ukraine verzichten auf 20 Prozent ihrer Forderungen. >>

Liebes Handelsblatt,

erzählen Sie uns doch mal, wieviel Geld Deutschland durch diesen Schuldenschnitt der bankrotten und korrupten Ukraine in Sand gesetzt hat ?

Warum labern Sie nur allgemeinfloskeln nach ?

Frau Margrit Steer

27.08.2015, 12:27 Uhr

Und wieviel Geld hat Deutschland da gegeben?

Welchem Land geben wir denn noch Geld?

Herr Thomas Ungläubig

27.08.2015, 12:28 Uhr

Wie hoch ist noch mal das Vermögen des »Schokoladenprinzen« Petto Poroschenko?

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